Was ist der Dün?
Der Dün, auch Dünwald genannt, ist ein bis 522,3 m ü. NHN hoher, rund 270 km² großer Höhenzug der Nordwestlichen Randplatte des Thüringer Beckens. Er liegt im Nordwesten Thüringens in den Landkreisen Eichsfeld und Nordhausen sowie im Unstrut-Hainich-Kreis und Kyffhäuserkreis. Der Höhenzug ist etwa zur Hälfte bewaldet und besteht aus Muschelkalk.
Naturräumliche Zuordnung
Nach der Einteilung des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands nebst Blatt Kassel (1969) ist der Dün wie folgt zugeordnet:
- (zu 47/48 Thüringer Becken (mit Randplatten))
- (zu 483 Ringgau–Hainich–Obereichsfeld–Dün–Hainleite)
- 483.0 Dün und Hainleite
- Dün
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat eine etwas abweichende Gliederung entsprechend den Landschaftssteckbriefen erstellt:
- 48301 Dün und Hainleite (für die überwiegend bewaldeten nördlichen Anteile des Dün)
- 48300 Ringau Obereichsfeld sowie Südabdachung von Dün und Hainleite (für die überwiegend unbewaldete Südabdachung des Dün)
Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) verfügt über ein etwas gröberes naturräumliches System, wonach der Dün in der Einheit Hainich–Dün–Hainleite liegt.
Kurz zur Geologie
Der oberflächennahe geologische Untergrund im Dün wird fast ausschließlich von den Kalken und Mergeln sowie tonigen Zwischenlagen des Unteren Muschelkalks gebildet.
Der Steilhang des Dün ist als Schichtstufe ausgebildet. Hauptstufenbildner ist der Obere Wellenkalk und im Speziellen die sogenannte Schaumkalkzone, ein Abschnitt des Unteren Muschelkalks. Am Mittelhang stehen die plattigen Wechsellagen des Unteren Wellenkalks an. Der Fuß des Stufenhangs wird von den Roten Schiefertonen und vom Gips des Oberen Buntsandsteins (Röt) gebildet. Dieser sogenannte Rötsockel ist in der Regel meist nicht bewaldet. Die Schaumkalkstufe verläuft fast geradlinig und wird allenfalls durch den Worbiser Graben jäh gestört, eine parallel zum Leinegraben verlaufende Grabenverwerfung, die bei Kallmerode von Norden in den Dün eingreift.
Nach Süden und Südwesten schließt sich an die Steilstufe die schwach geneigte Dün-Hochfläche an. In Richtung auf das Thüringer Becken werden die Gesteine des Muschelkalks von Löß überlagert.
Unter den Gesteinen von Muschelkalk und Buntsandstein stehen Stein- und Kalisalze des Zechsteins an.
Was ist Muschelkalk?
Der Name Muschelkalk umschreibt nicht nur eine lithostratigraphische Einheit der Trias, die auf den Zeitraum vor 243 bis 235 Mio. Jahren datiert wird, sondern bezeichnet auch ein Gestein, das über beachtliche Gehalte an fossilen Muscheln verfügt. Angelehnt an die kalkhaltige Zusammensetzung und die vielen sichtbaren Fossilien in Form von Muscheln gab der deutsche Geologe Georg Christian Füchsel (1722 bis 1773) dem Gestein den Namen Muschelkalk.
Eigenschaften von Muschelkalk
Definition: Muschelkalk ist ein Sedimentgestein biologischer Klassifikation mariner Herkunft (= im Meer gebildet), das aber auch in Süßwasserbereichen entstanden sein kann.
Die Farbe von Muschelkalk ist hell und erscheint in grauen, braunen oder gelbgrauen Farbtönen.
Die Zusammensetzung von Muschelkalk wird von fossilen Muschelschalen dominiert, sowohl in Gänze erhalten als auch als Fragmente vorliegend. Hauptsächlich wird der Fossilgehalt von Muschelkalk durch Muscheln repräsentiert, wobei ebenfalls Armfüßer und Stachelhäuter vorhanden sein können. Das Zementationsmaterial von Muschelkalk ist vorrangig Calcit, untergeordnet können weiterhin Quarz, Pyrit, Feldspat, Glimmerminerale, Glaukonit oder Chlorit am Aufbau des Gesteins beteiligt sein.
Das Sedimentgestein ist von fein- bis mittelkörniger Korngröße, deren Kornform vorwiegend kantig ist. Das Gefüge ist muschelig bei einer Dichte von 2,7 g/cm3.
Entstehung und Verbreitung von Muschelkalk
Muschelkalk entstand wie andere Sedimentgesteine auch durch die Vorgänge von Ablagerung und Verfestigung von Muscheln, Skeletten oder sonstigen kalkhaltigen Ausscheidungen von Lebewesen, die vor Jahrmillionen in Salz- und Süßwasserbereichen lebten. Als Ablagerungszeitraum des Muschelkalks gilt die gleichnamige Gruppe der germanischen Trias, also vor 243 bis 235 Mio. Jahren.
Die Vorkommen von Muschelkalk sind weltweit verbreitet, insbesondere im Bereich des nördlichen und südlichen Wendekreises bei jeweils 23°26` N bzw. S gibt es zahlreiche Fundorte von Muschelkalk.
Bedeutung und Verwendung von Muschelkalk
Aufgrund der Festigkeit und hohen Verwitterungsstabilität findet Muschelkalk vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Aus dem Naturstein werden zum Beispiel Bodenfliesen, Grabsteine, Treppen, Bordsteine, Mauern, Arbeitsplatten und Wandverkleidungen hergestellt. Auch als Baumaterial findet Muschelkalk Verwendung. Zudem wird Muschelkalk als Gleisschotter, Zuschlagstoff in Zement, zum Verputzen oder zur Extraktion von Erzen genutzt.
Entstehung von Schichten im Muschelkalk
Fast alle Sedimentgesteine sind geschichtet. Sie zeigen durchgehende Grenzlinien und beiderseits davon unterschiedliches Gesteinsmaterial. Solche Schichte entstehen durch ungleichartige Sedimentation (Ablagerung) des Wassers, sei es in Folge Kornsortierung oder zeitlicher Unterbrechung.
Bei parallelen Schichtgrenzen sprechen wir von Konkordanz, stoßen Schichtflächen im Winkel aufeinander, nennt man das Diskordanz. Bei Sedimentation im Deltabereich, wo durch Pendeln des einströmenden Flusses kreuzartig übereinander abgelagert wird, bildet sich die sogenannte Kreuzschichtung.
Im kleinen Handstück ist u. U. das charakteristische Erkennungsmerkmal der Schichtung nicht immer zu sehen. In der Natur sind die Sedimente bei großräumiger Lagerung aber nahezu zweifelsfrei zu identifizieren. Schichtgrenzen sind meist auch Flächen guter Teilbarkeit.
Die Schichtstärken (Mächtigkeiten) schwanken zwischen Bruchteilen eines Millimeter und mehreren Metern. Im Millimeterbereich spricht man von blättriger, im Zentimeterbereich von von plattiger und bei Dezimetermaßen von bankiger Schichtung.
Am häufigsten finden sich gebankte Strukturen bei marinen Sedimenten, insbesondere Kalkgesteinen des Mesozoikums, was mit den verschiedenen Sedimentationsraten der geologischen Epochen und Temperaturen des Meeres, sowie seinem Chemismus und dem Gehalt an Fossilien zusammenhängt.
Die einzelnen Bänke können dabei unterschiedliche Dicken aufweisen:
größer 1 m = massig -- 30-100 cm = grobbankig -- 10-30 cm = mittelbankig -- 1-10 cm = dünnbankig
Kommen wir nun zum ehemaligen Kalksteinbruch

Das Eichsfeld rund um den Dün zeigt an vielen Stellen geologische Besonderheiten auf. Sehr gut sind diese im ehemaligen Steinbruch nahe Geisleden sichtbar.
Für das Auge des Betrachters zeigt sich ein Einblick in die Erdgeschichte der Schichtstufen des Dün. Fühlt euch wie ein Wissenschaftler und betrachtet diesen Aufschluss, bei dem große Bereiche des Gesteins offen liegen, mit Interesse und beantwortet die nachstehenden Aufgaben
ACHTUNG ----- ACHTUNG ----- ACHTUNG ----- ACHTUNG ----- ACHTUNG
N A T U R S C H U T Z G E B I E T --- UND --- E H E M A L I G E S --- S T E I N B R U C H G E L Ä N D E
VERHALTET EUCH ENTSPRECHEND RÜCKSICHTSVOLL MIT NATUR UND TIEREN
DENKT AUCH AN EURE SICHERHEIT UND TUT NICHTS UNÜBERLEGTES
EIN JEDER IST FÜR SEIN TUN SELBST VERANTWORTLICH
Um diesen Earthcache zu loggen, beantwortet bitte die nachfolgenden gestellten Aufgaben:
Aufgabe 1
Begebt euch zu den genannten Koordinaten, von dort aus blickt ihr auf eine Abbauwand im Steinbruch. Schaut euch diese von eurem Standort aus an. Wie stellen sich die unterschiedlichen Schichten in den vor euch liegenden Abhängen dar? Wie mächtig sind sie und wie stehen die Sichtgrenzen zueinander?
Aufgabe 2
Lasst eure Phantasie spielen und überlegt, warum sich im unteren Bereich des Aufschlusses hauptsächlich Geröllablagerungen befinden? Wodurch sind sie wohl entstanden?
Aufgabe 3
Optional Abhängig von der vorherrschenden Witterung!
Befindet sich zur Zeit eures Besuchs eine größere Wasserlache vor der Abbauwand, wie auf dem Listingbild ersichtlich oder ist es möglich, trockenen Fußes hinüber zur Abbauwand zu gelangen?
Bitte schickt eure Antworten über mein Profil. Ihr müsst nicht auf eine Logfreigabe warten.
Falls etwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich.
Geloggte Besuche, von denen ich keine Mail bekommen habe, werden gelöscht.
Stellt bitte ein Foto als Nachweis des Besuches mit ein, dies ist eine Logbedingung.
Viel Spaß beim Erkunden wünscht euch
Herbalwitch1965
Quellenangaben: Mineralienatlas; Wikipedia; Steine und Mineralien; eigenes Foto