Dieser Earthcache bildet Teil einer Serie von interessanten Aufschlusspunkten und beschreibt unterschiedlichste Gesteinsarten die angetroffen werden koennen.
Um zu diesem Earthcache zu gelangen, sollte eine umfangreiche Tourvorbereitung vorgenommen werden.
Geologischer Überblick des Ötztal-Stubai-Kristallins
Das Ötztal-Stubai-Kristallin bildet einen Teil der ostalpinen Gesteine, die während der Alpenbildung über ältere Einheiten geschoben wurden. Das Gebiet umfasst eine Größe von etwa 70 x 70 km.
Nach dem tektonischen Baustil kann folgende Gliederung vorgenommen werden: In nördlichen bis mittleren Teilen des Gebietes (etwa bis Sölden) herrscht ein E-W-streichender Großfaltenbau vor, während weiter südlich steilstehender Faltenbau im Kilometer- bis Millimeterbereich dominiert.
Der überwiegende Teil des Ötztal-Stubai-Kristallins besteht aus metamorphen Gesteinen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gneise und Glimmerschiefer sedimentären Ursprungs. Gesteine magmatischen Ursprungs wie Amphibolite und Gneise sind meist linsenförmig eingeschaltet.
Glimmerschiefer
Glimmerschiefer ist ein Sammelbegriff für geschieferte Metamorphite. Vom Gneis unterscheiden sie sich durch das Zurücktreten von Feldspat und Quarz und das häufige Auftreten von Glimmermineralen. Ausgangsgestein sind vor allem tonreiche Gesteine, also Tonsteine oder tonige Sandsteine.
Rund um die Kreuzjochspitze (2675 m) gibt es grossflächige Glimmerschiefervorkommen. Allerdings sind anstehende Aufschlüsse, die unverwittertes Material aufweisen eher die Ausnahme. Lesesteine sind in der Regel besser erhalten und lassen sich sofort an ihrem hohen Glimmeranteil, Aluminiumsilikaten und Turmalinkristallen (Schörl) identifizieren.
Glimmerschiefervorkommen rund um die Kreuzjochspitze. (a) Anstehender Glimmerschiefer. Das Gestein tritt wechsellagernd mit dem Glimmergneis auf. (b) Glimmerschiefer als Lesesteinfund südwestlich der Kreuzjochspitze. Zentimetergroße Turmalinkristalle (Schörl) liegen quer verteilt in der Hauptschieferung.
Das Gestein ist in der Regel oberflächlich stark angewittert und zeigt dann eine rostbraune Färbung. Bei den Lesesteinen bildet sich ein deutliches Relief aus, in dem die härteren Minerale, wie z.B. Turmalin, Kyanit, Staurolith, hervorstehen.
Die Glimmerschiefer sind in ihrer Ausbildung äußerst variabel. Es zeigen sich Varietäten mit zentimetergroßen Turmalinen und deutlich sichtbaren Kyanit- und Staurolithkristallen. Die Minerale direkt auf der Kreuzjochspitze zeigen die größten Kristalle. Nach Westen hin nimmt die Größe deutlich ab. Dann ist eine Unterscheidung zum Glimmergneis bzw. hellen Gneis nur noch mit Hilfe der Lupe über den sinkenden Glimmeranteil (< 30 %) möglich.
Der typische Lesestein-Glimmerschiefer ist durch den hohen Hellglimmeranteil silberglänzend. Granat, Kyanit und Turmalin sind im Handstück deutlich im Hauptbruch anhand zentimetergroßer Kristalle zu erkennen. Die feinere, angewitterte Glimmerschiefervarietät hingegen ist rötlichbraun und zeigt im Längsbruch größere Granate.
Glimmerschiefer im polierten Handstück. (a) Der Schnitt parallel zum Hauptbruch zeigt beigegelbe, stengelige Kyanitkristalle bis 2 cm Länge. Granate bis 2 mm Größe überwachsen vereinzelt die plagioklas- und biotitdominierende Grundmasse. (b) Typischer, granatreicher Glimmerschiefer im Längsbruch. Geschlossene Glimmerlagen aus Biotit und Muskowit ziehen deutlich die Hauptschieferung nach.
Hauptminerale sind Quarz, Plagioklas, Muskowit und Biotit. Des Weiteren können in größeren Mengen Granat, Staurolith, verzwillingter Kyanit, Sillimanit und Turmalin (Schörl) enthalten sein.
Um diesen Geocache zu loggen, müssen die folgenden Fragen und Aufgaben erfüllt werden:
- Was ist ein typisches sedimentäres Ursprungsgestein aus dem Glimmerschiefer entstehen kann?
- Das Gestein besteht vorrangig aus Glimmermineralen. Der Glimmeranteil scheint zu variieren je nachdem von welcher Seite man das Gestein anschaut. Beschreibe die Form der Glimmerminerale und warum in unterschiedlichen Richtungen der Glimmeranteil zu variieren scheint.
- Finde einen Glimmerschiefer Lesestein nahe der angegegenen Koordinaten, der Granat oder Turmalin enthält. Eventuell muss dazu ein wenig bergauf Richtung Kreuzjochspitze gelaufen werden. Beschreibe die Grösse, Farbe und Form der Granate und Turmalinkristalle
Optional: Mache ein Photo von der Umgebung, Pflanzen, Wanderer oder Gesteine. Ein Detailphoto mit Granat oder Turmalin wäre natürlich klasse.