Konglomerat "Aubergfelsen"

An der westlichen Flanke des Spielberges, die Auberg genannt wird, befindet sich die Konglomerat-Schotterbank „Aubergfelsen“. Diese ist per Bescheid des Bunderlandes Niederösterreich seit 1979 unter Naturschutz gestellt.
Daher gleich zu Beginn dieses Listings eine eindringliche Bitte an alle Besucher: Bitte verhaltet Euch entsprechend und bewahrt dieses Natur-Juwel aus lang vergangener Zeit. Das bedeutet, dass die Felsen weder beklettert werden dürfen, noch darf in irgendeiner Form etwas abgesprengt, herausgelöst, zerstört oder verschmutzt werden. Nehmt keine Gesteine mit und verlasst den Ort bitte so, wie Ihr ihn vorgefunden habt. Ein entsprechendes Hinweisschild befindet sich auch auf dem westlichen Ausläufer des Konklomerats.
Gebildet wurde diese Konglomerat-Schotterbank im Neogen (früherer Name: Oberes Tertiär oder Jungtertiär) durch die damals hier fließende Urdonau. Die Urdonau verlief streckenweise nördlicher als heute, sprich über das Wellheimer Trockental ins heutige Altmühltal (Deutschland). Zwischen Neustadtl und Spitz in der Linie des Yspertals und ab Krems durch das Weinviertel. Bereits bei Mistelbach mündete sie in ein brackiges Flachmeer.
Was ist ein Konglomerat?
Konglomerat zählt zu den Sedimentgesteinen und es bildet sich durch Ablagerung von Gesteinsstücken oder Geröll, welches durch Flüsse über längere Strecken transportiert und dabei zerkleinert wird. Durch den Transport werden die Kanten der Steine abgerundet. Man spricht hier auch von fluvialer Ablagerung. Konglomerat kommt an vielen Orten der Welt vor, daher gibt es auch die unterschiedlichsten Farben und Körnungsgrößen. Bei einem Korndurchmesser kleiner als 2 Millimeter spricht man von Sandstein. Ein Konglomerat kann alle Gesteine umfassen, die im Einzugsgebiet des jeweiligen Flusses oder Stromes vorkommen. Sedimentgestein, welches aus Material unterschiedlicher Ausgangsgesteine besteht, nennt man polymikt und Sedimentgestein, welches aus dem Material nur eines Ausgangsgesteines besteht, nennt man monomikt.
Konglomerat erinnert sehr oft auch an groben Beton bzw. hat ein ähnliches Aussehen wie Waschbetonplatten. Jedoch ist Konglomerat in der hier ersichtlichen Ausprägung ein echtes Produkt der Natur, das sich im Laufe der Zeit durch Diagenese zu kompakten Gestein verfestigt hat. Diagenese ist der Prozess der chemischen, physikalischen oder biologischen Umwandlung organischer oder mineralischer Stoffe bis zum Eintreten von druck- und temperaturbedingten Veränderungen oder einfacher ausgedrückt die Umwandlung von lockeren Sedimenten zu festem Gestein durch mehr oder weniger lange Einwirkung von Druck und Temperatur.
Folgende zwei Vorgänge umfasst eine Diagenese:
- Kompaktion, sprich die Verfestigung und Volumens-Verkleinerung von Sedimenten durch den Druck darüber liegender ("hangender") Gesteinsschichten
- Zementation, sprich Verfestigung durch die Zufuhr mineralischer Zemente (meist Quarz oder Calcit). Diese Zemente werden dabei meist in Wasser gelöst in die Porenräume des Lockersediments transportiert und fällen dort aus. Die Porosität des Ausgangsmaterials wird dadurch verringert, während gleichzeitig die Körner des Sediments miteinander verkittet werden.
Die Diagenese wird in zwei Formen unterschieden:
- Frühdiagenese, welche gleich oder unmittelbar nach der Ablagerung der Sedimente beginnt und nur den Schritt der Zementation durchlebt
- Spätdiagenese, welche zu einem beliebigen Zeitpunkt danach eintreten kann und sowohl die Kompaktion als auch die Zementation durchlebt
Konglomerate werden ebenfalls unterschieden:
- Orthokonglomerat: Ist ein Konglomerat welches in Linsen oder Schichten auftritt. Es enthält mindestens 50% Kies welcher durch ein kalk- und sandhaltiges Bindemittel verkittet wird. „Ortho“ besagt das die Gerölle dicht beieinander liegen.
- Parakonglomerat: Ist nicht geschichtet und enthält ebenfalls mindestens 50% Kies und Geröll wird aber durch ein Schluff-/Kalk-Bindemittel verkittet. „Para“ gibt an, dass die Gerölle getrennt im Bindemittel liegen.
Kleiner Tour-Tipp: Idealerweise startest Du bei N48°29.660 E015°51.853 (siehe auch Waypoints), da man hier noch am gemütlichsten zum Ziel kommt. Steil ist es trotzdem und die Höhenmeter zum Gipfel müssen bewältigt werden, aber dafür wird man mit einem grandiosen Ausblick und einem wunderschönen Konglomerat belohnt. Alle anderen Anstiege sind wesentlich steiler und anstrengender.
Begib Dich nun zum Header, welcher sich am Fuße der großen Konglomerat-Wand unter dem darauf wachsenden Nadelbaum befindet (siehe auch die nachfolgenden Fotos). D.h. seitlich hinunter und einmal links um die Ecke des Konglomeratwand gehen. Dann solltest Du in einer Art Nische stehen und über Dir kannst Du die Ausläufer des Nadelbaums erkennen.


Um diesen Earthcache als Fund loggen zu dürfen, müssen die nachfolgenden Fragen beantwortet werden.
- Beschreibe in Deinen Worten, wie sich diese Konglomerat-Schotterbank hier präsentiert - die Farbe der Steine und der Verkittung und deren Struktur, die Größe der eingeschlossenen Steine, ersichtliche Formen an der Konglomerat-Wand, etc.
- Wie hoch (in Meter) schätzt Du diese Konglomerat-Schotterbank an dieser Stelle?
Gesucht wird hier der Höhenunterschied zwischen dem Fuß der Konglomerat-Wand und dem darüber befindlichem Plateau, wo der Nadelbaum wächst. Du musst kein Maßband mitnehmen, mir reicht ein einigermaßen genau Schätzung.
- Handelt es sich vom Aussehen her um Para- oder Orthokonglomerat?
Begründe bitte Deine Antwort.
- Ist diese Konglomerat-Schotterbank Deiner Meinung nach „polymikt“ oder „monomikt“?
Begründe bitte Deine Antwort.
Optional kannst Du gerne ein Foto von Dir bzw. Deinem GPS an Deinen Logeintrag hängen. Bitte poste aber keine Detailbilder des Konglomerats, welche eine Beantwortung der Fragen ohne Besuch ermöglicht. Ein Foto ist aber definitiv keine Logbedingung.
Sende mir Deine Antworten bitte über das Nachrichtencenter. Idealerweise verwendest Du dazu die Funktion "Nachricht an den Owner", welche direkt unter dem Titel des Listings verfügbar ist. Danach kannst Du sofort loggen und benötigst keine gesonderte Logerlaubnis von mir. Wenn etwas falsch sein sollte, melde ich mich so schnell wie möglich bei Dir.
Happy Caching wünscht didi2232
Quellen
https://www.mineralienatlas.de
https://www.wikipedia.at
http://www.zobodat.at/pdf/JbGeolReichsanst_143_0457-0503.pdf
