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Kalktuff in Hohenberg EarthCache

Hidden : 6/16/2019
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Kalktuff ist ein poröses Sediment, das durch die Ausfällung von im Wasser gelöstem Kalk entsteht. In der Gemeinde Hohenberg kannst Du die Entstehung von Kalktuff hervorragend beobachten. Dieser EarthCache führt Dich an zwei Stellen, an denen der Kalktuff gut sichtbar entstanden ist.

Einer der schönsten Wasserfälle mit Tuffbildung Niederösterreichs findet sich gleich hier in der Gemeinde Hohenberg.


Die Ablagerung von Kalk (CaCO3) als Kalktuff entsteht vornehmlich hinter kalten Schichtquellen im Karst. Solche Ablagerungen gibt es in einigen Karstgebieten der humiden, gemäßigten Warmklimazone seit der letzten Warmzeit und auch gegenwärtig noch. Ob es zu Ausfällung von Kalk aus Karstwasser kommen kann und in welchen Mengen, hängt allgemein von den klimatischen und geologischen Bedingungen ab, besonders von weiteren physikalischen und chemischen Bedingungskonstellationen, die regional oder lokal vorliegen müssen. Die günstigsten klimatischen Bedingungen bestanden während der rund zweitausend Jahre des postglaziären Atlantikums. In dieser Zeit (vor ca. 8000–6000 Jahren) lagen die durchschnittlichen Temperaturen in Mitteleuropa ca. 2 Grad höher als heute, und es war damals niederschlagsreicher. Liegen diese allgemeinen Voraussetzungen vor, gehören zu den notwendigen Bedingungen für das Ausfällen noch die folgenden Faktoren:
- eine relativ geringe Schüttung der jeweiligen Quelle,
- eine relativ große Verdunstungsoberfläche,
- ein günstiger Korridor der Wassertemperaturen,
- eine Veränderung der Druckverhältnisse und
- bestimmte Ionenkonzentrationen.

Wenn Karstwasser über Moosteppiche, Algenteppiche oder Kolonien von Cyanobakterien fließt, kann eine größere Kalkmenge ausgefällt werden, wenn die Organismen für ihre Photosynthese dem Karstwasser Kohlenstoffdioxid entziehen. Cyanobakterien, früher den Blaualgen zugerechnet, besitzen wie Moose und Algen die Fähigkeit zur Photosynthese, also zur Aufnahme von CO2. Durch den Entzug von Kohlenstoffdioxid steigt der pH-Wert des Wassers und die Löslichkeit von Kalk sinkt, der Kalk fällt aus.

Der ausgefällte Kalk legt sich als feinkristalline Kruste um alles relativ ruhende Kleinmaterial (Sand, Steinchen, Zweige, Blätter, Farne, Moose, Algenschleim). Es entstehen durch Übergussschichtung nach oben und vorne wachsende Gebilde oder Polster an kleinen Wasserfällen oder Stufen in Bachterrassen. Moose wachsen über ihren sich verkrustenden Teil frisch hinaus und wirken dabei wie kleine Reusen und bilden ein tragendes Gerüst. So können auch größere, fragile Gehänge („Nasen“) entstehen. Biotische Verunreinigungen aus Algen und Bakterien bilden relativ feine Strukturen. Die Strukturen sind poröser und leichter, wenn Moose der Fließenergie widerstehen konnten. Dieser Kalktuff ist oft noch feucht und von bröseliger Konsistenz. In den günstigsten Zeiten war er schon nach wenigen Jahrhunderten zu mächtigen Gebilden, so genannten „Kalktuffbarren“ herangewachsen.


Unweit des Wasserfalls befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit: ein ehemaliger Kalktuffsteinbruch:


Ein mittlerweile stillgelegter, ca. 100x100m großer Steinbruch (Mächtigkeit ca. 15 m, Alter ca. 7.000 Jahre). Daneben umfließt (ausgehend von der Seebachquelle oberhalb) ein aktiver Sinterbach mit Tuffkaskaden den Steinbruch. Der Tuffabbau wurde vor ca. 10-15 Jahren eingestellt, die Abbaugrube verschüttet und als Grünland rekultiviert. Der obere Teil der Abbauwand ist jedoch noch erhalten.

Um zum Steinbruch zu gelangen, folgt der Straße weiter hinauf und dann beim Wegpunkt die Abzweigung hinunter zum Steinbruch nehmen. Bitte nicht mit dem Auto direkt zum Steinbruch fahren. Dies ist nur eine Forststraße und es besteht Fahrverbot! Ihr werdet den oberen Teil des Steinbruchs schon bald sehen. Dieser wurde nicht zugeschüttet und ist frei sichtbar. Allerdings muss ein Feld überquert werden um dort hin zu gelangen. Deswegen bei hochstehender Wiese bitte nicht betreten! Bei Stage 3 können die Fragen auch beantwortet werden.


Aufgaben:

1.) Stage 1 - Wasserfall: Schau dich beim Wasserfall um.
1.1) Wie würdest du die Gesteinsstrukturen im Wasser beschreiben in Form und Struktur?
1.2) Wie denkst du wird sich der Wasserfall in Zukunft verändern?
1.3) Was fällt dir hier an der Vegetation auf? Kannst du an lebenden Pflanzen eine Tuff-Bildung erkennen?

2.) Stage 2 - Steinbruch → Diesen jedoch nur bei kurzer Wiese direkt besuchen. Ansonsten weiter zu Stage 3, wo die Fragen auch zu lösen sind. Hier liegen (bei beiden Stages) genügend Kalktuff-Steine herum.
2.1) Nimm einen Stein in die Hand und beschreibe wie er sich anfühlt. Was passiert, wenn du zwei Steine aneinander reibst?
2.2) Nimm dir vom Steinbruch bzw Stage 3 einen kleinen, losen Tuff-Stein mit nach Hause und lege ihn über Nacht in ein Glas mit Essig. Beschreibe was passiert und warum denkst du reagiert der Stein auf den Essig?

3.) Mache eine Foto von deinem GPS-Gerät oder einem persönlichen Gegenstand mit dem Steinbruch im Hintergrund und lade dieses bei deinem Fund-Log hoch.

Habt ihr alle Antworten gesammelt, sendet mir diese bitte per Mail zu. Ihr könnt danach gleich loggen. Sollte es Unklarheiten geben, werde ich mich bei euch melden.

Viel Spaß,
RauGeo

Quellen:
http://www.noe.gv.at/noe/Naturschutz/Kalktuffquellen.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalktuff


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