Virtual Revard - St. Ludgerus (Werden)

Da ich 2017 einer der 4000 Gewinner von Groundspeak war, der einen Virtual Cache publishen darf, habe ich lange überlegt, wo ich diesen veröffentlichen könnte.
Da ich in Werden geboren und aufgewachsen bin und ich in dieser wunderschönen Basilika sehr viel Zeit bei Gottesdiensten und mit den Ludgerus-Singers verbracht habe, war es für mich klar, wo ich diesen Cache publishen möchte.
Einen lieben Gruß an alle Werdener aus dem Aachener Land.
Baugeschichte
Karolingisch-ottonische Zeit
Liudger, der 805 erster Bischof von Münster wurde, hatte zuvor die Abtei Werden gegründet. Zwischen 800 und 808 wurde der erste Kirchenbau errichtet. Diese zur Salvatorkirche geweihte Kirche war dreischiffig und etwa 30 m lang. Liudger bestimmte einen Platz vor dem Chor, außerhalb der Kirche, in der Nähe eines Baums („locus arboris“) als seine künftige Grabstätte. Dort wurde er auch 809 bestattet. Teile der Grabkammer sind noch vorhanden.
Die Baugeschichte der folgenden Zeit konnten auch Ausgrabungen in den 1970er Jahren nicht genau rekonstruieren. Wahrscheinlich hat Abt Altfried um 840 mit dem 875 geweihten Neubau begonnen. Dabei wurde das Grab Liudgers mit einbezogen und ausgestaltet. Die Ringkrypta, um 830/840 erbaut, besteht noch heute. Sie ist die älteste erhaltene ihrer Art im nördlichen Deutschland. An diese schloss sich eine Außenkrypta an. Weitere Veränderungen des karolingischen Baus fanden in ottonischer Zeit statt.
Vor 843 wurde neben der Abteikirche eine kleine Kirche erbaut, die um 1760 abgebrochen wurde. Über ihre Geschichte ist kaum etwas bekannt.
Die Abteikirche diente zunächst auch als Pfarrkirche. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts wurde unmittelbar westlich an die bestehende Abteikirche eine Eigenkirche als Pfarrkirche angebaut. Diese ursprünglich als Zentralbau ausgeführte Kirche wurde 943 als Marienkirche („turrim sanctae Mariae“) geweiht. Neben den Pfarrgottesdiensten fanden dort auch die Sitzungen des Sendgerichts statt. Diesem Gebäudeteil in Form eines Westwerkes vorgelagert war eine Vorhalle(„Paradies“), die ihm 11./12. Jahrhundert hinzugefügt wurde. Teile davon sind noch vorhanden. Dort fand das Sendgericht seinen Platz und diente auch für andere eher weltliche Angelegenheiten. Die Pfarrkirche wechselte im 14. Jahrhundert das Patrozinium und ist seither dem Apostel Petrus geweiht. Das Westwerk entsprach im Grundsatz dem von Corvey. Der Bau in Werden wurde seinerseits Vorbild für St. Pantaleon in Köln.
Die Außenkrypta der Abteikirche wurde unter Abt Gero abgebrochen und neu errichtet. In der Krypta sind die Liudgeriden Hildegrim, Gerfried, Thiatgrim und Altfried bestattet. Der Neubau wurde von Erzbischof Anno II. 1059 geweiht. Bei der Krypta handelt es sich um eine freistehende dreischiffige neunjochige Gewölbehalle mit romanischem Kreuzgewölbe. Bemerkenswert sind die reich ornamentierten Kapitelle. Die Krypta stürzte kurz nach dem Bauabschlusss ein und wurde danach erneuert. Weitere Restaurierungen folgten im 18. und 19. Jahrhundert. Die Krypta wurde 1984 und 2016 erneut umgestaltet.
Nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche gänzlich Pfarrkirche. Ihr Hauptpastor, Pastor Primarius cum juristictione quasi episcopali, wurde der ehemalige Kanzleipräsident der Abtei Werden Theodor van Gülpen. Die Kirche ist ein Patronatsbau des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Baulastverpflichtungen des Landes liegen bei hundert Prozent. Im Jahr 1960 wurde St. Ludgerus Propsteikirche. Papst Johannes Paul II. erhob sie 1993 zur Basilica minor.
Spätromanischer Bau
Wohl schon um 1230, und nicht erst nach dem Brand von 1256, wurde die frühromanische Kirche grundlegend als dreischiffige Emporenbasilika mit einem östlichen Querschiff und einem polygonalen Chor mit sechsteiligem Kreuzrippengewölbe im spätromanischen Stil umgestaltet. Eines der maßgebenden Vorbilder war St. Quirin in Neuss. Im Jahr 1256 zerstörte ein Brand die Klosteranlage und beschädigte auch die vermutlich bereits fertiggestellte, aber noch nicht geweihte Abteikirche. Diese wurde daraufhin mit gotischen Kreuzrippengewölben und einem Maßwerkfenster im Westen wiederhergestellt und 1275 von Albertus Magnus geweiht. Günter Bandmann hatte diese Jahreszahlen noch auf den spätromanischen Kirchenbau bezogen, der damit, 8 Jahre nach dem Baubeginn des hochgotischen Kölner Doms, geradezu zum Ausdruck einer Verweigerungshaltung gegenüber dem neuen gotischen Baustil geworden wäre.
Prägend ist der große Vierungsturm, der sich auch bei anderen rheinischen Kirchenbauten der Romanik findet. Dieser als achtseitige Laterne ausgeführte Turm stand am Übergang zur Gotik und prägt nach außen zusammen mit der turmartigen Marienkirche den äußeren Gesamteindruck.
Die Breite des Langhauses entsprach dem Vorgängerbau. Die Seitenschiffe wurden etwas verbreitert. Der Innenraum mit Kreuzrippengewölbe wurde von zwei auf vier Joche vergrößert. In das Mittelschiff einbezogen, wurde das Mittelschiff der Peterskirche. Insgesamt wies das Mittelschiff der beiden vereinigten Kirchen nunmehr sieben Joche auf. Die Seitenschiffe des Mittelschiffs und des Chores im Bereich der früheren Abteikirche sind zweigeschossig. Im Emporen Geschoss existieren Blendarkaden mit Spitzbögen. Im Mittelschiff existieren als Obergadenbeleuchtung Rosettenfenster.
Spätere Veränderungen
In den folgenden Jahrhunderten änderte sich nichts Wesentliches am Bau und den Klosterbauten insgesamt. Ein Winkelraum im südlichen Querflügel aus dem 15. Jahrhundert sollte eine direkte Verbindung zwischen dem Altarraum der Kirche und der Abtei ermöglichen.
Erst als die Abtei im 18. Jahrhundert wieder wohlhabend wurde, kam es zu nennenswerten baulichen Veränderungen. Aus dieser Zeit stammt das repräsentative Abteigebäude. Die Abteikirche wurde im Inneren durch einen neuen Hochaltar, Chorgestühl und Seitenaltäre barock ausgestattet. Die Türme der Kirche erhielten barocke Hauben. Die bislang kleinen Emporen Fenster wurden vergrößert. Im Westwerk wurde der Fußboden erhöht. An der Ostseite wurde eine halbrunde Apsis angebaut. Das Paradies wurde bis auf ein Joch abgebrochen.
In den 1840er/50er Jahren kam es aus statischen Gründen zu Sicherungsmaßnahmen. Eingreifende Restaurierungen bzw. Umgestaltungen erfolgten in der Zeit zwischen 1884 und 1898. Die Fenster des Westwerkes wurden nach Vorbild des Langhauses umgestaltet und die unteren Fenster des Westwerkes zugemauert. Der Turm der ehemaligen Peterskirche wurde um ein Geschoss erhöht, um dort Glocken unterbringen zu können. An die Stelle der barocken Haube trat ein Faltdach. Die Seitenschiffe der Peterskirche wurden mit denen der Abteikirche auf eine Höhe gebracht. Die westlichen Portale wurden erneuert. Die nördlichen Portale wurden neoromanisch erneuert. Auch der Vierungsturm verlor sein barockes Dach.
Zum Loggen
Die Basilika hat einige Dinge zu bieten, die nicht unbedingt in Geschichtsbüchern zu finden sind. Unter anderem hat ein Dachdecker einem Schaf sein Leben zu verdanken und zum Dank hat er dieses an der Basilika verewigt.
Ein weiteres ist ein in Steinen verewigtes "Männlein", was wohl einen Bauarbeiter starstellen soll. Dieser wollte wohl bis in alle Ewigkeit die Menschen betrachten, die in die diese Kirche besuchen werden.
Eure Aufgabe ist es, an einem der Eingänge die Maus zu finden, die ein humorvoller Künstler dort eingearbeitet hat. Die Maus ist wohl auf der Suche nach Mohnkapseln. Wenn ihr sie gefunden habt, macht ein Foto von ihr mit Euch oder Euren GPS Geräten (ohne das die Koords zu sehen sind).
Ihr braucht nicht auf eine Antwort warten und könnt natürlich sofort loggen. Wenn was sein sollte, melde ich mich schon.
Ich würde mich auch über viele andere schöne Fotos von Euch mit dieser wunderschönen Basilika freuen.
Quelle: Wikipedia
Vielen Dank an das Geocaching HQ für den Cache!
Please leave the following text at the bottom of the page, so cache finders understand the Virtual Reward project.
Virtual Reward - 2017/2018
This Virtual Cache is part of a limited release of Virtuals created between August 24, 2017 and August 24, 2018. Only 4,000 cache owners were given the opportunity to hide a Virtual Cache. Learn more about Virtual Rewards on the Geocaching Blog.