Organisatorisches
Dieser Earthcache kann nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad über gut befestigte Waldwege erreicht werden. Für die 750 Meter vom Parkplatz (siehe Wegpunkte), benötigt man zu Fuß etwa 10 Minuten.
Der Weg ist mit einem sportlichen Kinderwagen gut zu bewältigen.
Für die Beantwortung der Fragen benötigst du eine Lupe mit mindestens 3facher Vergrößerung!
Die Historie des Steinbruchs
Seit wann genau bei Kühedorf Sandstein gebrochen wurde, ist nicht bekannt.
Fest steht aber, dass viele alte Kühedorfer Häuser mit den Sandsteinen aus dem hiesigen Steinbruch errichtet wurden. Aufgrund der in den Häusern eingeschlagenen Jahreszahlen lässt sich der erste Sandstein-Abbau etwa auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück datieren.
Nach seiner Hoch-Zeit in den 1930er Jahren, holte man die letzten Sandsteine nach dem zweiten Weltkrieg aus dem Steinbruch. Hier half man mit, das zerbombte Nürnberg wieder aufzubauen.
Nach dieser Zeit eroberten moderne Kunststeine immer mehr den Markt und machten damit den Sandstein überflüssig.
Der bis dahin in privater Hand befindliche Steinbruch ging nach der Gebietsreform 1972 in den Besitz der Gemeinde Büchenbach über.
Der Entwicklungs-Prozess von Granit zu Sandstein
Der Sandstein der Kühedorfer Steinbrüche entstand vor etwa 215 Millionen Jahren während der Zeit des Mittleren Keupers.
Sandstein ist ein klastisches Sedimentgestein. So bezeichnet man ein Gestein, dessen Material aus der mechanischen Zerstörung anderer Gesteine stammt. In erster Linie besteht Sandstein aus den Bruchstücken von Granit.
Granit entsteht tief im Erdinneren unter hohem Druck und hohen Temperaturen. Granit hat deshalb auch den Namen magmatisches- oder Tiefengestein. Durch den langsamen Abkühlungsprozess entwickeln sich durch Kristallisation die gesteinsbildenden Minerale Quarz und Feldspat.
Nachdem Granit, durch Abtragung des überlagerten Gesteins, an die Oberfläche gelangt, unterliegt er den Einflüssen der Verwitterung durch Sonne, Wasser und Wind. Flüsse transportieren den Granit danach über viele Kilometer weiter. Dabei zerbricht er in immer kleinere Stücke Quarz, Feldspat und andere Minerale.
Quarz ist meistens transparent und farblos. Feldspat gibt es in vielen unterschiedlichen Farben. Am häufigsten ist er weiß oder rosa.
Wenn die Transportkraft der Flüsse nachlässt, werden die Quarz- und Feldspat-Bruchstücke wieder abgesetzt. Da ihre Korngröße jetzt überwiegend zwischen 0,063 und 2 mm liegt, kann dieser Absatz allgemein als „Sand“ bezeichnet werden - ohne Rücksicht auf die Art der Minerale.
Nach und nach sammelt sich so immer mehr Sand an. Dieser wird von noch mehr Sand und noch mehr Sand überdeckt. Dabei stehen die Körner unter extrem hohem Druck und verdichten sich dadurch.
Um letztendlich zu einem Sandstein zu werden, müssen die einzelnen Sandkörner einen festen Verband erhalten. Dies geschieht, in dem an den Kontaktstellen der Körner kleine Kristalle wachsen. Diese bilden sich aus dem Wasser, das sich in den Poren der Körner befindet. Die Kristalle sind oft so klein, dass sie mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Sie können den Körnern aber letztlich genügen Halt geben. Dieser Vorgang wird auch Zementation genannt.
Die Entwicklung von Granit zu Sandstein geschieht über einen Zeitraum von vielen Millionen von Jahren.
Das Auflösen der Zementation
Unter Einfluss von Feuchtigkeit können die zementierten Kristalle auch wieder gelockert oder aufgelöst werden. Der Sandstein beginnt dann zu verwittern und zu zerbröseln.
Dieses Auflösen der Zementation kann an der großen Westseite des Kühedorfer Steinbruches großflächig nachvollzogen werden. Dort, wo man heute zwei tiefe Furchen beobachten kann, war die Gesteinsschicht ursprünglich besonders tonhaltig. Da Ton viel Wasser aufnehmen kann, zersetzte sich der Sandstein an dieser Stelle viel schneller. Infolge dessen entstanden die Furchen.
Die Fragen
Um diesen Cache zu loggen, sind die nachfolgenden Fragen zu beantworten.
| 1) |
Nimm die mitgebrachte Lupe zur Hand und betrachte den Sandstein in dieser Grube.
- Welche Größe, Form und Farbe haben die Bestandteile, die du siehst?
- Was erkennst du als Hauptbestandteil?
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| 2) |
In der Geologie wird unter Mächtigkeit die Dicke eines Gesteinspakets verstanden.
- Welche Mächtigkeit, schätzt du, haben die drei Sandsteinschichten auf der großen Westseite des Steinbruchs, die von den tiefen Furchen abgegrenzt werden?
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| 3) |
Der Kühedorfer Sandstein ist an vielen Stellen großflächig mit Flechten, Moosen und Algen besetzt. Diese bilden als Biokruste eine Schutzschicht vor Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen.
- Welche verschiedenen Farben hat die Biokruste?
- Wie fühlt sich die Biokruste an?
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Auf freiwilliger Basis
Mach ein Foto von etwas, das euch im Kühedorfer Steinbruch besonders gefallen hat und füge es dem Log bei.
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Unser Dank
Ein herzliches Vergelts-Gott an den Geologen Dr. Gottfried Hofbauer für die tatkräftige Unterstützung und Betreuung, sowie die Sagenwanderweg-Führerin Irene Kolb für die vielen historischen Informationen!