Stollenbacher Hütte
Hier also auf vielfachen Wunsch, endlich der dritte Teil unserer Hüttentour …. Wir hoffen, es folgen noch mehr. Ideen haben wir genug.
Hinweis für die Smartphone-Cacher: eine offline-Speicherung ist anzuraten, da der Empfang teilweise schlecht ist.
Nun, nach „Napf“ und „Rappeneck“ nun der „Stollenbach“. Bei der Stollenbacher Hütte handelt es sich um eine sog. „Herderhütte“.

Der „Herder“ ist/war eine von der Weidegenossenschaft eines Dorfes ausgewählte Person, welche im Sommer das Vieh auf den Almen im Hochschwarzwald betreute. Oft bekam der Herder auch noch einen Hirten zur Seite gestellt. Um seine verantwortungsvolle Tätigkeit, immerhin übertrugen ihm die Bauern aus dem Tal die Verantwortung über das wertvolle Vieh, ausüben zu können, bewohnte der Herder eine Behausung in der Nähe der Hochalmen, die sogenannte „Herder-Hütte“. Oftmals betrieben die Herder als Nebenerwerb in beschränktem Maße eine Gastwirtschaft auf der Hütte. Hier gab es deftige Wurst mit frischem Brot und Getränken um den Durst und Hunger von Wandersleuten zu stillen.
Diese Tradition der „Herder-Hütten“ gibt es auch heute noch im Hochschwarzwald, so mit der „Erlenbacher Hütte“ oberhalb Oberried, welche bald einen weiteren Punkt in der Hüttentour darstellen wird.
Zurück zum Stollenbach. Die Hütte liegt rund auf 1.100 Meter Höhe und stellt heute ein veritables Gasthaus mit begrenzter Übernachtungsmöglichkeit dar. Die Hütte ist Sommers wie Winters an Wochenenden gut besucht, lädt das Gebiet doch zum Skifahren und Wandern gleichermaßen ein.
Die Namensnennung ist schnell erklärt, sitzt die Hütte doch direkt neben der Quelle des Stollenbachs, welcher zum Zastlerbach führt und später in die Dreisam mündet. Die Begrifflichkeit „Stollen-Bach“ könnte ein Hinweis auf die damalige intensive Bergbautätigkeit gewesen sein, welche das Gebiet um Oberried wohlhabend machte.
Die Hütte am Stollenbach ist sehr sehr alt – nicht das Bauwerk von heute, sondern die urkundliche Erwähnung einer Herder-Hütte ebenda. Bereits im 13.Jahrhundert (!) gibt es Erwähnungen von bergbaulichen Tätigkeiten rund ums Oberrieder Tal. Die Gemarkung „Zastler“ , also das zum Stollenbach führende Tal hatte über die Jahrhunderte unterschiedliche „Besitzer“, zumeist Adelsfamilien. So richtig exakte Daten hierfür finden sich indes kaum noch, auch ist die bergbauliche Historie des „Stollenbach“ unklar. Wie auch immer, Ende 1660 taucht der Gassenbauer „Gassenschmidt“ als Eigentümer der Hochweide nebst Hütte in den Urkunden auf. Interessanterweise finden sich hierbei kaum Eigentumsnachweise, denn zumeist handelt es sich bei den urkundlichen Erwähnungen um Richter- und Schiedssprüche bei Streitigkeiten. Die Gerichtsakten sind also vollständiger als die Grundakten. Wie so oft bei Almen ging es hierbei um Weiderechte und Pflichten des erwählten Herders. Beim „Stollenbach“ kam es erst 1857 zur Einigung, als durch einen Vergleich die zugehörige Hochweide zur Gemeindeweide erklärt wurde, inklusive eines großen Waldstücks mit 1430 Morgen (ca. 360 Hektar), der fortan als Gemeindewald galt.
Dem oben erwähnte Gassenbauer Gassenschmidt gehörte also der „Stollenbacher Hof“, ein Ensemble von Wohnhaus und Gasthaus. Er verpflichtete sich gegenüber den angeschlossenen Höfen des Zastlertals, das auf die Hochweiden getrieben Vieh über die Weidezeit als Herder kostenfrei zu hegen und zu pflegen. Im Gegenzug erhielt der Herder die kostenfreie Nutzung von Wohnhaus und Gasthof. Die Herder wechselten recht häufig, aber Gassenschmidt blieb Eigentümer bis 1927. Als der Gassenbauer seinen Hof im Zastlertal 1927 an das Land Baden verkaufte, erlosch auch das Herderrecht auf dem Stollenbach.
Die Gemeinde Zastler, damals noch eigenständig, kaufte das Hofgut 1959 zurück und baute das Ensemble großzügig um. In diesen Jahren wurde auch das Wintersportgebiet Stollenbach entwickelt und 1967 mit drei Liften und Loipenanlage in Betrieb genommen. Zu dieser Zeit erhielt der Stollenbach auch eine asphaltierte Straße neben Parkplatzanlage.

Heute findet der Wanderer, Skifahrer, Mountainbiker und Motorradfahrer einen im Jahr 2008 erheblich renovierten Berggasthof in nach wie vor traumhafter Lage. Und ja, der Wirt ist immer noch ein „Herder“ und beaufsichtigt das Gemeindevieh aus dem Zastler auf der Hochweide. Lebendige Jahrhunderte Jahre alte Tradition.
Natürlich, wie üblich bei unseren Hüttentouren, kann man im Stollenbach auch lecker essen. Das Gasthaus ist recht groß und verfügt über eine herrliche Sonnenterasse. Gute badische Küche mit einer herrlichen Aussicht erfreut Leib und Seele. Die zusätzlich erworbenen Kalorien kann man im Nachgang wunderbar mit einer Wanderung wieder verbrennen. Die Stollenbacher Hütte hat eine eigene Homepage, in der die Öffnungszeiten hinterlegt sind.
Der Cache selbst ist nicht direkt an der Hütte, dafür ist es viel zu muggelig, sondern ein Stückchen bergab. Der GPS-Empfang ist mager, also offline-Speichern.
Seit 2006 gibt es im Gemeindewald in der Nachbarschaft einen sogenannten „Ruheberg“, also einen Naturfriedhof. Bitte diese Anlage „respektieren“. Es gibt am Eingang zum „Ruhewald“ eine große Hinweistafel, welche über die Verhaltensregeln informiert, bitte daranhalten.
Das war es von unserer Seite – Wir wünschen Euch viel Spaß beim Suchen und Loggen
Euer Team Steinchen