Auf dieser hartumkämpften Höhe warte ich seit ewiger Zeit auf meine Rettung.
Als sich die Angreifer, Verteidiger, Freunde, Feinde oder wie soll ich alle diese wilden Ballermänner noch nennen, hier ein hitziges Feuergefecht mit ihren Musketen lieferten, war ich zur falschen Zeit am falschen Ort, wie man so (schön??) sagt. Ich fand zum Glück einen geeigneten Minibunker und sprang hinein. An ein Wiederherauskommen konnte ich in dieser schwarzpulverdampfgeschwängerten Luft gar nicht denken. So sitze ich nun hier fest und warte wie die Prinzessin im Turm auf meine Befreiung.
Hören kann ich hier so einiges, aber sehen kann ich nur den Zenit, wo ab und zu mal ein Vogel durch meine Sichtachse fliegt. Das schlimmste war, als in diesem Sommer ein frecher Spatz sich oben auf meinem Bunkerrand niederließ und mir auf den Kopf s***ß. Dann hat es wochenlang nicht geregnet, was äußerst unangenehm war, um es mal gelinde auszudrücken. Nun bin ich zum Glück wieder sauber und Ihr müßt Euch nicht ekeln, wenn Ihr mich hebt.
Der Elbschnatz hat es mal probeweise versucht, ob das geht. Er ließ mich aber dreimal wieder hinabplumsen und ging zufrieden nach Hause. Soviel ich mitbekommen habe, hatte er nur eine 14er Mutter am Strick hinabgelassen und dreimal biß ich an, denn Angelhaken ignoriere ich.
Leider weiß ich schon jetzt, daß Ihr mich auch wieder hinabschicken werdet. Da bitte ich mir aber aus, nicht kopfüber hineingestürzt zu werden, denn dann wäre ich auf ewig gefangen.