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Dr Tüfel vo Underändige Mystery Cache

Hidden : 2/13/2018
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


Lindegiger-Sage

Auf dem Ruckfelde hinter dem sagenberühmten Burgstall von Tegerfelden steht an der Wegkreuzung eine einsame, alte Linde. Zu später Stunde geht man nicht gerne dort vorbei. Dann hockt der «Lindegiger» oben im Baum (137.02°) und macht seine gespenstische Musik.

In den umliegenden Ortschaften hört man von ihm heute noch viel erzählen. Er war in Unterendingen daheim und musste als ältester Bub armer Eltern für seine Schar Geschwister schon früh das Brot zusammenbetteln. Später las er den Mist von den Strassen auf und verhandelte ihn karrenweise. Dann gab ihm ein Krämer Zündhölzchen zum Verkauf, und während er damit in der Gegend hausierte, stahl er zugleich den Juden von Oberendingen das Gemüse vom Feld und verquantete es auf dem Badener Wochenmarkt.

Als er älter war, trieb er Handel mit Nägeln und kam schliesslich zu einem alten Tanzgeiger im Siggenthal. Bei diesem lernte er spielen dafür, dass er im Endinger Wald so viel Holz frevelte, wie der Meister den Winter über brauchte. Bald war der Bursche der beste Geiger weit und breit, der auf allen Hochzeiten aufspielen musste.

Wenn zur Zeit der Zurzacher Messe die Kaufleute über das Ruckfeld zogen und ihre schweren Säcke unter der Linde ein wenig abstellten, war er flink bei der Hand, strich die Fiedel hinter seinem eigenen Rücken oder indem er dabei auf dem Kopf stand und machte um ein paar Schillinge die unglaublichsten Kunststücke.

Mit dem Nagelsack auf der Schulter und der Geige unter dem Arm wanderte er von Weiler zu Weiler, betrieb das eine Geschäft, wenn das andere nicht ging, und hielt seine Batzen so gut zusammen, dass er in Endingen ein Heimwesen und gar nicht lange danach sogar das Wirtshaus «zu den drei Sternen» kaufen konnte.

Aber jetzt schrieb er mit doppelter Kreide und stellte gewässerten Wein auf, während er manch schlauen Handel abschloss. Gegen seine Dienstboten war er hart und gönnte ihnen keine ruhige Minute. Frühmorgens um drei Uhr lehnte er schon aus dem Fenster (256.04°) und tat, als ob er mit Vorbeigehenden spreche. «Eh, guete Tag», rief er so laut, dass die Knechte es in der Schlafkammer nebenan hören mussten, «wo wender ane? Ehr sind au scho früe. Eusi Lüt wend nie uf. Me sott‘s alli Morge mit em Heulüecher usem Bett use schlaike.» Dann meinten seine Knechte, die kaum recht unter die Decke geschlüpft waren, im Dorfe gehe man schon aufs Feld und sprangen wie besessen auf die Beine.

Nach drei Jahren war er auf dem Hause keinen Batzen mehr schuldig, und wie es so geht, musste der schnell reich gewordene Sternenwirt am Ende auch noch Ammann werden. Nun konnte er erst recht Wucher treiben, das Armengut bestehlen und die Witwen und Waisen verkürzen. Aber einmal war es doch genug. Denn eines Tages kam er aus dem Keller nicht mehr herauf, und von dem Säuberling hat man weder weiss noch schwarz mehr gesehen. «Der Tüfel heig e gno», sagten die Leute.

Doch von da an sass sein Geist auf dem grossen Fass drunten im Weinkeller, und so manches Mal Mitternacht nahte, so manches Mal fing er an, überlaut zu schreien: «Drü Schöppli Wi und e Schoppe Wasser gend au e Moss!» Sogar der Nachtwächter hörte ihn; es soll getönt haben wie das Brüllen eines Stieres. Und sobald es Abend wurde, sah man ihn hüttenweise Wasser in den Keller schleppen. Das Wirtshaus kam in Verruf, niemand wollte da mehr einkehren.

Der älteste Sohn, der das Anwesen übernommen hatte, gedachte dem Geist den Weg zu verlegen, indem er einen Umbau vornahm. Um die Sache etwas zu verbergen, liess er zuerst das Haus herunterputzen. Aber gleich am Anfang stürzte der Maurer vom Gerüst. Als man ihn halbtot in die Stube brachte und den Pfarrer (42.81°) mit den Sterbesakramenten holte, fing an der Wand die alte Spieluhr, die schon viele Jahre nicht mehr ging, unermüdlich an zu schnurren, zu flöten und zu walzen, dass jedes Wort des Sterbenden und des Priesters in dem wilden Geschnarr unterging.

Zuletzt wandte sich die Familie an den Würenlinger Pfarrer, der sich auf das Teufelsaustreiben verstand. Dieser räumte den ganzen Keller aus bis auf eine strohumflochtene, grosse Branntweinflasche, die er im hintersten Winkel aufstellte. Den Zapfen behielt er in der Hand, zündete dann ein tüchtiges Feuer an und warf fleissig Weihrauch hinein. Das wurde dem Gespenst widerlich. Es hustete, stöhnte und schimpfte, je mehr der Qualm das ganze Gewölbe füllte. Zuletzt kroch es in die Ecke und schlüpfte dann willig in die Flasche, die der Pfarrer behend verschloss.

Aber diese war weder mit Winden noch mit Spannketten aus dem Keller zu bringen. Ein Kapuziner von Baden musste noch gerufen werden. Volle vierzehn Tage hatte man mit dem Geist zu verhandeln, bis er sich in der Strohflasche vor das Haus zu schaffen und auf einen Wagen laden liess. Doch jetzt wollte die Achse unter der Teufelslast brechen, und die Pferde taten keinen Ruck, bis das Gespenst gefragt worden war, wohin man es bringen solle. «Auf die Teufelskanzel,» war die Antwort. Das ist ein Felsvorsprung am Berg bei Unterendingen. Hätte man das Richtschwert eines Henkers vorn auf den Wagen gelegt, so wäre gleich zu Anfang geholfen gewesen.

Die Flasche wurde dorthin geführt und von der Teufelskanzel ins Schrännenloch geschleudert. Mit lautem Krachen versank sie im Bächlein, das der nahen Surb zufloss. Dem Würenlinger Geistlichen aber, der das Gespenst aus dem Keller gebetet hatte, spielte es nachher übel mit. Er hatte keine ruhige Nacht mehr. Es war immer Höllenlärm ums Pfarrhaus und der Pfarrer starb bald aus Verdruss darüber.

Dem Geist des Sternenwirts muss es in seiner nassen Tiefe nicht lange gefallen haben. Wenigstens haust er nun schon seit Menschengedenken in der Linde auf dem Ruckfeld. Das erfuhr zuerst ein Luzerner Schweinehändler. Der war mit seinem Zweispänner auf dem Weg zur Zurzacher Messe und wollte bei sinkender Nacht noch an der Linde vorbei. Dort aber sprang plötzlich ein zwerghafter, wüster Kerl aufs Handross und schleppte das ganze Fuhrwerk über alle Gräben und Löcher wie der Blitz querfeldein nach Unterendingen zum «Sternen». Vor dem Wirtshause verschwand der wunderliche Reiter. Am Geschirr war seltsamerweise kein Riemen zerrissen; doch blieb dem erstaunten Luzerner Mann nichts anderes übrig, als im Hause des Lindegigers zu übernachten.

Der Geist ist nicht bösartig, wer ihn erblickt, bekommt keinen geschwollenen Kopf. Allein wer zu nächtlicher Stunde in seinen Bereich gerät, der muss, er mag nach Tegerfelden oder nach Zurzach wollen, stets nach Unterendingen und dort im «Sternen» zusprechen.

Am Stamm der Linde findet sich auf Manneshöhe ein halb überwachsenes Loch, das von einem in alter Zeit abgeschnittenen Schoss herrührt. Da drinnen wohnt er. Als einmal der Tegerfelder Bannwart es verkeilen wollte, rief es daraus «Gang du no, i chome doch use!» und der Zapfen samt Axt flog ihm an den Kopf.

Oft sass der Geist auch auf einem Lindenast, den jetzt ein Sturm abgebrochen hatte, und je ärger an den Winterabenden die Schneeflocken über das Ruckfeld wirbelten, umso wilder und schöner geigte er darauf los. Dann begann auch der Gipfel des Baumes zu leuchten. Auf allen Ästen standen auf einmal Tische da, mit Spielleuten besetzt, und selber strich seine Zaubergeige am allerlautesten. Er soll sie vom Tergerfelder Pfarrer einst geliehen, aber nie mehr zurückgegeben haben.

Ein Bauer aus dem Dorf kam auf dem Heimweg von Würenlingen her nachts spät hier vorbei. Da fing es in der Linde so lustig zu geigen an, dass der gute Mann augenblicklich die Beine lüpfen und tanzen musste, zuerst unter dem Baum, dann immerfort übers Feld hin, bis er erschöpft und besinnungslos zusammenbrach. Anderntags fand man ihn zwischen den kahlen Stauden am Fusse der Teufelskanzel. Aber von der Stund an war er der beste Tänzer im Lande.

Quelle: Arnold Büchli, Schweizer Sagen, 1971, Aarau, S. 186–190

Additional Hints (Decrypt)

Qbeg jb fvpu qvr Oyvpxr qrf Yvaqratvtref haq qrf Fgrearajvegf xerhmra yvrtg qre Pnpur. Ehaq 2.59 xz ibz Csneere ragsreag.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)