Die rasante Entwicklung Hennigsdorfs begann, als die AEG ab 1910 auf dem Gelände der späteren LEW (VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke, heute Bombardier) eine große Produktionsstätte zur Herstellung von Porzellan, Öltüchern, Lacken und Heizapparaten errichtete. Die Produktion lief 1911 an. Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde die Produktion auf kriegswichtige Produkte umgestellt, vor allem auf bewaffnete und unbewaffnete Aufklärungsflugzeuge sowie auf Lokomotiven.
1916 erwarb die AEG das Gelände der Falzziegelfabrik August Burg AG sowie dahinter liegende Ländereien. Die AEG errichtete auf dem Gelände neben dem entstehenden Stahlwerk eine Pulverfabrik und Füllstationen zum Füllen von Minen und Granaten.
Durch eine Explosion in der Munitionsfabrik am 4. August 1917 wurden in ganz Hennigsdorf gewaltige Verwüstungen verursacht. Es wurden fast alle Anlagen, auch die des Stahlwerkes, dem Erdboden gleichgemacht, alle Wohnhäuser beschädigt. Einige brannten sogar völlig nieder, Schule und Kirche wurden stark beschädigt, acht Menschen starben.
Im Zuge des Wiederaufbaus baute die AEG zwischen 1918 und 1919 für die Stahlwerker die Heimstättensiedlung, auch Pulversiedlung genannt.
Im südlich von Hennigsdorf gelegenen Nieder-Neuendorf (Eingemeindung nach Hennigsdorf 1923) befand sich von 1872 bis 1922 das 78 ha große sogenannte „staatliche Munitions-Depot Nieder-Neuendorf“ des preußischen Militärs. In einzelnen Schuppen waren Pulver-, Munitions- und Sprengstoffmagazine angelegt worden. Die Schuppen waren mit begrünten Erdwällen von je ca. 70m x 70m umgeben. Es entstanden 20 Erdwallfelder. Deren Bepflanzung erfolgte zu Tarnungszwecken. Im Jahre 1874 wurde an der Havel (heute Halbinsel) eine Hafenanlage gebaut, die überwiegend dem Be- und Entladen des Pulvers diente. Siehe dazu die Abbildung von 1903 (Munitionsdepot und Ladestelle an der Hafenanlage). Der Transport innerhalb des Geländes erfolgte über ca. 7,5 km Vollbahn- und 3,7 km Schmalspurgleise.
Als nach dem 1. Weltkrieg der Versailler Vertrag in Kraft trat, musste das Munitionsdepot aufgegeben werden. Im März 1922 kaufte die Hennigsdorfer Terrain- und Hafengesellschaft mbH (AEG) das Gelände. 1927 wurde die Verlegung der Spandauer Allee abgeschlossen, die das Gelände in zwei Teilbereiche zerschnitt.
Im 2. Weltkrieg wurden auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots zahlreiche Splittergräben angelegt. Es wurde bombardiert. Nach 1945 wurden in den noch vorhandenen Baracken Flüchtlinge untergebracht. Später siedelten sich gewerbliche Nutzer sowie Kleingärtner an. Es wurden auch Garagenkomplexe gebaut.
In den Jahren 1996 und 1997 wurde das Gebiet vom Munitionsbergungsdienst beräumt. Danach wurden die Flächen als Gewerbegebiet entwickelt.
Erhalten geblieben sind bis heute Erdwälle an der Spandauer Landstraße, auf denen inzwischen Bäume wachsen. Hier haben wir unseren Cache versteckt. Ihr steht direkt vor einem Wall.
Diesen Cache habe ich für meinen Mann gelegt.
Juni 2020: Wir haben in altem Kartenmaterial von 1806 ein Pulvermagazin an gleicher Stelle gefunden (siehe Foto). Die Geschichte geht also noch weiter zurück.
Achtung: Da eine Cachergruppe einen aufwendigeren Cache "bauen" will, haben wir nun den Cache verlegt. Auch hier ist ein Wall zu sehen. Der ursprüngliche Wall 150 m nördlich von diesem ist noch besser zu erkennen.