Braunkohletagebau Nochten – Ein Fenster in 25 Mio. Jahre Erdgeschichte
Braunkohle ist ein fossiler Brennstoff und wird häufig zur Stromerzeugung verwendet. Große Braunkohlevorkommen in Deutschland gibt es vor allem in der Rheinischen Bucht und in der Lausitz.

Braunkohletagebau Nochten: Das unmittelbare Freilegen der Braunkohle erfolgt mit einer Abraumförderbrücke vom Typ F 60 – ein Geräteverband, bestehend aus drei leistungsstarken Eimerkettenbaggern und einer über 600 Meter langen Bandbrücke.
Rohbraunkohle besitzt etwa ein Drittel des Heizwertes von Steinkohle, was etwa 8 MJ oder 2,2 kWh pro Kilogramm entspricht. Kohle ist im Laufe vieler Millionen Jahre aus abgestorbenen Landpflanzen entstanden, die ähnlich wie Erdöl in tiefen Erdschichten hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt waren.
Dieser Vorgang, auch als Inkohlung bezeichnet, läuft in mehreren Stufen ab. Zunächst entsteht Torf, dann Braunkohle, anschließend Steinkohle und schließlich Anthrazit. Als Endprodukt dieser Kette bildet sich Graphit. Hauptentstehungszeit der Braunkohle ist in Deutschland das Tertiär, die erdgeschichtliche Zeit vor etwa 65 bis 2 Millionen Jahren. Die Kohle in der Lausitz und im Rheinland entstand vor 5 bis 25 Millionen Jahren, diejenige um Helmstedt und Leipzig vor 50 bis 60 Millionen Jahren.
Das Gebiet der heutigen Lausitz war im Tertiärzeitalter Teil eines Sedimentationsbecken, das sich vom Atlantik bis weit nach Osteuropa erstreckte. Von der Nordsee her drang durch Meeresspiegelanstieg und Landsenkung in regelmäßigen Perioden das Meer bis in die Lausitz vor - der Wald versank langsam im Meer. Die abgestorbenen Pflanzen sammelten sich am Grund dieses Meeres und wandelten sich ohne Sauerstoffzufuhr zu Torf um. Wachsen, Absterben und Versinken im feuchten Untergrund war für eine lange Zeit ein sich stetig wiederholender Kreislauf. Die Nordsee drang immer mal wieder tief ins Land ein und überdeckte alles mit dicken Schichten aus Sand. Diese Decke wurde immer schwerer und presste den lockeren, feuchten Torf zusammen. Durch den hohen Druck wurde der Torf wie ein Schwamm ausgepresst und verdichtet. Hierdurch konnten mikrobiologische, chemische und physikalische Prozesse ablaufen, die aus dem Torf Braunkohle entstehen ließen:
1. Mikrobiologische Prozesse
Pflanzenteile versinken in einem stehenden Gewässer. Schlamm und Sand lagern sich ab. Der Zutritt von Sauerstoff ist unterbrochen. Anaerobe Bakterien wandeln Lignin und Zellulose zu Humus um.
2. Chemische Prozesse
Es bildet sich Huminsäure. Dabei kommt es zur Polymerisation und der ph-Wert sinkt. Es entstehen sehr saure, braungefärbte Substanzen. Die Vertorfung hat eingesetzt.
3. Physikalische Prozesse
Die schwere Last von Sanden und eiszeitlichen Gletschern komprimiert und entwässert den Torf. Das Braunkohlestadium ist erreicht, bei einem Wassergehalt von weniger als 75%. Zunehmende Tiefe, Druck und Temperatur prägen im Lauf der Zeit die Kohlenstoffanreicherung.
Aus 10 m Pflanzenschicht entstanden so ca. 2 m Braunkohlenschicht, von den Bergleuten Flöz genannt. Wenn sich das Meer wieder zurückzog und die Ablagerungen nachließen, begann die Moorbildung aufs Neue. Und wieder wurden die Torfschichten überspült: Jetzt deckten urzeitliche Flüsse den Torf mit gewaltigen Massen Sand, Kies und Ton zu. Je öfter sich diese Ablagerungen mit Material aus Meer und Flüssen wiederholten, umso mehr Braunkohleflöze liegen übereinander, die von dicken Schichten aus Sand, Kies und Ton – den sogenannten Abraumschichten – getrennt sind.
Im Laufe der Jahrmillionen gab es gewaltige Bewegungen in der Erdkruste. Die Bodenschichten wurden gesenkt oder gekippt und dabei in große Bruchstücke unterteilt. Bei diesen Einbrüchen zerrissen auch die Braunkohlenflöze und wurden häufig gegeneinander verdreht.

Die Moorgebiete der Braunkohlezeit in Mitteleuropa (Quelle: Vattenfall)
Bitte beantworte folgende Fragen zur Braunkohle um diesen Earthcache zu loggen. Die Antworten findest du auf den Informationstafeln an den angegebenen Koordinaten.
1. Wieviele Flözbänke sind auf der Informationstafel aufgeführt? Nenne die dazugehörigen Landschaftstypen und Fazies.
2. Nenne die 3 Eiszeiten, die die Landschaft der Lausitz geprägt haben.
3. Wieviele Braunkohleflöze kannst du vom Aussichtspunkt an den Listingkoords erkennen?
4. Schätze die Tiefe des untersten Kohleflözes
Bitte schicke die Antworten auf die Fragen an die in meinem Profil angegebene Email-Adresse. Du kannst sofort nach Absenden loggen. Sollte etwas nicht passen werde ich mich melden.
Keine Logbedingung, aber ein Wunsch: Bitte mache an den Listingkoords ein Foto von dir oder deinem GPS.
Es wäre schön, wenn man darauf den Fortschritt der Tagebauarbeiten erkennen könnte.
Unabhängig von diesem Cache empfehle ich einen Besuch des Informationszentrums und des Ausichtsturms am Schweren Berg. Die Koordinaten sind als Wegpunkt im Listing enthalten.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an zahnstochercharlie, der mich hier auf die Verlegung der Infotafeln aufmerksam machte und den neuen Standort ermitteln konnte.