Die Brikettfabrik Erika
In der Fabrik Erika wurden bereits zwei Jahre nach Inbetriebnahme im Jahr 1919 über 20.000 Tonnen Braunkohlenbriketts produziert. Durch die vollzogenen technischen Verbesserungen konnten im Laufe der Zeit die Produktionszahlen kontinuierlich gesteigert werden.
Die Folgen des zweiten Weltkrieges wurden 1945/1946 auch in der Brikettfabrik spürbar. Am 22. Juli 1945 begann die Demontage der Anlagen im Rahmen der Reparationsleistungen. So blieb nach dem Abtransport der Maschinen in die Sowjetunion nur noch die leere Hülle des Werkes übrig. Im Tagebau Erika gab es noch einige funktionierende Anlagen und Geräte zur Braunkohlenförderung. Es begann die beschwerliche Phase des Wiederaufbaus. Arbeitsbrigaden des Laubuscher Werkes demontierten in Tröbitz, Kausche, Hirschfelde und Zeitz Altanlagen, um diese in Laubusch zu einer neuen Brikettfabrik zusammenzufügen.
Am 15. Dezember 1948 konnten wieder die ersten Briketts produziert werden. Zwei Pressen schafften eine Tagesproduktion von 100 Tonnen. Der Wiederaufbau der Fabriken I und II fiel in die Jahre 1949 bzw. 1950/51.
Mit der politischen Wende 1989 ergaben sich für die Brikettfabrik Laubusch tiefgreifende wirtschaftliche Veränderungen.
Trotz einiger Umbauten und Investitionen wurde auf Grund des steten Rückgangs des Brikett- und Trockenkohlenabsatzes die Stilllegung zum 31. März 1994 bestimmt. Es kam jedoch zum vorzeitigen Aus. Nach einem Brand Ende 1993 konnte die Fabrik nicht mehr angefahren werden. Die Schäden an den Anlagen und Gebäuden waren zu groß. Damit ging die letzte große Brikettfabrik mit zu diesem Zeitpunkt 640 Beschäftigten außer Betrieb.

