Aus der anhaltischen Eisenbahngeschichte
Die Preußlitzer Kohlenbahn und die Edderitzer Industriebahn
Die Preußlitzer Kohlenbahn
Das Zentrum der anhaltischen Braunkohlegewinnung lag im 19. Jahrhundert im Raum Gerlebogk – Preußlitz (Kreis Köthen). Mit der Industrialisierung stieg auch die Bedeutung der Braunkohle und die Optimierung ihres Transportes.
Die 1846 eröffnete Anhalt-Cöthen - Bernburger Eisenbahn lag etwa 7 km von Gerlebogk entfernt. Auf privater Initiative hin erbaute man 1853 von Biendorf nach Preußlitz eine normalspurige Güterbahn von 7,1 km Streckenlänge.
Ab 1857 stand die Bahn dem öffentlichen Güterverkehr zur Verfügung (hauptsächlich Kohlentransport). Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Nauendorf-Gerlebogker Eisenbahn (NGE) projektiert wurde, führte man diese Bahn bewusst bis Gerlebogk heran.

Streckenverlauf der
Preußlitzer Kohlenbahn
und der Edderitzer
Industriebahn und ihre
Anschlußbahnen
Übersicht der Trassenführung der Eisenbahnen in Mittelanhalt um die Wende 19. / 20. Jh.
Ab dem 1. Januar 1901 übernahm die Naundorf-Gerlebogker Eisenbahngesellschaft (NGE) die Betriebs-führung auf der Kohlenbahn, womit die Einführung des Personenverkehrs einschließlich der Bahnpostbeförderung verbunden war.
Die Züge endeten am sogenannten Gerlebogker Bahnhof in Biendorf kurz vor dem Bahnhof Biendorf (Anhalt-Cöthen – Bernburger Eisenbahn).
1929 lief das Engagement der NGE aus. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft übernahm den Personenverkehr mittels Akkumulatorentriebwagen. Im II. Weltkrieg endete der Reiseverkehr mit Beginn des Winterfahrplanes 1941 für immer. Nach dem Krieg transportierte man Rauchkammerlösche (Asche von Lokomotiven), die zur Verfüllung von Tagebaurest-löchern diente. 1964 endeten diese Transporte und man begann mit der Demontage der Gleisanlagen.

Ausschnitt aus dem Winterfahrplan 1941 mit dem Vermerk „Personenverkehr vorläufig eingestellt“
Kilometrierung der Preußlitzer Kohlenbahn
Biendorf Gbf 0,0
Biendorf, Gerlebogker Bf 0,2
Preußlitz 4,2 (am 1.9.1910 eröffnet)
Gerlebogk-Nord 7,1
Die Edderitzer Industriebahn
Die etwa 8 km lange Edderitzer Industriebahn zweigte von der Blockstelle Edderitz der Anhalt-Cöthen – Bernburger Bahn ab und schloß die Braunkohlengrube „Leopold“ an das allgemeine Eisenbahnnetz an. Die Zuckerfabrik Gerlebogk hatte dort zwischen km 1,8 und 2,1 ein Anschlussgleis, das von der NGE bedient wurde. Später benutzten auch andere Betriebe die Industriebahn, so z.B. das Betonwerk Gröbzig. Einige Jahre nach der deutschen Einheit riss man diese Bahn ab.

Die Blockstelle Edderitz an der Bahnlinie Köthen – Bernburg nach der Stillegung und Demontage der
Industriebahn, daneben der Bahnübergang an der Straße Klein-Wülknitz – Groß-Paschleben.
Hier bin ich schon ganz oft vorbei gekommen und habe mich immer gefragt, was für ein Stück Geschichte hinter diesem verlassenen, alten Häuschen steckt.
Nach der Recherche musste natürlich auch hier was versteckt werden.
Jetzt wurde das Haus leider abgerissen, aber der Cache bleibt natürlich zur Erinnerung bestehen und wurde neu platziert.
Es müssen und dürfen keine Bahnanlagen bzw. Gleise betreten werden!!!
Nun ab an die frische Luft und happy hunting wünscht tobi2406.