Die Nordmannsteine bei Ebenau

Um das vor euch liegende geologische Naturwunder, welches durch den Abbau des Gesteins in mächtiger Höhe und Breite frei gelegt wurde, in seiner Entstehung zu beschreiben folgen nun einige grundlegende Informationen dazu.
Wie entstehen Felsenklippen?
Wer schon einmal durch diese Gegend gewandert oder gefahren ist, hat sich vielleicht gefragt, wie die markanten Felsklippen entstanden sein könnten, die man hier findet.
Durch Flüsse werden nicht nur die von der Verwitterung gelösten Gesteinsmassen zum Meer transportiert, Flüsse selbst wirken als Erosionskraft, weil sie eine Strömung besitzen, durch die nicht nur gelöste Stoffe, sondern auch Geröll transportiert wird. Je schneller die Strömung, desto größer ist die Transportkraft und umso höher ist die Korngröße der mitgeführten Materialien, Dabei bedingen sich Erosion und Sedimentation des Flussbettes gegenseitig. Obwohl der Fluss sein eigenes Bett als Ergebnis der Strömungskräfte ständig vertieft, sammelt sich im Flussbett gleichzeitig neues Sediment an, wobei die gröberen Bestandteile mehr zur Mitte hin abgelagert werden, die feineren hingegen eher in Ufernähe.
Durch die Tiefenerosion der Flüsse werden zunächst schmale Kerbtäler eingeschnitten, die sich allmählich zu Schluchten vertiefen können. Infolge der Seitenerosion bilden sich am Fuße der Felswände Hohlkehlen, über denen immer wieder Felsstürze nachbrechen.
Grundsätzlich schneiden sich die Flüsse in Sedimenten und metamorphen Gesteine, eher V-förmig, ein, was am Mineralbestand der feinkörnigeren, oft quarzreichen Gesteine sowie an ihrer meist gröberen Klüftung liegt, in der die Verwitterung nur vermindert ansetzen kann. In der Folge entstehen klammartige Täler (Tiefenerosion).
Kommt es durch die erosive Wirkung des fließenden Wassers zur Auflösung des Mineralverbandes im Gestein und damit zur allmählichen Verbreiterung des Flussbettes, das sich auch nach den Seiten einschneiden kann. Dabei entsteht allmählich ein U-förmiges Tal mit weiten Talauen (Seitenerosion).
Wo die Landschaft dem Wasser auf Grund fehlender Vegetation keinen ausreichenden Widerstand entgegensetzen kann und das Wasser ungebremst zu Tale schießt, bilden sich an den Hängen gewaltige Rinnen zwischen den Klippen und legen, wie hier bei den Nordmannsteinen zu sehen, die Gesteinsformationen frei.
Der Werradurchbruch bei Creuzburg ist ein Durchbruchstal und beginnt im weiteren Sinne an der westlichen Thüringer Pforte zwischen dem Zickelsberg und dem Hörschelberg im Osten. Danach weitet sich das Tal und bildet bei Wilhelmsglücksbrunn ein breites Becken.
Ab Creuzburg in Richtung Mihla beginnt die eigentliche Engtalstrecke mit seinen steilen Haengen, die durch kleine Seitentäler stark gegliedert sind. Das Tal wird zunächst nordwestlich von den Ebenauer Köpfen und südöstlich von den Nordmannssteinen als Nordwestpfeiler des Mihlberges flankiert und von der Werra von Südwesten nach Nordosten durchflossen. Bei Mihla ändert die Werra mit einem scharfen Knick die Richtung und fließt in nordwestlicher Richtung weiter bis kurz vor Treffurt, wo das Untere Werratal beginnt. Den Abschluss bilden in etwa der Iberg und der Kahn bei Falken.
Der gesamte Talabschnitt gehört zum Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Die umliegenden Berge bestehen aus Muschelkalk, durch den sich die Werra ihren Verlauf durchbrochen und die heute vorhandenen markanten Felsvorsprünge ("Köpfe") geschaffen hat. Die nördlichen Nordmannsteine in der Gemarkung Buchenau werden seit den 1920er Jahren für den Abbau von Kalkstein genutzt. Die Nordmannsteine sind Teil des Naturschutzgebietes Klosterholz-Nordmannsteine.
Der Blick zum Nordmannstein bei Ebenau
An der Nordflanke der Straße, quasi hinter euch rechts, befinden sich die stark zerklüfteten Felsen des Muschelkalks, die Ebenauer Klippen.
Die Ansiedlung Ebenau liegt auf einem Gleithang der Werra gegenüber am Prallhang zeigen sich die aufragenden Felswände der Nordmannsteine mit ausgeprägten Rinnen dazwischen und gut sichtbarem Profil des Unteren Muschelkalks.
Nachdem die Werra sich durch gegraben hatte, nahm die Verwitterung ihren Lauf und hat harte Kalksteinbänke freigelegt, von denen besonders in mittlerer Höhe die zwei sogenannten Terebratelbänke als überhängende Stufen auffallen.
Auf der Infotafel der geologischen Route im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal – Punkt 10 – befindet sich ein Profilschnitt, welcher den Kalksteintagebau im nahen, stillgelegten Steinbruch, aufzeigt.
ACHTUNG --- ACHTUNG --- NATURDENKMAL --- ACHTUNG --- ACHTUNG
VERHALTET EUCH BITTE ENTSPRECHEND RÜCKSICHTSVOLL GEGENÜBER NATUR UND TIEREN.
ES IST NICHT ERFORDERLICH UND NICHT ERLAUBT, DAS NATURDENKMAL ZU BESCHÄDIGEN (STEINE SCHLAGEN, PFLANZEN ZU ENTNEHMEN ETC.)
DIE FORMATION IST FREI ZUGÄNGLICH, DOCH VORSICHT! BITTE SEID AUCH AUF EURE EIGENE SICHERHEIT BEDACHT UND VERHALTET EUCH ENTSPRECHEND VORSICHTIG!
Dieser Earthcache beschäftigt sich mit den vor euch liegenden imposanten Klippen der Nordmannsteine, auf die sich die nachfolgenden Aufgaben beziehen.
Aufgabe 1
Vergleicht den auf der Infotafel abgebildeten Profilschnitt mit den vor euch aufragenden Nordmannsteinen. Könnt ihr Gemeinsamkeiten entdecken oder weicht der Aufbau der Nordmannsteine davon ab? Begründet eure Auffassung kurz.
Aufgabe 2
Begebt euch nun zum Referenzpunkt und haltet nach den im Listing beschriebenen gewaltigen Rinnen Ausschau. Wie viele Rinnen könnt ihr von eurem Standpunkt aus erkennen?
Aufgabe 3
Beschreibt kurz mit eigenen Worten, worauf die Rinnenbildung zurück zu führen ist?
Stellt bitte ein Foto als Nachweis des Besuches mit ein, dies ist eine Logbedingung
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Viel Spaß beim Erkunden wünscht< /p>
Herbalwitch1965
Quellen für Text und Bild: Wikipedia; Geologie Thüringens; Infotafel vor Ort; eigene Aufnahmen