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Stalag XII D Trier (Kriegsgefangenenlager) Virtual Cache

Hidden : 8/24/2018
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   virtual (virtual)

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Geocache Description:


Dieser Virtual ist kein Statistikpunkt. Der Nachweis, dass ihr die Aufgaben selbst absolviert habt, ist erforderlich.

Zuerst die Antworten schicken (ein Mitglied des Teams nennt alle Cacher-Namen, nicht nur eure Vornamen), dann ein Log mit angehängtem Foto an der Fotostation absenden (ein individuelles Foto pro Team reicht). Keine Antworten oder Cachername unbekannt oder ohne Foto: Ich lösche euer Log.

 

This virtual cache is not a statistical point. You must provide proof that you have completed the tasks yourselves.


First, send in your answers (one member of the team must list all the cachers’ names, not just your first names), then submit a log with a photo attached at the photo station (one photo per team is sufficient). If there are no answers, or if the cacher’s name is unknown, or if there is no photo, I will delete your log.

 

Überblick

 

Zwischen 1940 und 1945 bestand auf dem Trierer Petrisberg ein von der Wehrmacht betriebenes Kriegsgefangenenlager. Vor einiger Zeit entdeckte ich die Existenz dieses Lagers, das den Triererinnen und Trierern lange Zeit weitgehend unbekannt war. Mein Interesse daran wuchs, und ich beschäftigte mich zunehmend mit dem Thema, bis ich mich entschloss, die Geschichte des Lagers anderen Geocacherinnen und Geocachern näherzubringen.

Vom Kriegsgefangenenlager ist heute nichts mehr zu sehen. Passend zum verschwundenen Lager ist der Cache daher ein virtueller. Nachdem lange Zeit vor Ort nichts auf das ehemalige Lager hingedeutet hatte, wurde im Mai 2025 eine vom bekannten Stolpersteine-Künstler Gunter Demnig gestaltete Stolperstein-Schwelle durch Schüler:innen der 11. Jahrgangsstufe des Max-Planck-Gymnasiums, Vertretern der Stadt und des Landes sowie dem Kulturverein Kürenz verlegt. Eine Gedenkstele soll folgen.

Heute besteht auf dem ehemaligen Lagergelände der neue Wohnstadtteil Petrisberg. Der Kontrast zwischen dem heutigem Neubaugebiet und der Unterbringung tausender Kriegsgefangener in Baracken während des Zweiten Weltkrieges ist groß. Ich hoffe, dass ich euer Interesse an diesem Thema wecken kann.

 

Technisches und Ablauf

 

Dieser Virtual Cache unterscheidet sich von den allermeisten anderen Virtuals, bei denen man nur einen einzigen Ort aufsucht. Hier erwartet euch ein Spaziergang durch den Petrisberg-Stadtteil, der teilweise über das ehemalige Landesgartenschaugelände führt, vorbei an Gebäuden der ehemaligen Kemmelkaserne, durch die Partnergärten sowie die Aussicht auf die Universität und ins Tal.

Dieser Virtual besteht aus 12 (natürlich virtuellen) Stationen, die ihr mit Hilfe der Internetseite intercaching.com besuchen werdet. Die Intercaching-Webseiten haben die Funktion von Texttafeln, vergleichbar mit denen in einem Museum. Wenn ihr die jeweiligen Koordinaten der Station erreicht habt, erfahrt ihr z. B. allgemeine Infos, an welcher Stelle des ehemaligen Lagers ihr euch gerade befindet oder was hier geschehen sein mag.

Über intercaching.com werdet ihr von Zone zu Zone geführt (ähnlich wie bei einem Wherigo). Um die Stationskoordinaten gibt es einen virtuellen Radius von 20 Metern. Erst wenn ihr diesen Kreis betretet, ist der Aufruf der nächsten Webseite möglich.

Dazu benötigt ihr ein GPS-fähiges Smartphone oder Tablet. Ihr öffnet in einem Internetbrowser folgende Webseite:

Intercache Stalag XII D (deutsch)

Wichtig: intercaching.com fragt nach der Standort-Berechtigung, was ihr erlauben müsst. Die GPS-Funktion muss mit hoher Genauigkeit aktiviert sein.

Station 4 ist nur während der Öffnungszeit der Partnergärten erreichbar. Die Partnergärten haben in der Regel bis etwa zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

Falls ihr unterbrechen und ein anderes Mal fortsetzen wollt oder falls der Browser die aktuelle Station verliert und wieder die Intercaching-Startseite erscheint, könnt ihr über die Station 1 (extra großer Radius von über 1000 Metern) von jedem Ort auf dem ehemaligen Lagergelände aus wieder auf alle Stationen zugreifen, das heißt ihr müsst nicht zurückgehen. Ihr ruft also die Station 1 auf und wählt in der Stationenliste die gewünschte Station aus. Ihr müsst euch an der entsprechenden Station befinden, um weiterzukommen.

Logbedingungen

 

Ein Virtual Cache kommt nicht ohne Aufgaben aus, um nachzuweisen, dass man selbst vor Ort war: Es gibt also Logbedingungen. An 5 Stationen ist eine Aufgabe zu erfüllen:

  1. Beantwortet an 4 Stationen die Fragen A bis D
  2. An der Fotostation nehmt ihr ein individuelles Foto auf. Es muss eindeutig von euch selbst aufgenommen worden sein. Dazu macht ihr entweder ein Selfie mit dem geforderten Hintergrund oder ihr haltet einen persönlichen Gegenstand ins Bild. Fotos ohne individuellen Bestandteil werden nicht akzeptiert.

Die Antworten auf die Fragen schickt ihr mir bitte vor dem Loggen zu. Das Foto ladet ihr in eurem Log hoch.

Achtung: Euer Log wird gelöscht, falls

  • kein individuelles Foto im Log hochgeladen wird
  • keine Mail mit den Antworten auf die Fragen geschickt wird
  • die Fragen falsch beantwortet werden
  • veraltete Antworten geschickt werden (die Fragen werden von Zeit zu Zeit geändert)

Bitte schummelt nicht und erspart mir das Löschen eures Logs. Vielen Dank.

Falls ihr in einer Gruppe unterwegs seid, dann reicht es aus, wenn ich die Antworten auf die 4 Fragen von einem der Gruppenmitglieder zugeschickt bekomme. Nennt mir in dieser Mail die Cachernamen aller Teilnehmenden, die ein Found-it-Log schreiben wollen (jede(r) kann natürlich auch selbst eine Mail schreiben). Es genügt, wenn nur ein Gruppenmitglied das Foto im Log hochlädt.

Die meisten Informationen im Listing und auf den intercaching.com-Webseiten stammen aus dem Buch „Trier-Petrisberg 1940–1945. Das Kriegsgefangenenlager Stalag XII D“ des Trierer Heimatforschers Adolf Welter (Petermännchen-Verlag der Trierer Münzfreunde e. V., 2007, ausleihbar z. B. in der Stadtbibliothek Trier und in der Unibibliothek).

 

Die Kemmelkaserne

 

Seit 1937 befand sich auf dem Petrisberg die sogenannte Kemmelkaserne, die im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht erbaut wurde; sie war nach der im Ersten Weltkrieg zerstörten Ortschaft Kemmel in Flandern benannt (1). Einige Gebäude dieser Kaserne bestehen heute noch, ich werde sie euch während des Rundwegs zeigen. Nach dem Krieg übernahm das französische Militär das gesamte Kasernengelände sowie auch das Gelände des Kriegsgefangenenlagers. Nach dem Abzug der Franzosen im Jahr 1999 wurde das Militärgelände der Konversion zugeführt. Einige Kasernengebäude beherbergen heute Gewerberäume, eine Kita und Arztpraxen.

 

Wehrkreise und Kriegsgefangenenlager

 

Während des Frankreichfeldzugs wurden die ersten gegnerischen Soldaten von der Wehrmacht gefangen genommen. Man hat sie ins Reichsgebiet transportiert und dort in neu errichteten Barackenlagern untergebracht. In jedem Wehrkreis wurden einige Kriegsgefangenlager errichtet, von denen es zwei Typen gab: Sogenannte Oflags (Offiziersgefangenenlager) sowie Stalags (sogenannte Stammlager für Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere).

Das gesamte Gebiet des damaligen Deutschen Reichs wurde vom deutschen Militär in sogenannte Wehrkreise eingeteilt. Das heutige Rheinland-Pfalz und das Saarland entsprachen ungefähr dem Gebiet des Wehrkreises XII.

Kriegsgefangenenstammlager im Wehrkreis XII: Mannschaftsstammlager. // Prisoner-of-war base camps in Military District XII: base camps for enlisted personnel. // Camp central de prisonniers de guerre du district militaire XII : camp central pour militaires du rang. // Landesamt für Vermessung und Geobasisinformationen Rheinland-Pfalz (2)

 

Das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz schreibt auf seiner Internetseite: „Für die Unterbringung der Kriegsgefangenen wurden in jedem Wehrkreis ‚Stammlager‘ (Stalag) eingerichtet. Im Wehrkreis XII entstand das erste im August 1939 in Freiendiez bei Limburg. Die Stalags fungierten in der Regel als Durchgangslager, in denen die Soldaten nach ihrer Ankunft von den Kriegsfronten erfasst wurden. Ein Teil von ihnen setzte die Wehrmacht selbst – z. B. auf dem Truppenübungsplatz in Baumholder – für Verlade- oder Bauarbeiten ein. Die übrigen Kriegsgefangenen wurden von den Landes- oder Gau-Arbeitsämtern als ‚Arbeitskommandos‘ in die Dörfer und Städte verteilt, in denen es an Arbeitskräften mangelte. Auch wenn sich die Einsatzorte weitab der Lager befanden, blieben die Kriegsgefangenen rechtlich in der Obhut der Wehrmacht. Zu Beginn des Jahres 1942 befanden sich über 120.000 Kriegsgefangene in den Lagern des Wehrkreises XII, Anfang 1944 waren es mehr als 160.000.“ (2)

Den Stammlagern wurden als laufende Nummer in der Reihenfolge ihrer Errichtung Buchstaben beginnend mit A zugeteilt. Das Stammlager in Trier war das vierte erbaute im Wehrkreis XII und erhielt demnach die Bezeichnung Stalag XII D. Die ersten Baracken auf dem Petrisberg wurden im Auftrag des deutschen Militärs errichtet und dienten als Unterkünfte für deutsche Soldaten, die einen Lehrgang in der Kemmelkaserne absolvierten. Nach Beginn der Kriegshandlungen an der Westfront wurde das Gelände zum Kriegsgefangenlager ausgebaut. Erste Gefangene gehörten den Armeen Frankreichs, Belgiens und Polens an, wobei die Franzosen den größten Anteil stellten.

 

Arbeitskommandos

 

Die meisten der im Stalag XII D registrierten Kriegsgefangenen hielten sich nicht im Hauptlager selbst auf, sondern wurden in der Umgebung auf einzelne sogenannte Arbeitskommandos verteilt. In der Region Trier wurden oft Helfer in der Landwirtschaft benötigt, vor allem im Weinbau, aber auch in Fabriken. (3)

 

Das Stalag XII D in Trier

 

Bereits zwei Jahre vor der Errichtung der Kemmelkaserne entstand das Barackenlager auf dem Petrisberg. Es wurde als Unterkunftsmöglichkeit für Teilnehmer von Wehrübungen der Wehrmacht genutzt. Es bestand aus mehr als 60 Baracken, die als Zweckbauten aus vorgefertigten Teilen errichtet wurden, die unterschiedliche Funktionen erfüllten.

Luftaufnahme des Stalag XII D (Bildmitte) und der Kemmelkaserne (rechts). // Aerial view of Stalag XII D (centre of the picture) and the Kemmel Barracks (on the right). // Vue aérienne du Stalag XII D (au centre) et de la caserne de Kemmel (à droite).

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs diente die Anlage zunächst als Durchgangslager, in dem zehntausende Kriegsgefangene hindurchgeschleust wurden. Im Juni/Juli 1940 zählte man dort mehr als 30.000 Männer, obwohl die Anlage nur für 12.000 bis 15.000 Gefangene vorgesehen war. Wenige Wochen später wurde das Lager offiziell Stammlager für Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere.

Diese Skizze des Lagers und der Stadt Trier fertigte der im Stalag inhaftierte französische Architekt Beaugé an. // This sketch of the camp and the city of Trier was drawn by Beaugé, a French architect who was interned at the Stalag. // Ce croquis du camp et de la ville de Trèves a été réalisé par l'architecte français Beaugé, détenu au Stalag.

 

Stammlager bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es als Hauptlager für die angegliederten Außenlager (den sogenannten Arbeitskommandos) diente. Im Stammlager wurden alle Außenlager verwaltet, von denen es mehrere hundert gab. Dem Stalag XII D waren stets 20.000 bis 30.000 Kriegsgefangene zugeteilt, wovon sich allerdings immer nur ein paar tausend im Stammlager aufhielten; der überwiegende Teil der Soldaten befand sich in den Außenlagern im Arbeitseinsatz. Im Hauptlager befanden sich überwiegend Soldaten, die in Trier oder der näheren Umgebung eingesetzt wurden, vereinzelt Arbeitsunfähige (die für die Repatriierung vorgesehen waren) oder Kranke.

Andere Gefangene erfüllten im Lager eine Funktion: Ärzte, Geistliche, Künstler, Köche, Küchenhilfen. Teilweise befanden sich Zivilisten im Lager, die eigentlich nach der Genfer Konvention nicht hätten interniert werden dürfen.

Gefangene, die nach der Genfer Konvention behandelt wurden, wurden einigermaßen annehmbar behandelt. Anders aber z. B. sogenannte Rotspanier und sowjetische Kriegsgefangene, die in Konzentrationslager weitertransportiert wurden oder so schlecht ernährt wurden, dass sie verhungerten.

Ich hoffe, dass ihr nach dieser Einführung neugierig auf weitere Informationen auf dem ehemaligen Lagergelände seid und wünsche euch einen informativen Rundgang!

 

 

Virtual Reward - 2017/2018

This Virtual Cache is part of a limited release of Virtuals created between August 24, 2017 and August 24, 2018. Only 4,000 cache owners were given the opportunity to hide a Virtual Cache. Learn more about Virtual Rewards on the Geocaching Blog.

Additional Hints (No hints available.)

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