Verlust der Nacht
Straßenlampen, Lichter aus Häusern, beleuchtete Bauwerke sowie Scheinwerfer von Fahrzeugen trüben zunehmend den Blick in die Nacht. Insbesondere in den Städten nimmt die Helligkeit jedes Jahr um ca. sechs Prozent zu. Die Helligkeit ist für den Menschen angenehm, da sie ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, stellt jedoch für nachtaktive Tiere, und das sind ca. 60 Prozent aller Tiere, ein zunehmendes Problem dar.
Das Forschungsprojekt „Verlust der Nacht“ soll Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf Tiere erforschen. Dieses Projekt wird in Lochow (Brandenburg) durchgeführt. Weil der Nachthimmel hier im Sternenpark Westhavelland noch sehr dunkel ist und die Versuchsfelder zudem an Waldgebiete und Gewässer grenzen, wurde dieser Standort ausgewählt. Die Forscher haben in der Region zum Teil künstliche Lichtquellen installiert, um die Auswirkungen auf die Tierwelt unter normalen und künstlichen Bedingungen erforschen zu können.
Abgesehen von dem Einfluss künstlicher Beleuchtung auf die Tierwelt, ist auch der Blick in einen dunklen Nachthimmel für uns Menschen ein Erlebnis. Wenn man hier draußen das erste Mal in seinem Leben die Milchstraße sehen kann, oder viele Sterne an einem wirklich schwarzen Himmel, wird man das nicht so schnell vergessen. Deshalb kommen auch jedes Jahr immer mehr Amateurastronomen hierher in das Westhavelland um ungestört von Kunstlicht zu beobachten oder Fotos vom Himmel zu machen.