Dietmannser Industrie
Der Ort:
Dietmanns ist eine kleine Gemeinde mit ca. 1.000 Einwohnern im niederösterreichischen Waldviertel. Der Ort wurde 1492 erstmals urkundlich erwähnt. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Gegend "Bandlkramerlandl" genannt, da sich in Dietmanns und Groß Siegharts Webereien für Bänder ansiedelten (Ein Bandlkramer ist ein Verkäufer dieser Bänder). Die Dietmannser Weberei produziert auch heute noch hochqualitative Stoffe.
Zum Einkehren gibt es im Ort ein Gasthaus (Wia z'Haus Kern) sowie ein Café (Café Gawol). Kulturell gibt es jährlich wiederkehrende Veranstaltungen (Jahrmarkt, Adventmarkt, Faschingsbälle) sowie regelmäßig stattfindende Kabarettabende.
Die “Industrie”:
Die Industrie besteht in Dietmanns aus 2 Fabriken: “Schiel” und “Steilmann”. Beides sind Fabriken der Textilbranche. Das Waldviertel trägt eine große Historie mit textilverarbeitenden Unternehmen mit sich (Backhausen, Anderlfabrik, Herka, Wirtex, TVG, Adensamer, etc.), viele Unternehmen (… und damit Arbeitsplätze) sind mittlerweile nicht mehr existent.
Schiel-Fabrik:
Die sehr turbolente Historie der Schielfabrik geht bis ins Jahr 1865 zurück. In diesem Jahr ließ Ignaz Senfelder eine zweigeschoßige Fabrik erbauen, indem in den nachfolgenden Jahren Bänder erzeugt wurden. In dieser Zeit stand bereits das Kronentor. Nachdem der Erlös nicht den Erwartungen entsprach, wurde die Fabrik im Jahr 1871 an die Firma Hetzer und Söhne verkauft. 1890 wurde die Fabrik ausgebaut, zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten knapp 240 in der Fabrik. Nach dem ersten Weltkrieg musste die Fabrik aufgrund des Rohstoffmangels und schwieriger Absatzmöglichkeiten mit der einhergehenden schwierigen Finanzlage schließen.
Im Jahr 1926 wurde die Fabrik durch die Firma Schiel (“Gebrüder Schiel AG”, “Schielseide”) übernommen. Schiel war damals ein weltbekannter Industriekonzern, der Fabriken in Tschechien, Ungarn und Österreich betrieb. In Dietmanns wurden vorwiegend Bänder produziert. Die 1930er-Jahre waren für das Unternehmen eine harte Zeit, Absatzmärkte brachen rasch ein. In der Zeit des 2. Weltkriegs wurde es nicht besser; die Produktion musste teilweise für die Kriegswirtschaft auf Fallschirmstoffe für Leuchtraketen und Kabelbäume für U-Boote umgestellt werden. Ab 1950 ging es wieder aufwärts, alte Verbindungen auf dem Wirtschaftsmarkt wurden wieder aufgenommen. Der Maschinenpark wurde verjüngt und erneuert, das sogenannte “Schieldörfel” (Dorfstraße) wurde errichtet (Häuser für Bedienstete). 1987 wurde nach den Abtragungen des alten Gutshofes (der ehemaligen Herrscher Dietmanns) eine neue Webhalle (Gebäude östlich des Parks) errichtet. Ab Mitte der 1990er wurde im Zuge der Ostöffnung die Konkurrenz immer größer. Im Jahr 1996 musste abermals Konkurs angemeldet werden. Der Betrieb wurde von Klaus Woltron unter dem Markennamen “Jil Silk” weitergeführt, 1999 musste der Betrieb wieder Konkurs anmelden.
2003 wurde die Fabrik von Hr. Heinrich Rabl gekauft, der Markenname “Jil Silk” blieb erhalten. Derzeit werden mit rund 50 Mitarbeitern hochwertige Stoffe (“Jacquard-Stoffe”) für Krawatten & Kleider produziert.
Steilmann-Fabrik:
Eine weitaus kürzere, aber nicht wirklich schönere Historie hat die Steilmann-Fabrik. Die Fabrik wurde im Jahr 1971 als “Tom und Tina” in Dietmanns mit 400 Mitarbeitern, darunter 40 Lehrlingen, eröffnet. Es wurde Damenoberbekleidung produziert. Aufgrund der Firmengröße wurde eigene Bushaltestelle am Firmengelände aufgestellt, es gab eine Werksküche sowie einen Betriebskindergarten. Im Jahr 1979 wurde das Werk aufgrund einer Wirtschaftsflaute und betrieblichen Schwierigkeiten an die Firma “Steilmann” verkauft. Steilmann ist ein international agierender Textilkonzern, nähere Informationen bitte dem Wikipedia-Artikel entnehmen: KLICK. Steilmann stellte den Betrieb mit ca. 300 Mitarbeitern in Dietmanns sicher und stellte Damenoberbekleidung her. 1994 schloss das Dietmannser Werk nach einer Betriebsauslagerung in die Tschechische Republik.
Im Jahr 1997 entstand in der Fabrik die Firman Zeindl. In der Fabrik werden ab sofort elastische Bänder für die Wäscheindustrie sowie Körperbänder und Gurte produziert.
Der Cache:
Dieser Cache ist ein Kurz-Multi über die oben angeführten Fabriken. Das Final befindet sich in der Nähe von Stage 2.
Stage 1: Schiel-Fabrik:
N 48 47.563 E 015 23.015
Auf dem Gelände der Schiel-Fabrik befand sich früher das Gut (“Gutshof”) mit dem dazugehörigen Schloss Dietmanns. Die Einfahrt auf das Gutsgelände erfolgte über das sogenannte “Kronentor”. Das Kronentor ist heute noch erhalten und im Privatbesitz. Auf dem Kronentor befinden sich zwei Jahreszahlen. Nimm die niedrigere Jahreszahl als A und die höhere Jahreszahl als B.
Hinter dem Kronentor kann die Schiel-Fabrik (heute Ing. Heinrich Rabl GmbH) erblickt werden.
Auf der Front befindet sich ein Bild mit Text. Im Text befinden sich 4 Jahreszahlen. Ordne die 4 Jahreszahlen chronologisch den Buchstaben C, D, E & F zu.
Stage 2: Steilmann-Fabrik
N2=N1-F+B
E2=E1+F-A+(D-A)*3
Nun kann eine Runde um die Steilmann-Fabrik gemacht werden. Am Vorplatz befindet sich der Eingang, links daneben ist ein Logo ersichtlich. G: Um welche Weberei handelt es sich hier?
- Jacquard-Weberei = 54
- Bandweberei = 17
- Handstuhl-Weberei = 75
H: Wieviele Farbstreifen durchfließen senkrecht den Namen Zeindl?
- 3 Farbstreifen = 11
- 5 Farbstreifen = 16
- 7 Farbstreifen = 19
Nach mündlichen Überlieferungen gab es früher eine Postbus-Haltestelle am Gelände der Firma Zeindl. Die damals große Mitarbeiteranzahl rechtfertigte eine eigene Haltestelle, diese ist auch heute noch am großen Parkplatz zu sehen.
Stage 3: Final
N3=N2-G
E3=E2+H
Das Final befindet sich unweit von Stage 2. Bitte den Stage mindestens so sauber verlassen wie er vorgefunden wurde. Danke!
Dieser Cache lädt dazu ein, die einzelnen Stages von außen zu begutachten und zu umrunden. Man sieht einerseits wie mächtig die früheren Fabriken waren, andererseits sieht man auch, dass es sich heute um eher kleinere Betriebe handelt.
Das Final lässt sich gut in die Reihe "Dietmannser Aussichten" einordnen. Enjoy! :)
Happy Caching!