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Steyrs Vielfalt EarthCache

Hidden : 1/1/2020
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Die korrekte Bezeichnung der Steine am Flussufer lautet „Gesteine“. Steine gibt es auf der Baustelle (Ziegelsteine, Pflastersteine…), unsere Gesteine hier an der Steyr nennt man jedoch Gerölle, da sie jahrelang am Grund des Flusses entlang gerollt sind und somit abgerundet wurden.

Wie entstehen jedoch diese Gerölle? Zuallererst verwittert fester Fels, er wird in immer kleiner werdende Bruchstücke zerlegt. Das geschieht meist durch Einflüsse der Atmosphäre: Die Temperatur schwankt stark, Wasser dringt durch die Ritzen und Spalten ins Gestein. Auch Pflanzen können ähnliche Auswirkungen haben durch Wurzeln die sich in den Fels pressen.

So rollen vielleicht manche Steine in einen Bach, der wird in den Fluss gespült und dieser mündet irgendwann im Meer. Auf diesem Weg lagern sich Gesteine immer wieder im Flussbett ab und Gesteinsbrocken werden immer weiter zerkleinert. Durch die ständige Bewegung im Wasser werden sie regelrecht außen abgerollt - und dabei schön gerundet.

Welche Gesteine sich am Ufer eines Flusses finden, hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Ursprungsort der Gesteine, der Weite des Transportweges, aber auch von ihrer Zusammensetzung, von den in ihnen enthaltenen Materialien und ihrer physikalischen oder chemischen Stabilität. Manche Gesteine zerfallen früh zu Sand, und werden so nicht sehr weit transportiert bis sie zerfallen.

 

Welche Steine finden wir also in der Steyr?

 

 

Die Schotterbänke der Alpenflüsse enthalten neben den von den Flüssen aus dem Gebirge und dem Vorland antransportierten Geröllen auch die Gesteinsfracht der Gletscher aus der Würmeiszeit (vor ca. 130.000 - 10.000 Jahren), sowie älteres Material mindel- und risseiszeitlicher Gletscher (ca. 400.000 - 130.000 Jahre).

Die Bestimmung größerer charakteristischer Gerölle ist relativ einfach. Eine stratigraphische Zuordnung vieler Flusskiesel ist aber nicht immer eindeutig durchzuführen. Der Grund dafür ist, dass zu unterschiedlichen Zeiten ähnliche Ablagerung- bzw. Bildungsbedingugnen vorherrschten, die zur Bildung sehr ähnlicher Gesteine geführt haben.

 

Unten stehend sind einige Gesteine angeführt, die sich entlang der Steyr finden lassen.

 

 

Grauer Kalkstein


Bei diesen sehr häufig auftretenden Karbonatgestein herrschen Grautöne von fast Weiß bis Dunkelgrau in allen Abstufungen vor. Der größte Anteil des Gesteins besteht aus kalkigen oder dolomitischen Sedimentgestein der mittleren bis oberen Triaszeit. Es sind vorwiegend im tropischen Flachwasser eines westwärts gerichteten Ausläufers des Urmeers Tethys gebildete karbonatische Meeresablagerungen, die nun als „grauer Alpenkalk“ vorliegen. Der meist hellgraue Wettersteinkalk und -dolomit ist verbreitet am Aufbau der Nördlichen Kalkalpen beteiligt, somit hier auch häufig im Fluss zu finden.

 

 

Schwarzer Kalkstein


Es sind dunkelgraue, fast schwarze Kalksteine, die oft mit weißen Kalzitadern durchsetzt sind. In der mittleren Triaszeit, zur Zeit der Ablagerung des „Alpinen Muschelkalks“, begann das Tethys-Meer in den Bereich der späteren Nördlichen Kalkalpen vorzudringen. Es kam erstmalig zur Ablagerung von Kalkschlämmen. Die dunkelgraue bis schwarze Färbung ist durch geringe bitumöse Beimengung bedingt. Schwarze Kalksteine sind im "Alpinen Muschelkalk" aber auch in anderen Schichtgliedern der Kalkalpen anzutreffen.

 

 

Dolomit


Der meist hellgraue bis bräunliche Stein zeigt aufgrund seiner Sprödigkeit und starken Zerklüftungen charakteristische, eckige Ausbrüche an der Oberfläche. Unter einer sehr hohen Verdunstungsrate in einem extrem flachen Heeresbereich konnte sich ein hohes Magnesium-Calcium-Verhältnis einstellen; es bildeten sich Dolomiten anstelle von Kalk. Im Laufe von ca. 10 Millionen Jahren entstand eine Dolomitserie von über 1000 m Mächtigkeit (entspricht ca. 0,1 mm/Jahr). Hauptdolomit ist das am weitesten verbreitete Gestein der nördlichen Kalkalpen. Dolomite treten auch in anderen karbonatisch geprägten Formationen auf.

 

 

Korallenkalk


Meist hellgraue bis fast weiße, manchmal rötliche Kalksteine mit auffälligen runden bis länglichen, meist weißen Einschlüssen.

In der obersten Triaszeit bildeten sich Korallenriffe aus, die sich über das Flachmeer erhoben. Diese Riffkalksteine enthalten häufig Korallenstöcke oder Korallenschutt, meist der Gattung Thecosmilia. Deshalb heißt das Gestein auch Thecosmilienkalk oder, nach der jüngsten Stufe der Triaszeit, Oberrätkalk.

Die Riffe der obersten Trias sind wegen ihrer Härte und der massigen Ausbildung ihrer schönen Felsformen beliebte Kletterberge.

 

 

Radiolarit


Der Stein ist meist braunrot bis rot, es können aber auch schwarze und grünliche Variationen auftreten. Aufgrund hoher Sprödigkeit und Härte ist er meist kantig und stark zerbrochen. Oft ist er mit von weißem Kalkspat gefüllten Klüften durchzogen.

Der mittel- bis oberjurassische Radiolarit besteht fast ausschließlich aus amorphem Quarz (Kieselsäureanhydrid) und ist damit im wahrsten Sinne des Wortes ein Kieselstein.

Das Material dieses Tiefseesediments stammt aus dem „Skelett“ von sehr kleinen planktonfischen Einzellern, den sog. Radiolarien, die im Meer massenhaft auftreten können.

Wegen seines achtkantigen Bruchs wurde er in der Steinzeit auch als Schneide- und Schabewerkzeug genutzt.

 

 

Quarz


Die weißlich trübe Färbung des auch als Milchquarz bezeichneten Gerölls ist durch winzigste Flüssigkeiteneinschlüsse bedingt. Hauptbestandteil ist Siliziumdioxid, als Nebengemengeteil tritt manchmal Glimmer auf. Aufgrund der Sprödigkeit des Materials ist er oft nur schlecht gerundet.

Quarz ist in Form von linsenförmigen bis platteigen Körpern und als Kluftfüllung vorwiegend in Schiefern und Gneisen weit verbreitet.

 

 

Granit


Granit besteht aus Quarz (klar und glasartig) und Feldspäten (Plagioklase = weißlich; Alkalifeldspäte; Orthoklase = rosafarben) Dunkle Gemengeteile sind Hornblende und Biotin. Granit ist grobkörnig, die einzelnen Kristalle sind mit bloßem Auge gut zu erkennen. Granit hat keine Porenhohlräume.

 

 

 

 

 

 

Kalktuff


Es ist ein leichter, sehr poröser, heller Kalk, bestehend aus von Kalksinter umschlossenem Pfanzenmaterial. Häufig sind Blattformen, Stängel etc. Noch gut erkennbar.

Kalktuff, auch Quelltuff genannt, entsteht durch den Entzug von Kohlensäure aus den an die Oberfläche austretenden kalziumkarbonatreichen Grundwässern und der damit einhergehenden Ausfällung von kohlensaurem Kalk unter Mithilfe von diversen Mikroorganismen in fließendem Wasser.

Der sehr junge, quartärzeitliche Kalktuff hatte aufgrund seiner leichten Bearbeitbarkeit als Werkstein schon seit der Antike einige Bedeutung.

Römerzeitliche Bausteine sowie viele Kirchen und Bauernhöfe im Voralpenland legen davon Zeugnis ab.

 

 

Brekzie


Es ist ein Gestein, bestehend aus eckigen Bruchstücken anderer, älterer Gesteine. Die jüngere meist weiße bis graue, manchmal auch rote Zwickelfüllung besteht überwiegend aus Kalk.

Es können entweder nur Komponenten aus dem Kalkalpin der nächsten Umgebung oder auch von weiter her herangeschaffte „exotische“ Gesteinsfragmente enthalten sein.

Brekzien sind zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Es sind Zeugen zusammenbrechender Steilküsten, deren Steinlawinen sich als submarine Rutschmassen und Schuttfächer abgelagerten und mit Kalkschlamm zementiert wurden. Vermehrte Brekzienbildung, wie z.B. zu Beginn des Jura oder in der Oberkreidezeit, weist auf Zeiten verstärkter tektonischer Aktivität hin.

 

 

Konglomerat (Nagelfluh)


Es ist ein verfestigter Schotter, dessen Geröllkomponenten deutlich zugeordnet sind. Das Bindemittel ist aus Grundwaessern ausgefallener Kalk.

Der Name Nagelfluh ist zusammengesetzt aus Fluh (=Fels) und den wohl an Nagelköpfe erinnernden Geröllen. Tertiäre Konglomerate kommen im weiten Einzugsgebiet sehr häufig vor. Die Quartären Konglomerate sind verfestigte Schotter, die zeitlich vorwiegend der Risszeit oder früheren Eiszeiten zugeordnet sind.

Das Gestein wurde häufig als Baustoff verwendet. Es kann leicht mit Beton verwechselt werden, besonders dann, wenn als Zuschlagsstoff einheimischer Schotter eingesetzt wurde.

 

 

Glimmerschiefer


Der Glimmerschiefer erscheint auf den ersten Blick wie geschichteter Sandstein und enthält deutlich sichtbare helle Glimmerkristalle (Muskovit) in nennenswerter Anzahl.

Der Glimmerschiefer ist mittel- bis grobschuppig und erfüllt beim Anschlagen in cm-dicke, meist mm-dicke Platten, auf deren Oberfläche es kräftig glitzert. Er ist nur bedingt verwitterungsresistent und wird deshalb nicht allzu weit transportiert.

 

 

 

Ziegelstein


Regional angereicherte Abfallprodukte wie: Ziegelsteine, Beton- und Teerbrocken (Konglomeraten und Brekzien sehr ähnlich), Porzellanscherben, Glasscherben, Grabsteinfragmmente, Schlacken- und Metallreste erstaunen häufig den interessierten Steinesammler.

 

 

 

 

 

Achtung: Dieser Cache ist NICHT bei Hochwasser zu lösen! Auch im Winter wenn Schnee liegt werdet ihr eher Probleme mit dem Lösen der Aufgaben haben...

 

Den Zugang zur Schotterbank ist von Westen her. Siehe Wegpunkt. Parkplätze gibt es in der angrenzenden Siedlung entlang der Gassen.

An heißen Sommertagen sollten natürlich auch die Badesachen eingepackt werden!

 

Um den Earthcache als gefunden loggen zu dürfen, beantworte bitte folgende Fragen und sende mir die Antworten per Mail zu:

1.) Warum denkst du sind hier so viele unterschiedliche Gesteinsarten zu finden?

2.) Welche der im Listing beschriebenen Steine kannst du selber finden?

3.) Die Schotterbank verändert sich durch die Strömung, Ablagerungen und den Wasserpegel ständig. Wie lang und breit schätzt du die Schotterbank zum Zeitpunkt deines Besuches an seiner längsten und breitesten Stelle?

4.) Suche dir einen "Grauen Kalkstein" (hier sehr häufig zu finden), um ihn Zuhause in ein Glas mit Essig zu legen. Beschreibe deine Beobachtungen. Was denkst du geschieht dabei?

5.) Lade zu deinem Fundlog ein Foto von deiner persönlich entdeckten "Steyrer Vielfalt" hoch.

 

Nach dem senden der Antworten könnt ihr sofort loggen. Sollte etwas nicht passen, werde ich mich bei euch melden.

 

Viel Spaß beim (Unter)Suchen,

RauGeo

 

Bildquelle: RauGeo
Informationsquelle: "Steine an Fluss, Strand und Küste"

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