Rummeln - Periglaziale Trockentäler im Fläming
Der Ausdruck „Rommel“ ist ein dem mittleren Fläminggebiet eigentümlicher. Man leitet ihn aus dem Niederdeutschen ab. Der Ausdruck rummeln, rommeln bedeutet lärmen, Getöse machen, sich mit Gepolter bewegen, poltern. Der Ausdruck „das Wasser rommelt“ ist übrigens heut noch in verschiedenen Flämingsgegenden gebräuchlich. Von der Tätigkeit aus mag nun wohl die Bedeutung des Wortes auf den Ursprungsort des Lärmens übergegangen sein, ein Vorgang übrigens, der sich bei einer ganzen Reihe von Wörtern nachweisen lässt.
Die Rummeln entstanden während der letzten Kaltzeit, der Weichselkaltzeit. Die Gletscher erreichten in dieser Periode nicht mehr den Fläming. Es herrschten damals jedoch im Fläming ähnlich Bedingungen wie heute im Norden Sibiriens. Der Boden war ganzjährig gefroren und zur Schneeschmelze konnte das Tauwasser nicht versickern. Es sammelte sich in den Senken zu reißenden Bächen, welche die heutigen Täler der Rummeln in den gefrorenen Boden spülten. Das ist jetzt mehr als zehntausend Jahre her. Heute sind die Rummeln eher sandig und trocken, und dennoch bei starkem Regen fließt hier manchmal wieder überraschend Wasser.
Die Rommeln stellen sich als tiefeingeschnittene Trockentäler dar. Ihre Entstehung wird auf die Schmelzwässer der Eiszeit zurück geführt, die aus großen Höhen in Eisspalten hinab stürzten und den Boden wegschwemmten. Der Fläming war die vorgeschobenste Fläche der norddeutschen Tiefebene, bis zu der das Inlandeis vordrang und die wahrscheinlich längere Zeit vom Eis bedeckt blieb, als ihre nähere und entferntere Umgebung. Das von Norden vordringende Eis fand in der Landmasse des Flämings ein starkes Hindernis, dies bewirkte zunächst eine Stauung und Zusammenschiebung der im Wege liegenden Schichten, womit wahrscheinlich die sonst befremdliche Erscheinung zusammenhängt, dass der Nordabhang des Fläming steiler ist als der Südabhang. In zweiter Linie aber ergab sich hieraus eine höhere Schichtung des Eises und daraus wieder eine längere Eisbedeckung während des nachfolgenden Abschmelzungsvorgangs.
Die Neuendorfer Rommel, die man am besten von Neuendorf aufwärts steigend besucht, zerfällt in drei scharf voneinander getrennte Abschnitte, eine nördliche flache Talmulde, einen mittleren Teil mit etwas steileren Rändern und endlich einen südlichen Teil, welcher den eigentlichen Charakter der Rommeln durch seine scharf eingeschnittenen Schluchten zum Ausdruck bringt. Die Wände der Rommeln sind mit dichtem Graswuchs, aus dem sich blühende Feldblumen und wilde Rosen heraus heben, und mit Heidekraut bedeckt, das zur Zeit der Blüte einen prächtigen Zusammenklang satter Farben gewährt.
Am östlichen Gehänge des mittleren Teiles befinden sich die die Schollensteine, als Besonderheit dieser Rummel. Diese Geschiebeblöcke bestehen aus einer durch kalkhaltige Sickerwasser befestigten Grandschicht, ähnlich dem Nagelfluh genannten Mischgestein der Gebirge, und sind eine der allerjüngsten Felsbildungen. Eine ähnliche Gesteinsbildung, wenn auch in kleinerem Maßstabe und von mehr sandiger Beschaffenheit findet sich noch in der Brautrommel bei Grubo. Durch diese Rommeln stürzen, wenn nach einem schneereichen Winter plötzliches Tauwetter eintritt, im Frühjahr die Schmelzwässer des Flämings zu Tale hernieder, alles überschwemmend und mit sich fortreißend. Beträgt doch der Höhenunterschied zwischen dem oberen zur Garreyer Rommel entwässernden Gebiet und dem nur wenige Kilometer entfernten Niemegk nicht weniger wie 100 m. Der Ruf „Das Flämingwasser kommt!“ gestaltete sich deshalb für die im Tale liegenden Ortschaften oft zu einem wahren Schreckensruf, denn gegen die mit ungeheurer Wucht einherbrausenden Wassermassen, in der Hölzer und Hausrat, Heu und Strohbündel, Eisschollen und alles was auf den Feldern mitgerissen werden konnte, einherschossen, vermochte Menschenwerk nicht viel auszurichten. Doch schon nach einem Tage hatte sich die gelbe Flut verzogen, auf ihrem Wege eine dicke Schicht weißen Flusssandes zurücklassend. Heute sind die Rummeln eher sandig und trocken, und dennoch bei starkem Regen fließt hier manchmal wieder überraschend Wasser. Ein Anwohner berichtete, daß vor wenigen Jahren bei einem Gewitter ein Maissilo aus einer Rummel fortgeschwämmt wurde, die zuvor hundert Jahre kein Wasser mehr geführt hatte.
Früher eine häufige Erscheinung ist das Flämingswasser zum letzten Male in größerer Menge im Jahre 1887 aufgetreten und richtete an Brücken, Wegen und Äckern erheblichen Schaden an. Seitdem hat es sich nur im Jahre 1909 noch einmal gezeigt, jedoch nur in geringem Umfang und ohne wesentlichen Schaden zu verursachen.
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1.)Wie würdest Du auf Deiner Wanderung durch die Neuendorfer Rummel die Geländeform des Tales einschätzen?
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Quelle: Heimatverein Treuenbrietzen e.V.