Update mit Koordinatenverschiebung 02/2023 !!! Das einstige Versteck im Toten Gleis musste aufgegeben werden, da das Gleis reaktiviert und somit wieder zum Leben erweckt wurde. Gut für die Bahn - schlecht für unser Hobby. Die Dose liegt nun nicht mehr an einer so schönen Location, aber dafür ist cachen hier wieder sicher.
Die Jahre 1933-45 stehen als unrühmliche Epoche der deutschen Geschichte für Unrecht, Krieg und Verfolgung. Und trotzdem üben die Bauwerke und Verkehrsplanungen jener Zeit noch immer eine gewisse Faszination auf viele aus.
Im Zuge der Planungen zur Reichshauptstadt Germania sollte auch das Schienennetz im Güter- und Personenverkehr grundlegend erneuert werden. Vom zwei gigantischen Personenbahnhöfen im Norden und im Süden, dem 4-gleisigen Ausbau der S-Bahn, den Güteraußenringen mit entsprechenden Rangier- und Verschiebebahnhöfen, bis hin zu Breitspurtrassen waren die Planungen weitestgehend fertiggestellt und mit der Realisierung begonnen worden.
Eisenbahnkonzept Berlin mit Nord- und Südbahnhof>
Südbahnhof im Modell (zur Einordnung: am rechten Bildrand beginnt das Tempelhofer Feld)
Die Region um den heutigen Bahnhof Teltow war für einen Güterverschiebebahnhof vorgesehen, welcher sich vom heutigen Bahnhof Lichterfelde Süd bis hinter Großbeeren erstreckt hätte. In der maximalen Ausdehnung war eine Breite der nebeneinanderliegenden Gleise von 500 m vorgesehen. Parallel sollte die S-Bahn bis Trebbin verlängert werden.
Planungen Güterbahnhof Teltow
Eine abgespeckte Variante des Güterbahnhofs wurde realisiert und die S-Bahn von Lichterfelde bis Teltow geführt. Die Gleise der S-Bahn führten in Dammlage mit einer Brücke über die Mahlower Straße, etwa in Lage des heutigen Fernbahndammes.
Mit dem Mauerbau 1961 wurden die Verbindungen nach Norden gekappt, die S-Bahn aus Berlin (West) endete in Lichterfelde Süd und die Regionalbahnen aus dem Süden in Teltow (DDR). Der Güterbahnhof wurde weiter für die Teltower Industrie genutzt.

Gleisplan aus den 80er Jahren (Der Nordpfeil zeigt auf dem Plan in die falsche Richtung)

Brückenwiderlager an der Mahlower Straße am Bahnhof Teltow - Mitte der 90er - vor und nach dem Abbruch der Oberbauten
Im Zuge der Planungen der Anhalter Bahn durch die DB in der Mitte der 90er Jahre wurde der alte Regionalbahnhof aufgelassen und auf dem Damm ein neuer Regionalbahnhof mit zwei Außenbahnsteigen errichtet. Die alte Gleisinfrastruktur ist weitestgehend in Jahren guter Stahlpreise zurückgebaut worden und an der Stelle des Stellwerks B1 befindet sich heute der P&R Parkplatz. Was bleibt ist das Haus der ehemaligen Bahnhofsgaststätte (heute „Haus des Handwerks“) und zwei neue, 140 m lange Bahnsteige, an denen je Richtung ein Zug pro Stunde hält.
Die Gleise entlang der Ladestraße bis zum Prellbock dienen heute als Abstell- und Logistikgleise der Firma Spitzke. d.h. zwar nur sehr, sehr wenig, aber trotzdem Verkehr. Die Bahnsteigkante, die Lampenmaste und die Streusandbox (siehe Bild von 2004) sind auch heute 2017 noch zu sehen.
alter Bahnsteig am 16.05.2004 - heute sichtbar vom P&R Parkplatz.
Zum Cache könnt ihr laufen oder fahren. Nach ausgiebigen Regenfällen empfiehlt sich festeres Schuhwerk.
Mit Muggelangriffen ist hier am Wochenende eher sporadisch in Form von Radfahrern und Hundewanderen zu rechnen. Innerhalb der Woche zu den Geschäftszeiten lässt sich LKW Verkehr aus dem nahen Mischwerk nicht vermeiden.

Quellen:
http://www.berliner-bahnen.de/fernbahnen/anhalt/teltow.html
http://www.biuub.de/gleisplaene/
http://www.bsisb.de/default_f.htm?/anh_drd_b_h/anh_h_09.htm
„Eisenbahn - Größenwahn in Berlin: Die Planungen von 1933 bis 1945 und deren Realisierung“ 2008 - Bernd Kuhlmann
„Eisenbahnen in Teltow - Ein Kapitel Berlin-Brandenburgischer Eisenbahngeschichte“ 2001- Uwe Pfohl
UPDATE 19.03.2018: Nach den Resonanzen in den Logs haben wir die D Wertung um ein halbes Pünktchen angehoben.