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Chemnitzer Industriegeschichte - J. E. Reinecker Traditional Cache

Hidden : 1/25/2018
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Mit diesem Cache wollen wir auf die ehemalige Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabrik "J. E. Reinecker Chemnitz - Gablenz" aufmerksam machen, an dessen Koordinaten ihr euch gerade befindet.

Auf der einen Seite seht ihr die Villa des Fabrikanten Julius Eduard Reinecker, auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Teil der ehemaligen Fabrikgebäude.

Zum Firmengründer Julius Eduard Reinecker

Geboren wurde der Firmengründer J. E. Reinecker am 27. Juli 1832 in Wieskau bei Halle. Als er 1846 auch den Vater verlor und somit Vollwaise war musste er die Lateinschule abbrechen und begann bei einem Zeugmeister in Schönebeck bei Magdeburg seine Lehre. Nach Abschluss der Lehre am 9. April 1850 begab er sich auf Wanderschaft. Innerhalb von 9 Jahren durchquerte er Norddeutschland, Österreich, Norditalien, Sachsen (Chemnitz), Bayern (München) und kam schließlich zurück nach Chemnitz.

Gründung und Geschichte der Reineckerwerke

Am 1. Oktober 1859 übernahm er unter dem Namen "J. E. Reinecker, sonst J. S. Apffel Zeugschmiede und Werkzeughandlung" in der Bretgasse 3 eine Werkstatt zum Handel und der Instandsetzung von Werkzeugen für das Kleinhandwerk und die Landwirtschaft. Dies befriedigte ihn nicht und so stellte er bald darauf eigene Werkzeuge her. Dies wiederrum machte 1864 einen Umzug in eine Werkstatt in der Zwickauer Straße 17 notwendig. 3 Jahre später zog er mit 3 Maschinen und 9 Gehilfen in die Obere Brückenstraße, wo ihm erstmals Dampfkraft zur Verfügung stand. Als diese Räumlichkeiten abermals zu klein wurden, erwarb er 1871 ein Grundstück an der Oststraße 21 (heute Augustusburger Straße 35). Dort zog er 1872 mit 25 Arbeitern und 14 Maschinen ein. In den 1880er Jahren begann er mit dem Bau von Werkzeugmaschinen und durch stetiges Wachstum erfolgten 1881, 1883 und 1889 weitere Anbauten. Nachdem auch dieses Grundstück keinen Platz mehr für Erweiterungen bot, erwarb er ein 52000m⊃2; großes Grundstück an der Bernhardstraße 66, an dem ihr euch jetzt befindet.
Dieses Gelände vergrößerte sich bis 1934 durch Zukäufe auf das 8-fache. Die Reinecker-Werke erstreckten sich auf einem Areal zwischen Bernhard- und Charlottenstraße und Kant- und Maschkestraße (Maschkestraße befand sich ca. auf der Hälfte zwischen Reinecker- und Kreherstraße).
Am 17. Juni 1891 bezog er mit 211 Maschinen und 226 Arbeitern die neu gebaute Fabrik. Weltruf erlangten die Reineckerwerke 1893 auf der Weltausstellung in Chicago, auf der er als einzige deutsche Firma des Werkzeugmaschinenbaus vertreten war.
Im Mai 1894 stellte sich bei J. E. Reinecker eine unheilbare Krankheit ein, an der er am 7. Oktober 1895 verstarb. Durch die Weiterführung des Unternehmens durch die 3 Söhne erreichte es 1908 Hochkonjunktur mit fast 2000 Arbeitern und 1220 Maschinen. Zu dieser Zeit betrug der Jahresumsatz ca. 6.000.000 Mark und 40% der Produkte wurden weltweit exportiert.
1911 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.
1934 umfasste das Unternehmen 70000m⊃2; Arbeits- und Lagerräume sowie 2000 Maschinen, 1600 Arbeiter und 250 Angestellte. Es wurden um die 200 verschiedene Modelle von Werkzeugmaschinen hergestellt: Fräsmaschinen, Schleifmaschinen, Zahnradbearbeitungsmaschinen, Drehbänke aller Art und Größe sowie Sondermaschinen für zum Beispiel den Lokomotiv- und Automobilbau. Außerdem erfolgte die Herstellung von Präzisionswerkzeugen und Messwerkzeugen.
Am Vorabend des 2. Weltkrieges war die Reinecker AG mit ca. 4000 Beschäftigten eine der größten Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabriken Europas. Zu den neuen Auftraggebern gehörten nun auch die Luftwaffe und das Heer, so wurden zum Beispiel Patronen für die MPi (Sturmgewehr) 44 gefertigt und Beutewaffen aufgebohrt. Während des 2. Weltkrieges wurden 512 Zwangsarbeiter beschäftigt.
Bei den schweren Luftangriffen auf Chemnitz Anfang März 1945 wurden auch die Reineckerwerke zu 90% zerstört.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verfielen die noch erhaltenen Maschinen und Anlagen der Totaldemontage und die Besatzungsmacht erteilte keine Wiederaufbaugenehmigung.
Am 19. August 1948 erfolgte die Löschung aus dem Handelsregister und die Schließung der Akte.
Nach Neugründung der "J. E. Reinecker Maschinenbau GmbH" 1949 in München gehört der Betrieb seit 1999 zur EMAG-Gruppe.
Heute befinden sich in den ehemaligen Fabrikgebäuden verschiedene kleinere Firmen.

"Der Name Reinecker ist mit der Entwicklung und der Geschichte des deutschen Werkzeug- und Werkzeugmaschinenbaus für alle Zeiten aufs engste verbunden." (Zitat aus dem Chemnitzer Tageblatt 1934 anlässlich "75 Jahre Julius Eduard Reinecker")

Zur Villa

Die ehemalige Villa von J. E. Reinecker wurde 1891 gebaut. 1906 erfolgte der Anbau eines saalartigen Nebengebäudes mit Freitreppe. Heute ist das Grundstück samt Villa im Besitz der GGG. Nachdem es als Verwaltung und Reparaturstützpunkt genutzt wurde stand es zwischenzeitlich zum Verkauf. Zur Zeit läuft eine Studie zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes.
Auf dem Eckgrundstück neben der Villa J. E. Reinecker stand die Villa seines Sohnes Julius Richard Reinecker. Diese wurde leider längst abgerissen.

Quellen

Chemnitzer Tageblatt 30. September 1934
Jubiläumsbuch "J. E. Reinecker Chemnitz 1859 - 1909"
Chemnitz in der NS-Zeit | Beiträge zur Stadtgeschichte 1933 - 1945
Chemnitzer Roland 14. Jahrgang Heft 3/07 Lfd. Nr. 41
Chemnitzer Roland 17. Jahrgang Heft 2/10 Lfd. Nr. 49

Zum Cache

! Bitte den Cache gut festhalten !
Das Betreten der Wiese ist nicht erforderlich.
Gebt Acht auf Muggel des gegenüberliegenden Bürogebäudes und des benachbarten Kindergartens!
Am Abend oder Wochenende ist hier wohl am wenigsten los.
Für den Erstfinder liegt im Cache ein kleiner Anhänger.

Update

27.01.2018 Aufgrund der Logeinträge wurde die T-Wertung von 1,5 auf 2,0 angehoben

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