Skip to content

Geotop Radiolarite am Stuibenfall im Oytal EarthCache

Hidden : 9/4/2018
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
4 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:





Der Oberstdorfer Wasserfall



Das bedeutende Geotop Stuibenfall befindet sich direkt am Weg in das hintere Oytal.

Der Wasserfall liegt zwischen der Unteren Gutenalpe und der Käseralpe im steilsten Stück des Anstieges. Hier fällt der etwa 25 bis 30 m hohe Wasserfall über einen Teil der Geländestufe, die das Oytal vom Alpboden der Käseralpe trennt.



Bei großen Wassermassen kann man die Gischtwolke bereits weit vom Tal aus erkennen. Der Aufprall des tobenden Wassers ist so gigantisch, dass es als feiner Wasserstaub in die Höhe steigt. Daher erhielt dieses unglaubliche Naturschauspiel auch seinen Namen.

Spätestens an der Brücke beim Prinzenkreuz sind die Schleier des Wasserfalls schon differenzierter zu sehen. Sein Wasserlauf versiegt nie, selbst wenn es längere Zeit nicht regnet.

Über dem Gefälle des Wasserfalls steht der Seilhenker, eine 1791 m hohe Kuppe im Nordostgrat der Kleinen Höfats. Von Süden ist die Kuppe fast bis zum Gipfel begrast, während die Nordseite mit imposanten Steilwänden mehrere hundert Meter abfällt.

Das Oytal, seine Berge und ihre Entstehung

Steile, bewaldete Hänge begleiten den Talgrund zu beiden Seiten. Um das Oytalhaus weitet sich die Ebene großzügig. Das Bachbett des Oybaches ist in diesem Bereich meist trocken. Das Wasser fließt unter den Schuttmassen, die den Talboden bilden. Das Tal zeigt in seiner ganzen Länge immer wieder neue, eindrucksvolle Landschaftsbilder.

Diese Landschaft ist im Erdmittelalter in flachen Meeren durch immense Sedimentablagerungen gewachsen. Mächtige Schichten aus Kalk, Schiefer, Mergel und Ton haben sich gebildet (siehe Abbildung: Kalkalpine Schichtfolge der Allgäuer Alpen aus "Bau und Werden der Allgäuer Landschaft")



- in der TRIAS-ZEIT – vor 250 bis 200 Mio Jahren der Hauptdolomit und die Kössener Schichten.

- in der JURA-ZEIT - vor 200 bis 145 Mio Jahren - Lias-Fleckenmergel und Aptychen-Hornsteinkalke.

- in der KREIDE-ZEIT - vor etwa 140 bis 65 Mio Jahren - Mergel, Sand- und Kalksteine sowie Helvet und Flysch.

Die afrikanische Platte drückte gegen die europäische Platte und hob dabei den Meeresboden. Dieser Aufbau brauchte viele Millionen Jahre und dauert noch heute an. Der ungeheure Druck verfrachtete, verformte und faltete die Gesteinsschichten, zerbrach sie, häufte sie neben- und übereinander. Dabei gerieten immer wieder jüngere unter ältere Schichten. Der Abbau von Gesteinen durch Wasser, Frost, Wind, Wärme und riesige Gletscherströme hat Berge und Täler so gestaltet, wie wir sie heute sehen. Eine Landschaft voller Gegensätze und Kontraste, lieblich, recht bewegt, alpin und oft auch sehr gefährlich.

Mit dem Schneck (besteht aus Liasgestein, steiler Grasberg), der Wildengruppe (Hauptdolomit), der Jochspitze (Gipfelaufbau aus Hauptdolomit, der auf einem Sockel von Lias-Fleckenmergel sitzt), dem Rauheck (Fleckenmergel und Aptychenkalk) und der Höfats (Lias-Aptychen- und Hornsteinkalk) mit ihren Vorgipfeln (Kleine Höfats, Seilhenker) bilden recht gegensätzliche Berge die Umrahmung des hinteren Tales. Die unterschiedlichen Gesteinsarten bestimmen ihr Aussehen, ihre Formen und Strukturen.

Nicht nur der Wasserfall und das Tal selbst ist einen Besuch wert. Auch seine unmittelbare Umgebung weist für geologisch Interessierte zusätzliche Besonderheiten auf:

Die Wand, aus der das Wasser fällt, besteht aus stark gefältelten roten und schwarzen Kieselkalksteinen, Radiolariten und Hornsteinbrekzie der Ruhpolding-Formation, einer sedimentären Formation, die in den Nördlichen Kalkalpen zu Beginn des Oberen Juras abgelagert wurde.

Es ist für den Bergsteiger geradezu verblüffend, wenn er in Höhen über 2000 Meter, etwa am Schneck oder der Höfats, Radiolarien, Versteinerungen winziger Meerestierchen entdeckt. Wie kamen sie dorthin, in diese Höhen!

Radiolarite



An der Obergrenze der Allgäuschichten sind kieselige, geringmächtige Ablagerungen verbreitet (siehe Abbildung: Geologischer Profilschnitt durch die Höfats, nach Haniel und Richter 1929, modifiziert von H. Scholz aus "Bau und Werden der Allgäuer Landschaft"). Dünnbankige, oft rot, grün, dunkelgrau, sogar ganz bunt gefärbte Hornsteine, die als Bunte Hornsteinschichten oder Radiolarit bezeichnet werden. Chemisch gesehen bestehen diese feinkörnigen, splitterig brechenden Hornsteine aus fast reiner Kieselsäure. Im Mikroskop ist zu erkennen, dass sie aus winzigen, hohlen Kügelchen aufgebaut sind, kaum 1 Zehntelmillimeter im Durchmesser, deren mit Stacheln und Warzen besetzte Außenwand von zahlreichen Poren durchbrochen wird. Es handelt sich um Reste der zarten Kieselskelette von Radiolarien. Die einzelligen Radiolarien gehören dem Plankton an, jenem Heer von winzig kleinen Lebewesen, die heute noch in den obersten, durchlichteten Wasserschichten unserer Meere leben (siehe REM-Fotografie. Quelle: deutsche Wikipedia).



Der Radiolarit enthält keine Fossilien, mit deren Hilfe er einwandfrei datiert werden könnte. Durch Ammonitenfunde in den unter- und überlagernden Gesteinen lässt sich sein Alter jedoch auf den tieferen Oberjura (unterer "Malm") einengen. In den Alpen kommen Radiolarite unterschiedlichen Alters vor. Diesen aus dem Oberjura stammenden Radiolarit der Nördlichen Kalkalpen, der z. B. an den Listingkoordinaten zu sehen ist, wird Ruhpoldinger Radiolarit genannt.

Eigenschaften: Radiolarit weist ein feinstkörniges bis dichtes Gefüge auf. Fossilien sind nicht erkennbar. Das Gestein ist stark gefaltet und von vielen Brüchen durchzogen, die regelmäßig mit Quarzäderchen gefüllt sind. Radiolarite sind so hart, dass sie oft eine deutlich geringere Rundung als das Umgebungssediment aufweisen. Ein splittriger, kantiger Bruch ist ebenfalls charakteristisch.

Von Juwelieren und Sammlern wird dieses harte Gestein gesucht und als "Allgäujaspis" zu farbigen Schmucksteinen geschliffen.

Wirkliche Bedeutung hatte es in der Steinzeit des Allgäus, als es als das wichtigste einheimische Rohmaterial für Werkzeuge gewonnen wurde. Man nennt es auch das "Eisen der Steinzeit".

Quellen:

Scholz, Scholz, Bau und Werden der Allgäuer Landschaft, 2016
Hieble, Oberstdorf – deine Täter, deine Berge, 2012
Bauer, Geologisch-botanische Wanderungen im Allgäu, 1986

Bei den im Listing veröffentlichten Farbfotos handelt es sich um eigene Aufnahmen.

Erreichbarkeit:

Zu Fuß liegt der Stuibenfall etwa 1 Stunde vom Oytal-Haus (1.009 m) entfernt. Nach weiteren 20 Gehminuten erreicht man die Käser-Alpe auf 1.400 m.

Die Straße ins Oytal ist für den öffentlichen Kfz-Verkehr gesperrt, aber mit dem Fahrrad ist das hinterste Oytal gut zu erreichen. Dann folgen noch 270 Höhenmeter zum Geotop. Der Wanderer ist von Oberstdorf gut 3 Stunden dahin unterwegs, hat aber den Vorteil, dass er auf dem Rückweg am Oytalhaus einen Roller ins Tal hinunter ausleihen kann.

Für die Wintermonate gilt: Nicht selten müssen im Winter alle Wege ins Oytal aufgrund von Lawinengefahr kurzfristig gesperrt werden. Eine Winterwanderung ist oft nur bis zum Oytalhaus möglich.

Bitte besucht vor Beginn einer Tageswanderung die Internetseite von Oberstdorf / Bergsportbericht. Dort ist jederzeit der tagesaktuelle Stand zu erfahren.



Um den Earthcache loggen, bitte ich Euch, zuvor die Antworten auf folgende Fragen zu ermitteln und mir über mein Profil zu mailen (bitte nicht über das Nachrichten-Center). Vor Ort befindet sich keine Infotafel. Bitte lies das Listing aufmerksam.

1. Beobachte den Wasserfall und seine unmittelbare Umgebung und beschreibe mit eigenen Worten, was Dir besonders auffällt, z. B. Farben, Form und Struktur des Gesteins.

2. Ist dieses Gestein besonders verwitterungsanfällig? Was meinst Du?

3. Die Ruhpolding-Formation war vor ca. … Mio Jahren.

Nach der Beantwortung darfst Du sofort loggen. Jede Mail wird von mir beantwortet und eine Zugabe als Dankeschön für Euren Besuch gibts auch.

Nach den aktuellen Guidelines für Earthcaches stellen Fotos eine Logbedingung dar. Gerne sehe ich auch ein zusätzliches Landschaftsfoto.

Additional Hints (No hints available.)