#1 Mord in Prosnitz

Kaum jemand weiß, dass im 16. Jhd. auf dem Gelände des ehemaligen DDR-Kinderferienlagers in Prosnitz die Sommerresidenz eines Sohnes Herzogs Bogislaw XIV. stand, sein Name ist leider nicht überliefert.
Noch weniger ist bekannt, dass dieser Sohn bei einem Jagdausflug im nahen Waldgebiet ermordet wurde. Geschichtsforscher vermuten, dass es sich um den Versuch handelte, ein Auslöschen aller Nachfahren des berühmten Adelsgeschlechts zu erreichen, damit das Herzogtum keinen Thronfolger mehr hervorbringen konnte. Als der Kirchherr zu St. Michael in Gustow Nachforschungen zu diesem hinterhältigen Mord anstellte, wurde er ebenfalls Opfer eines Gewaltverbrechens. Thomas Norenberg, so der Name des Pfarrers, wurde der Überlieferung nach "angeblich" von betrunkenen Bauern erschlagen, doch die Mordwange auf dem Friedhof in Gustow sagt etwas ganz anderes, denn auf dieser ist ein Schwert als Tatwaffe abgebildet. Sehr mysteriös diese Angelegenheit, die wohl niemals endgültige Gewissheit bringen wird.
Historisch belegt ist jedoch, dass der ermordete Herzogssohn im sogenannten "Himmel von Prosnitz" bestattet worden ist. Dabei handelt es sich um eine Kette von drei kleinen Hügelgräbern. Im mittleren Grab bettete man den Herzog zur ewigen Ruhe, während seine beiden zwei Frauen, als sie kinderlos eines natürlichen Todes starben, die beiden äußeren Hügelgräber bekamen.
