Dieser Multi zeigt euch die Standorte des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR (umgangssprachlich Stasi genannt) in Karlshorst. Insgesamt gab es ca. 250 Stasi-Objekte in Karlshorst. Führende MfS-Mitarbeiter arbeiteten und lebten in Karlshorst, so auch der langjährige Minister für Staatsicherheit Erich Mielke, sein Vorgänger Ernst Wollweber, sowie Alexander Schalck-Golodkowski u.v.m.
Die Listingkoordinaten führen euch zur Einfahrt zum ehemaligen Gelände der Abteilung Nachrichten des MfS. Die Gebäude wurden allerdings im Sommer 2023 abgerissen, so dass diese frühere Station des Multis quasi nicht mehr existiert.

Auszug aus dem MfS-Lexikon des BStU:
- Abteilung N (Nachrichten) ist 1959 hervorgegangen aus der Abt. Nachrichtenverbindungen und Waffen.
- Aufgaben: Planung, Organisation und Sicherstellung des Nachrichtenwesens des MfS, der geheimen Regierungsnachrichtenverbindungen und des Informationsaustausches mit den Partei- und Staatsführungen der Mitgliedsländer des Warschauer Vertrages und weiterer befreundeter Länder sowie Sicherung der Nachrichtenübermittlung des MfS zum Partei- und Staatsapparat.
Exkurs Verschlüsselungsmaschinen
Das MfS in der DDR nutzte nicht die Enigma, sondern eigene, spätere Verschlüsselungsmaschinen wie die ** T-310/50 ** für Fernschreiben und analoge Geräte wie die "Schnatterinchen" und die "Eiserne Frau" für geheime Sprachnachrichten, die für den Einsatz im Kalten Krieg konzipiert wurden. Diese Geräte wurden von Unternehmen wie VEB Steremat Berlin entwickelt und eingesetzt, um die Kommunikation des MfS und anderer DDR-Behörden zu sichern.
Wichtige Verschlüsselungsgeräte des MfS:
- T-310/50:Eine digitale Chiffriermaschine zur Verschlüsselung von Fernschreiben, die in den 1980er Jahren entwickelt und eingesetzt wurde. Sie war etwas größer als die Enigma, aber einfacher zu bedienen.
- "Schnatterinchen":Ein analoger Sprachgenerator (Niederfrequenz-Umsetzer), der ab etwa 1964 für geheime Sprachnachrichten über Kurzwellen verwendet wurde.
- "Eiserne Frau":Ähnlich wie die Schnatterinchen war dies ein digitaler Sprachgenerator, der um 1982 vom Institut für Kosmosforschung entwickelt wurde und ebenfalls zur Übermittlung geheimer Sprachnachrichten diente.
- Dudek-Verfahren (T-352/T-353):Das MfS nutzte auch polnische Chiffriergeräte auf Basis des Einmalschlüssel-Verfahrens (One-Time Pad), die in der DDR unter den Bezeichnungen T-352 und T-353 bekannt waren.
Entwicklung und Einsatz in der DDR:
- Im Gegensatz zur Enigma, die bereits im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde, entwickelte die DDR eigene, moderne Verschlüsselungstechnologien, um ihre Kommunikation zu sichern.
- Die Geräte wurden von spezialisierten DDR-Unternehmen und Forschungseinrichtungen wie dem VEB Steremat Berlin und dem Institut für Kosmosforschung entwickelt.
- Neben dem MfS nutzten auch andere DDR-Institutionen, darunter das Innenministerium, die Volkspolizei und die Nationale Verteidigung, diese Chiffriermaschinen.
Geht nun weiter zu N 52° 28.936' E 13° 32.428'. Diese Koordinaten führen euch zur Einfahrt des ehemaligen Geländes der Hauptabteilung VIII.

Auszug aus dem MfS-Lexikon des BStU:
- Abteilung VIII ist 1950 entstanden
- 1958 erfolgte die Aufwertung zur Hauptabteilung VIII (HA VIII)
- Aufgabe dieser Diensteinheit war es, im Auftrag anderer MfS-Abteilungen operative Beobachtungen und operative Ermittlungen durchzuführen.
- Ihre Standardmethoden waren Mitschnitte von Telefongesprächen, heimliche Fotoaufnahmen, Videoüberwachung, verdeckte Wohnungsdurchsuchungen sowie gewaltsames Eindringen in fremde Objekte aller Art in Ost und West.
- Für Überwachungs- und Verfolgungsfahrten im Transitbereich oder westlichen Ausland wurden PKW westlicher Autohersteller verwendet, welche hier in Karlshorst (u.a. in der heutigen Arberstraße) ihre Garagen hatten.
- Neben Beobachtungen, Ermittlungen, Durchsuchungen und Festnahmen in der DDR gehörten auch "aktive operative Maßnahmen in und nach dem Operationsgebiet" zu den Aufgaben der HA VIII. Hauptamtliche MfS-Mitarbeiter und inoffizielle Mitarbeiter (IM) reisten unter falschem Namen über getarnte Grenzschleusen ins westliche Operationsgebiet, wo sie Nachforschungen anstellten und Personen und Gebäude überwachten. Auch Anschläge und Entführungen gehörten zum operativen Geschäft dieser MfS-Abteilung.
Ende 1988 arbeiteten in der HA VIII 1.509 und in den Abt. VIII der Bezirksverwaltung (BV) 2.960 hauptamtliche MfS-Mitarbeiter. Neben diesen 4.469 hauptamtlichen unterstanden der HA VIII 1.198 IM (darunter 124 West-IM). Hinzu kamen etwa 3.500 IM in den Abt. VIII der BV.
1. Hauptamtliche Mitarbeiter
(Das stimmt mit deiner Angabe überein.)
2. Inoffizielle Mitarbeiter (IM)
3. Gesamtzahl (hauptamtliche + IM)
Gesamt: 9.167 Personen
(davon 4.469 hauptamtlich und 4.698 inoffiziell, inkl. 124 West-IM).
Eure Aufgabe in dieser Zwischenstation:
- Findet die Koordinaten des Finals!

Seid vorsichtig beim Bergen und Zurücklegen!
Viel Erfolg!