Seit über 50 Jahren kenne ich diese Mauerreste hier im Lüningsberg. Bloß, was haben sie zu bedeuten? Klar war mir schon immer, dass hier der sogenannte Lorenweg entlang ging.
Bereits vor über 100 Jahren begann man mit Gesteinsabbau in einem Steinbruch oberhalb von Schwöbber. Dieser Steinbruch gehörte den Münchhausens, Nachfahren vom berühmten Baron von Münchhausen. Dieser Adel war verarmt und nutzte den Verkauf der hochwertigen Steine als Gelderwerb. Zum Abtransport aus dem recht unwegsamen Steinbruch kam man auf die Idee, einen Weg quer durch den Wald bis hinab zur Bahnlinie Hameln-Bielefeld anzulegen. Der Weg mußte eben sein, da man mit Pferdeloren die Steine transportieren mußte. Es gibt auf diesem Weg, der sicherlich 2km lang ist, mehrere Hangdurchbrüche. Zuletzt bin ich den Weg vor 3 Jahren vom Cache aus Richtung Steinbruch gegangen. Er wird nicht mehr genutzt und wächst immer mehr zu. Nur auf den ersten ca. 250m dient er heute noch dem Hansaweg als Wegstrecke, bevor der Abstieg zum Golfplatz ausgeschildert beginnt. Allerdings gibt es im weiteren Verlauf noch einige Besonderheiten. Recht bald nach dem Abstieg zum Golfplatz kommt man nach dem ersten Hangdurchbruch unterhalb einer Müllkippe vorbei, die oben vom Asphaltweg an der Waldquelle vorbei mit allem möglichen Müll befüllt wurde. Geht der interessierte Cacher weiter, kommt bald ein zweiter Hangdurchbruch. Angeblich sollen hier auch noch Schienenreste -aber wohl komplett überwuchert- irgendwo liegen. Später kommt eine Stelle, wo vor über 30 Jahren ein riesiger Erdrutsch Richtung heutigem Golfplatz erfolgte. Die Geräusche und die Erschütterung des nächtlichen Rutsches konnte man in den umliegenden Dörfern bemerken. Ich bin damals kurz nach dem Rutsch dort gewesen. Es war beeindruckend, wie der nicht mehr genutzte Lorenweg auf einer Länge von vielleicht 30-40m auf einmal ca. 10-15m abgerutscht war. Wer sich bis zu dieser Stelle durchschlägt, wird mit geübtem Auge wohl noch das Ausmaß des Hangrutsches feststellen können.
Nun zurück Richtung Cache. Bis zu den noch vorhandenen Mauerresten war der Weg eben und wie oben beschrieben zu bewerkstelligen. Wie aber nun den Hang hinunter zur Bahn? Ihr seht unten an der Straße das einzelne Haus. Dahinter war der Bahnkörper, heute ein Rad- und Wanderweg. Man baute also oben die Lorenstation und verlegte zwei Gleise den Hang hinunter. Die mit Steinen befüllten Loren waren aufgrund Ihres Gewichtes in der Lage, die unten entleerten Loren wieder hochzuziehen. Man brauchte also keinen Antrieb. Über die Straße Aerzen-Königsförde soll es eine Brücke gegeben haben. Ob es hier ein zusätzliches Ladegleis gab oder die Fahrplanlücken zum Befüllen der Eisenbahnwaggons genutzt wurden, ist mir nicht bekannt.
Als dann 1920 Münchhausens ihr Gut nach über 400 Jahren im Familienbesitz verkaufen mußten, stellte der Erwerber später den Steinbruchbetrieb ein. Angeblich wollte er keine weitere Ausbeutung betreiben, um die bereits entstandene "Wunde" im Berg nicht noch größer werden zu lassen.
Es gibt hier nur wenige Quellen im Internet. Einiges habe ich selbst gewußt, einiges wurde mir mündlich überliefert. Vielleicht kann ja der ein oder andere Cacher noch etwas beitragen.
Die Dose wurde ca. Anfang Juli 2020 wohl gemuggelt. Hier liegt jetzt eine kleinere Dose.