Am "Wegelchen" bei den "Hüttchen" war früher immer mein Treffpunkt mit einer guten Freundin.
Zur Miniaturanlage Molkengrund (Auszüge aus dem Buch 725 Jahre Reddighausen von Edith Reitz):
Die Entstehung der Miniaturanlage "Molkengrund geht auf die 700-Jahr-Feier im Jahr 1983 zurück. Fast alle Bewohner des Ortes beteiligten sich an der Aufgabe, mit einem Beitrag am historischen Festzug teilzunehmen. Der damalige Arbeitstherapeut der Fachklinik Hahnenholz, Georg Karge, baute gemeinsam mit Patienten der Fachklinik die Dorfkirche nach. Die Zuschauer des Festzuges staunten, wie gut der Nachbau der historischen Kirche gelungen war.
Das Elternhaus von Wieland Viessmann wurde in den Jahren 1938/1939 bis 1945 als Ganztags-Kindergarten genutzt, die Betreuung erfolgte von morgens 8.00 Uhr bis nachmittags 17.30 Uhr, sogar ein Mittagessen wurde gekocht. Dies nahm Wieland Viessmann zum Anlass, dieses Haus im damaligen Ursprung nachzubauen und somit seinen Beitrag zum Festzug beizusteuern.
Nachdem der Festzug vorüber und das wunderbare Fest verklungen war, entstand die Frage, was mit den Miniaturgebäuden geschehen sollte. Wieland stellte "seinen Nachbau" dem Kindergarten zur Verfügung, es wurden darin Spielgeräte untergestellt. Die Kirche wurde zunächst in der Festhalle untergebracht.
Im Rahmen der Dorfverschönerung wurde darüber nachgedacht, wie man den freien Platz im Molkengrund gestalten könne. Hier kamen unsere beiden Mitbewohner Ernst Becker und Willi Klein auf die Idee, die "kleine Kirche" und den "alten Kindergarten" dort aufzustellen. Der Gedanke wurde in die Tat umgesetzt und die beiden begaben sich daran, Betonfundamente zu errichten. Die Kirche musste noch etwas restauriert werden, so bekam sie ein neues Dach und wurde mit "Glockengeläut" bestückt.
Seitens der Stadt wurde das Areal neu eingesät, es wurden Ziersträucher und Bäume gepflanzt. Die Materialien wurden gestellt, jedoch wurden die Arbeiten allein von Ernst Becker und Willi Klein in Eigenleistung erbracht.
In der Folgezeit wurden von den beiden rührigen Erbauern neue Objekte geplant.
Es entstand die "alte Schule". Ursprünglich wurde sie im Jahr 1811 erbaut, der Unterricht fand in einem Schulsaal statt. Heute gehört das Haus der Familie Schneider (Schulschneiders). Mit viel Liebe zum Detail entstand so das dritte Miniaturhaus.
Ein Anliegen war es, auch die letzte Kate im Landkreis, das alte "Kaspersch-Haus" für die Nachwelt im Original nachzubauen, was ebenfalls in die Tat umgesetzt wurde.
Das bislang letzte Miniaturgebäude, welches ebenfalls von Willi Klein und Ernst Becker geplant und in akribischer Kleinarbeit umgesetzt wurde, ist das alte Backhaus.
Sowohl Ernst Becker, als auch Willi Klein sind mittlerweile leider verstorben.
Somit kümmert sich die Interessengemeinschaft „Molkengrund“ heute um die Miniaturhäuser.
Immer wieder wurden Reparaturen und Sanierungen fällig. Erst im Jahr 2018 hat die Interessensgemeinschaft mit großer finanziellen und personellen Unterstützung des Verkehrsvereines vor Ort geholfen, um die Häuser zu erhalten.
Mit insgesamt 32 Arbeitseinsätzen und über 500 Stunden waren insgesamt 23 Helfer im Einsatz.
Für mich persönlich sind die Miniaturhäuser auch eine schöne Erinnerung an meinen Opa Willi Klein.