Die Zeit der Mühlen in Clausthal ist seit dem Abbau der beiden Windkraftanlagen auf der Bockswieser Höhe im Jahr 2012 wohl endgültig vorbei. Dabei hat es in Clausthal-Zellerfeld im Laufe der Jahre eine ganze Menge dieser durch Wind und Wasser angetriebenen Maschinen gegeben.
Eine der ersten dürfte eine Bockwindmühle um das Jahr 1600 gewesen sein. Sie diente zum Mahlen des in den Harz heraufgeschafften Getreides das zur Versorgung der Bergleute benötigt wurde und an diese verbilligt abgegeben wurde. Ein eher filigranes Gebilde dessen Instandhaltung angesichts der schwierigen Wetterlage auf der Clausthaler Hochebene einigen Aufwand bedeutete. Warum dann Windkraft und nicht Wasserkraft? Wasserknappheit war damals oft ein Thema, der Bergbau benötigte viel Wasser als Antriebskraft zum Fördern der erzhaltigen Gesteine und vor allem um die ständig absaufenden Bergwerke mittels Pumpen trocken zu halten. Im Zweifelsfall hatte der Bergbau daher Priorität und die wassergetriebenen Mühlen mußten den Betrieb einstellen. Den Wind konnte einem keiner nehmen und Wasser neigt im Winter zum Gefrieren. Leibniz wollte im ausgehenden 17. Jahrhundert sogar gleich dutzende Windmühlen als Kraftmaschinen für den Bergbau errichten, aber daraus wurde nichts. Wind bläst halt nicht immer, aber die Pumpen müssen immer laufen.
Es gab und gibt noch viele Gebäude- und Straßennamen an denen man die Bedeutung und Vielfalt der Mühlengeschichte ablesen kann. Ratsmühle, Neue Mühle, Eulenspiegler Mühle, Untermühle, Mittelmühle, Wegesmühle, Brinkmühle, Flambacher Mühle, Pixhaier Mühle (alles Wassermühlen), 2 x Mühlenhof, Mühlenstraße, Sägemüllerstraße, Windmühlenstraße, Mühlenteich, es gab bestimmt noch mehr. Bis auf die Rats- und die Brinkmühle gibt es sie alle noch unter diesen Namen, nur eben nicht als Mühlen, sondern als Wohnhäuser, Hotels oder Bauernhof.
Die in der Neuzeit auffälligste Mühle war eine große holländische Galeriemühle in der - Windmühlenstraße - auf der Bremerhöhe, dem zweithöchsten Punkt im Stadtgebiet. Sie entstand 1845 an Stelle der Bockwindmühle und war das schon aus der Ferne sichtbare alles überregende Wahrzeichen Clausthals. Das Foto von vor 1902 wurde von der Kreuzung Kronenplatz mit Blick nach Westen aufgenommen. Unten links zweigt die Sorge ab, die ersten Häuser auf der rechten Seite, bis dort wo die Leute stehen, existieren nicht mehr, dort befindet sich jetzt ein Bankgebäude. Ebenso die hinteren beiden Häuser, die einen Schatten auf die Straße werfen. Links von der Windmühle, auf der anderen Straßenseite, befindet sich heute das Krankenhaus das zum Zeitpunkt des Fotos noch nicht existierte.
In der Adolph-Roemer-Straße (damals: Goslarsche Straße) gab es seit Mitte des 17. Jahrhunderts eine Gastwirtschaft "Die Windmühle", die Anfang des 19. Jahrhunderts in "Stadt London" umbenannt wurde, während des 2. Weltkriegs für kurze Zeit zum alten Namen zurückkehrte and später als Hotel bis in die 1990er Jahre betrieben wurde.

Um die Windmühle erhitzten sich vor 100 Jahren die Gemüter nachdem sie 1910 in den Besitz der Stadt übergegangen war. Zu dieser Zeit war sie bereits nicht mehr in Betrieb, da sie durch das Aufkommen moderner Verkehrsmittel nicht mehr gebraucht wurde. Als das Krankenhaus in den Jahren 1912-1914 unmittelbar nebenan gebaut wurde verlor sie ihren repräsentativen Charakter. Vielleicht störte man sich auch an der nutzlosen und verfallenden Windmühle direkt vor dem Krankenhaus, deren Flügel bereits entfernt worden waren. Die Clausthaler Bevölkerung protestierte lange gegen den geplanten Abriß, doch Bestrebungen sie an anderer Stelle wieder aufzubauen scheiterten am Geldmangel während des 1. Weltkriegs. 1916 wurde sie schließlich abgerissen. (Quellen: Allgemeiner Harz-Berg-Kalender 1951; Humm)

Der Standort der Windmühle war dort wo sich heute der Parkplatz des Krankenhauses und der linke Teil des Forstamtes befinden. Zur Mühle gehörte ein Wirtschaftsgebäude das von der rechten Kuh verdeckt wird, falls es überhaupt noch existierte. Der Fußweg führt heute noch zum Alten Bahnhof hinunter. Das große Haus ist das Gebäude L'Aigler Platz 4, heute auf der sichtbaren Giebelseite etwas umgebaut, das Hintergebäude gibt es nicht mehr. Das Haus im Hintergrund müßte Windmühlenstraße 12 sein. Der Standort für die Aufnahme dürfte in etwa die heutige Kreuzung L'Aigler Platz - Bremer Stieg - Tillyschanze gewesen sein, Blickrichtung nach Süden.
Der Cachebehälter befindet sich nicht direkt am ehemaligen Standort der Windmühle, denn dort ist kein guter Ort für eine Dose. Sucht im Krankenhauspark am Ehrenmal und achtet bitte auf die manchmal recht zahlreichen Muggel.