Wenn man von Höfer aus nach Scharnhorst bzw. zur Müllentsorgung fährt, dann aber nach Ortsende noch vor der Kurve rechts in den Feldweg einbiegt, kommt man nach 300 Metern zu einer Wegkreuzung und direkt dahinter befindet sich links ein kleines Wäldchen. So würde man denken und wahrscheinlich achtlos vorbei fahren, doch diese Stelle verbirgt eine geologische Besonderheit.
Begibt man sich zwischen die ersten Bäume auf das Gelände, steht man plötzlich vor einer großen Senke im Boden. Diese Senke könnte mehrere Ursachen haben, natürlich, geologisch oder von Menschenhand entstanden. Es gibt hier in der Gegend sicherlich diverse Krater durch Bomben der Weltkriege. So eine Kuhle könnte auch durch Meteoriten oder Ausblasung entstanden sein. Ebenfalls gibt es im Rahmen der Eiszeiten und Endmoränen auch Toteislöcher in der südlichen Heide zu finden. Dieses ist aber eine Kuhle, die durch die Auswaschung von Erdschichten im Untergrund entstanden ist.
In erster Linie heißen Löcher und Senken, die auf natürlich geologischer Weise entstehen Dolinen. Es gibt jedoch diverse Arten von Dolinen, die nach ihrer Entstehung und Form unterschieden werden. Eines ist dabei jedoch immer gleich. Gesteinsmaterial wird durch Lösungs- oder Kohlensäureverwitterung, durch Ausfällung oder Auswaschung abgebaut, so dass ein Hohlraum oder gar ein Höhlensystem entsteht. Der Vorgang des Herauslösens vor allem durch Wasser nennt man Korrosion, das Gestein, welches für den Vorgang notwendig ist, Karstgestein. Hierbei handelt es sich meistens um Steinsalz oder Gips (Evaprite) oder Kalkstein und Dolomit (Karbonate).
Hat die Zeit dazu geführt, dass ein leerer Raum entstanden ist, kann es passieren, dass das Gebilde mangels Statik zusammen fällt und entweder ein Loch evtl. sogar einen oberflächigen Höhleneingang, eine Schüssel, eine Mulde oder ein Trichter entsteht.
Die Lösungsdoline entsteht durch Auflösung von Gestein an der Oberfläche. Oft ist dies von einer Wasseroberfläche z.B. einem Teich oder See begünstigt, welches den Boden auswäscht und so zu einer Doline führt.
Die Schwemmlanddoline entsteht, wie der Name schon verrät, durch ausschwämmen des Materials. Dabei wird hier meist von außen und von der Seite her eingewirkt und Material abgetragen und es enstehen zuvor Kavernen. Diese Art von Dolinen entstehen daher oft in Küstennähe.
Die dritte Art ist die Sackungs- oder Einsturzdoline. Hier wird das verkarstungsfähige Gestein unterirdisch gelöst, der Hohlraum bricht dann zusammen und die oberen Schichten rutschen hinterher. Je nach Tiefe und Größe des ehemaligen Hohlraums, kann das Gebilde trichter- oder schüsselförmig sein. Diese Vorgänge nennt man dann auch Erdfälle. Eine neuere internationale Bezeichnung dafür ist auch Cenote.

Wie kam es nun hier zu dieser Erscheinung?
Im Boden von Höfer und im weiten Umland gibt es viele Salzstöcke, die einst vor 240 Millionen Jahren durch Salzwasserseen entstanden. Während dieser Erdzeit, dem Perm, lag hier das Zechsteinmeer und es lagerten sich große Salzschichten am Meeresboden ab, die später von dicken anderen Erdschichten überdeckt wurden. Durch Druck wurde das Salz an bestimmten Stellen zusammen und teilweise auch nach oben gepresst. Es entstanden Salzstöcke. Oberflächen- und Grundwasser lösten das Salzwasser über die Zeiten wieder heraus und fortgetragen. Das ist so, als wenn man einen Salzklumpen in Wasser auflöst und es dann zusammen weg schüttet. Dadurch entstanden auch hier Hohlräume. Irgendwann konnte das Gewicht der oberen Schichten nicht mehr gehalten werden und die Decke stürzte ein. Es brach alles zusammen und die Zwerchkuhle (heute Zwergenkuhle) war entstsanden. Wer mehr über Salz und Salzstöcke erfahren möchte, kann auch gern meine Earthcaches GC2J3PT und GC6G2RX lesen oder gar besuchen.
Es gab früher auch noch die Kriegerkuhle bei Höfer, die aber zugeschüttet wurde. Diese beiden Kuhlen waren vor gut 100 Jahren dafür verantwortlich, dass hier nach Salz gebohrt wurde und der Schacht Mariaglück entstand. Da es bekannt war, dass der Boden nicht Kalkhaltig ist, konnten die Dolinen nur vom Salz herrühren. So war es dann auch und der Abbau wurde 1922 begonnen. Die Mine wurde 2006 stillgelegt, dient aber leider immer noch der Einlagerung von leicht radioaktivem Abfall. Die Teufe war 700 bis 900 Meter und es wurden hier bis zu 240.000 Tonnen im Jahr gefördert.
Zum Schluss ist noch wichtig zu erwähnen, dass sogenannte Tagbrüche oder Pingen zwar auch wie Dolinen aussehen können, aber keine klassischen geologischen Phänomene sind. Sie entstehen nahezu genauso, sind aber meist Resultate des Bergbaus und damit von Menschenhand geschaffen oder begünstigt.
Begebe dich nun in die Senke, schaue sie dir an und beantworte mir folgende Fragen. Der Earthcache darf dann sogleich geloggt werden. Ich melde mich, wenn ich noch Fragen oder Ergänzungen habe. Ein Foto mit dem gelben Schild „Zwergenkuhle“ ist optional, wäre aber schön.

Frage 1: Um was für eine Art Doline handelt es sich hier? Lösungs-, Schwemmlanddoline oder ein Erdfall?
Frage 2: Ist die Zwergenkuhle eine Trichter- oder Schüsseldoline?
Frage 3: Erkläre warum es sich bei der vorherigen Frage um diese und nicht die andere Form handelt und wie hätten es anders sein müssen, um zur anderen Form zu gehören?
Ich hoffe, der Earthcache war neu und lehrreich oder hat zumindest Spaß gemacht.
Guywan
Anhang:
Wer mehr über den Salzabbau in Höfer erfahren möchte besucht den Waypoint "Schacht Mariaglück".
Dieser Erdfall wird unter den deutschen Natur- und Geodenkmälern unter Nr. ND CE 00017 geführt.
Zur Erstellung dieses Listungs wurde als Unterstützung auch Informationen aus dem Internet von Wikipedia und das Lexikon der Geologie heran gezogen.