Noch (!) gibt es zahlreiche Kleingartenanlagen (KGA in Berlin. Zu den flächenmäßig größten gehören die Ruhwald-Kolonien. Das sind mehrere Kolonien in Charlottenburg zwischen Spree und Spandauer Damm, westlich des Fürstenbrunner Weges.
Für manche sind Kleingartenanlagen ein Paradebeispiel für Spießigkeit und Vereinsmeierei, für andere vielfältige grüne Sozial-Biotope, in denen es viel zu entdecken gibt.
Auch wenn es nicht jedem bekannt ist, die allermeisten KGA sind öffentlich zugänglich. Oft laden sie sogar ganz offiziell zu einem Besuch ein. Schilder an den Hauptzugängen mit Aufforderungen wie „Kommt und wandert durch die Kolonie xy“ machen darauf aufmerksam. Auch an den Ruhwald-Kolonien hängen zahlreiche Übersichtspläne mit der Überschrift „Wanderkarte durch die Ruhwald-Kolonien“. Nun, der Begriff „wandern“ ist trotz der teils beträchtlichen Ausdehnung der Kolonien sicher etwas übertrieben, schöne Spaziergänge kann man aber auf alle Fälle machen.
Dieser Multi soll euch animieren, mal einige dieser Kolonien zu besuchen und einen Eindruck über die verschiedenen Gärten, Ausblicke, Wege, Festplätze usw. zu erhalten. Ich selbst bin immer wieder erstaunt, was für eine eigene Welt diese Kolonien darstellen, an denen man meist achtlos vorbeifährt.
Konkret geht es hier um die Kolonien westlich und z. T. auch nördlich des Ruhwaldparks. Ihr durchstreift dabei u. a. die Kolonien Spandauer Berg, Spandauer Bock, Freiland, Fürstenbrunn, Eichtal und Spreeblick. Mancherorts werdet ihr überrascht sein, was für schöne „Berg- und Talblicke“ geboten werden.

Wer nicht gern spazieren geht, reiner Punktesammler ist, Kleingärten prinzipiell öde findet und/oder nicht mehr als 10 Minuten für einen Cache aufbringen will, möge diesen Multi bitte auf die Ignorierliste setzen. Alle anderen sind herzlich eingeladen, diesen Cache zu machen.
Wenn ihr den Multi macht, verhaltet euch bitte unauffällig und rücksichtsvoll – speziell, wenn ihr im Team unterwegs seid. Manch ein Kleingärtner reagiert misstrauisch, wenn man sich dort längere Zeit umschaut, immer wieder die gleichen Wege abläuft, auch mal in Sackgassen geht usw. Ich selbst wurde bei der Vorbereitung des Caches mehrfach angesprochen. Mit etwas Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit waren es am Ende immer nette Gespräche, ohne dass ich den wahren Grund meiner Anwesenheit kundgetan habe.
Bitte beachten: Es ist nicht auszuschließen, dass die eine oder andere Station zu bestimmten Zeiten nicht auf dem direkten, kürzesten oder im Listing beschriebenen Weg erreichbar ist. Dann müsst ihr notfalls einen Umweg machen und einen anderen Zugang suchen. Es gibt zu jeder Station immer irgendwo mind. einen legalen und freien Zugang.
Trotzdem solltet ihr natürlich von einer Suche nachts bzw. bei Dunkelheit absehen.
Und noch ein kleines Hinweis: Viele Stationen sind absolut eindeutig, bei einigen muss man evtl. etwas überlegen oder einfach ausprobieren. Das ist auch so gewollt, es soll ja nicht zu einfach sein. Meist bestätigt es sich ja an der nächsten Station (oder eben nicht), die immer deutlich unter 500 m entfernt ist. Ihr bleibt auch stets im o. g. Gebiet. Der Spandauer Damm und die Bahnlinien sind für euch Grenzen.
Los geht es am Spandauer Damm, an einem Eingang zur Kolonie Spandauer Berg.
Station 1 (Start)
Hier findest du ein Holzschild mit dem Namen und der „Hausnummer“ der Kolonie. Ein darauf angebrachtes weißes Schild zeigt ein Wort mit wie vielen Buchstaben? Die Anzahl ist A.
Die „Hausnummer“ ist B.
Gehe jetzt vom Holzschild B - 2A m in Richtung 2B - 7A + 8 Grad zur
Station 2
Unter einem Dach stehen zwei Bänke. Wie viele Reihen Kopfsteine befinden sich zwischen Bänken und Betonfläche? (Die grauen Verbundsteine zählen nicht!). Die Anzahl ist C.
Gehe den Weg, den du gekommen bist, konsequent weiter für 2C x 15 m. Du erreichst
Station 3
Du merkst sofort, dass hier etwas Besonderes zu sehen ist, was es in anderen Teilen der Kolonien so nicht gibt. Die Anzahl aller weißen „Besonderheiten“ Richtung Osten bis zum nächsten Querweg ist D.
Station 4
Diese befindet sich bei N 52° 31.xxx E 013° 15.yyy
xxx = A x D x (D-A) + C + 1
yyy = D x 2C – A – C
Suche die feiernden Mönche. Wir viele Gefäße siehst du (ganz oder teilweise)? Genau hinschauen! Die Anzahl minus 1 ist E.
Hinweis: E ist ungerade!
Zur nächsten Station gelangst du, wenn du B x C / E + A – 5 m in Richtung D2 – E2 – A + C Grad gehst (Nachkommastellen ggfs. ignorieren).
Station 5
Hier ist der Name der Kolonie Programm. Löse konsequent die Rechenaufgabe, die du hier (im Sommer hinter Blattwerk) findest. Die ersten drei Nachkommaziffern des Ergebnisses sind F.
Falls du sie vegetationsbedingt nicht findest, hast du ca. 45 m weiter westlich eine weitere Chance.
Station 6
Auch hierfür sind mal wieder die Koordinaten zu berechnen (genau aufpassen!):
N 52° 31.xxx E 013° ed.cba
xxx = F – B + D – C + 1
abcde = F x C x D / 2 + E x F – F – 113
(Hinweis: Quersumme abcde muss 19 ergeben!)
Der "gemalte" Buchstabe rechts hinter Sackgasse (auch wenn er etwas komisch aussieht). Sein Wert ist G.
Verlasse nun die Kolonie in südliche Richtung (ca. 7,3 x G m) zur
Station 7
Unter dem großen „Dach“ findest du rechts ein Schild mit großen Buchstaben und einem kleinen Bild. EDIT Mai 2021: Leider haben hier die „Graffiti“-Schmierer zugeschlagen, daher kannst du darauf die Blätter vom namensgebenden Baum nicht mehr sehen und zählen. Aber über dem beschmierten Schild kannst du noch eine dreistellige Zahl erkennen. Addiere die ersten beiden Ziffern, die Summe ist = H
Nun gehst du (G + 4) x H m in Richtung G x H – 2 x H – 1 Grad zur
Station 8
Jetzt wird es zur Abwechslung mal musikalisch, da es sich hier anbietet. Denke an den Gassenhauer von Paul Lincke (ob er jemals einen Garten hatte, weiß ich nicht) und ersetze „Luft“.
Der BWW des „Ersatzes“ ist I.
Aktueller Hinweis 03/2024: Trotz einer Veränderung an dieser Station lässt sich die Aufgabe weiterhin lösen, wenn man die Rückseite beachtet.
Station 9
Die Koordinaten dieser Station sind:
52° 31.xxx 013° 15.yyy
xxx = I x H / 2 – 3D + C
yyy = I + H +1
Kein Panoramablick, aber du stehst an erhabener Stelle. Da, wo es so schön bunt gemacht ist, schaust du genau. With Love from ???
Der BWW der Hauptstadt von ??? ist J.
Station 10
Auch die Koordinaten dieser vorletzten Station 10 müssen berechnet werden. Dabei ist noch einmal etwas Konzentration und Aufmerksamkeit gefragt:
N 52° 31.bad E 013° 15.adc
Addiere zunächst alle Werte A bis J auf. Du erhältst X. (Check: Quersumme von X ist 9)
abcd = 2X – 3G - 3
Hier brauchst du ein doppeltes Schlüsselerlebnis, d. h. du suchst zwei Schlüssel im Abstand von ca. 15 m. Ein Schlüssel ist ziemlich luftig positioniert, der andere befindet sich sozusagen "indoor".
Der luftige Schlüssel wird von einem Tier „bewacht“. Nimm den BW des letzten Buchstabens des Tieres und addiere ihn zu den BW des zweiten und dritten Buchstabens der dazugehörenden Farbe des anderen Schlüssels. Alles klar? :-)
Die Summe der drei Werte ist K.
Peile nun in Richtung K + I – J + G + 1 Grad. Die letzte Station 11 befindet sich in K + J + I – B + C m Entfernung (Luftlinie). Nimm die Treppe oder den kleinen Umweg.
Station 11
Zum Schluss wird es wieder ganz einfach. Deshalb brauchst du hier auch nur ein einfaches Schlüsselerlebnis. Suche den zu einem (provisorisch gesicherten) Schlüssel gehörenden umrahmten Buchstaben. Sein Wert ist L.
Finale
Nun muss „nur noch“ der Finalort ermittelt werden. Wer schon andere Multis von mir gemacht hat, kennt ja meine Vorliebe für unorthodoxe Methoden.
- Verbinde die nördlichste Station und die Station mit dem kleinsten Wert mit einer Linie.
- Verbinde die zweitöstlichste Station und die westlichste Station mit einer Linie.
- Verbinde die Station mit dem sechsthöchsten Wert und die Station mit dem vierthöchsten Wert mit einer Linie.
Die Linien bilden ein Dreieck. Der Cache befindet sich innerhalb des Dreiecks. Die exakte Position liegt
- K + D + C m von der nördlichen Spitze des Dreiecks entfernt,
- I – A – L + 1 m von der westlichen Spitze des Dreiecks entfernt und
- L x H + H m von der südöstlichen Spitze des Dreiecks entfernt.
Das sollte genau genug sein. Einen schönen Blick habt ihr dort auch.
Viel Erfolg und genießt auch etwas den Weg und die Aussicht! Und achtet auf Gartenmuggel!!!