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Glauchaus Geschichte I: Spinnen, weben, färben Multi-Cache

Hidden : 1/20/2020
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:


Lasst Euch entführen in Glauchaus industrielle Vergangenheit. In ca. 2h erfahrt Ihr an 6 Stationen Spannendes zur weltbekannten Textilindustrie.
Den Spaziergang von ca. 5km Länge haben wir als Rundweg angelegt. Deshalb sind die Stationen nicht in der Reihenfolge der Gewerke.

Wir starten unseren Rundgang auf dem Markt. Erfreut Euch am wunderschönen Marktbrunnen mit seinem textilen Motiv.

Station 1: Beleuchtung und Strom

Antriebskraft und Licht waren die Grundvoraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung Glauchaus vom Zentrum der Leineweber zur bedeutenden Industriestadt.Bis 1858/59 nutzte man für die Beleuchtung einzelne Öllaternen.
Danach wurden die Straßenlaternen auf Gasbeleuchtung umgestellt. Dazu gründete man die Gasbeleuchtungs AG, baute drei große Gasometer (Areal Bowling Pub) und installierte ein zentrales Leitungsnetz. Glauchau war damit Vorreiter in Sachsen. 8 Nachtwächter betreuten 1888 insgesamt 281 Gaslaternen. Dies war sehr aufwendig. Sie mussten die Laternen warten, die Scheiben putzen, im Winter enteisen, zusätzlich noch Feuerwache halten, für Nachtruhe sorgen und zum Zeichen der Wachsamkeit stündlich singen (meist Uhrzeitgesänge).

Bereits 1888 baute Carl Hedrich im Wehrgarten (am Hedrichwehr) ein Kraftwerk, und der erste Strom floss in Glauchau. Zuerst genutzt für Hedrichs eigene Produktion und einige Wohnungen belieferte Hedrich schon bald auch Glauchauer Fabriken. 1895 nahm das städtische Elektrizitätswerk seinen Dienst auf (Dampf-, Kraft- und Umspannwerk in Albanstraße 2). Zuerst stellte man die Straßenbeleuchtung auf Stromversorgung um, und schon bald erfolgte die Anbindung der Industriebetriebe zur Beleuchtung und für wasserunabhängige Antriebe.

Die gute Energieversorgung beflügelte die Wirtschaft, Fabriken wuchsen, internationale Handelsbeziehungen konnten ausgebaut werden. Die Bevölkerung stieg rasant. Glauchau entwickelte sich zur fünftgrößten Stadt Sachsens hinter Dresden, Leipzig, Chemnitz und Freiberg.

Aufgabe: Ihr steht vor einer Laterne. A = Mittlere Zahl der oberen Reihe.

Geht jetzt am Schloss vorbei zum Gründelteich und am Cafe vorbei zum Wehr.

Station 2: Wir brauchen Wasser!

"Ohne Wasser, merkt Euch das, wär unsre Welt ein leeres Fass."

Das gilt nicht nur für durstige Wanderer, sondern auch für die Textilindustrie: Sie braucht Wasser als Energiequelle, zum Färben, Löschen, ...

Der Vater von Carl Hedrich  kaufte 1840 die Schlossmühle. Dazu gehörten das Muldenwehr, der Mühlgraben und das Wassernutzungsrecht. Bereits 1841 wurde das Mühlenwehr wegen des großen Höhenunterschiedes von 2 m zerstört und die Produktion musste eingestellt werden.
Zur Lösung des Problems kaufte Hedrich 1842 den Wehrgarten (hier am Hedrichwehr). Er zweigte den Mühlgraben schon im Wehrgarten von der Mulde ab und baute dort ein Wehr mit vier Höhenstufen. Erstmalig wurde ein konstanter Wasserfluss des Mühlgrabens für den Antrieb der zahlreichen ansässigen Fabriken erreicht. Die Gefahr von Hochwassern gebannt. Weitere Industrieanlagen entstanden nach und nach am Mühlgraben. Der Wehrdigt entwickelte sich zum industriellen Zentrum Glauchaus.

Die Wasserversorgung erfolgte ab ca. 1600 über eine mit Pumpe angetriebene Wasserkunst (Röhrensystem). Das Wasser wurde vom Mühlgraben in die Wasserbehälter des Schlosses gepumpt und über den Röhrensteig in die Wasserbehälter der Stadt. Ab 1852 entwickelte Hedrich die erste „Fern“wasserleitung aus gusseisernen Druckleitungen im geschlossenes Röhrensystem. 1857 wurde das unter seiner Leitung gebaute Wasserleitungssystem in Betrieb genommen (das Zweite dieser Art in Deutschland). Als Wasserspeicher auf der Höhe baute man 1910 den Bis-marckturm, pumpte das Wasser hinein und leitete es anschließend über Gefälle und Druck in die Stadt.

Mit zunehmender Industrie wurde stetig viel sauberes Wasser für die Produktion und im Brandfall zum Löschen benötigt. Die Zwickauer Mulde verschmutzte immer mehr. Ihr Wasserstand schwankte, was vor allem bei Niedrigwasser zu Problemen führte. So wurde 1936-38 der 46 ha große Stausee als Reservespeicher für die Färbereien und das Brauchwassernetz der Glauchauer Textilindustrie geschaffen.

Aufgabe: Ihr steht auf dem Wehr. Die Geländersäulen sind schon alt. Wie viele haben oben noch eine Kugel (inkl. der ersten beiden mit Gewinde)?
B = Einerziffer der Anzahl der Kugeln.
C = Quersumme der Anzahl der schrägen grünen Zahnstangen (an der Südseite der Brücke)

Hedrich-Wehr

Geht nun links vom Gründelteich zurück zum Wehrdigt.

Station 3: Färben und Veredeln
Wir wollen natürlich nicht nur "naturfarbene" Stoffe, und nicht nur Sackleinen. Schauen wir jetzt, wo die Stoffe gefärbt und verdelt wurden.

Da die überschüssige Farbe aus dem Färbegut wieder ausgespült werden mußte, benötigte das Färben sehr viel Brauchwasser. Somit waren die Bedingungen im Wehrdigt entlang von Mulde und Mühlgraben ideal für dieses Handwerk. Zu Beginn färbte man die Gewebe und legte sie zum Trocknen auf den Uferwiesen aus.

Mit zunehmendem Fortschritt in der Weberei sollten farbige Muster entstehen und man ging zur Garnfärbung über. Zusätzlich zu den Färbereien entstanden Druckereien und Appreturanstalten. 1864 gab es in Glauchau 47 Fabriken der Stoffveredlung. In der Appretur wurden die Stoffe veredelt, um das Aussehen und die Trageeigenschaften zu verbessern.

Zu den großen und bedeutenden Unternehmen in Glauchau gehörten der Appreturbetrieb Richard Huschke ehemals am hiesigen Standort. Das 1845 von Salomon Richter gegründete Unternehmen wechselte 1872 den Inhaber. Richard Huschke machte es zu einer der bekanntesten Appreturanstalten Deutschlands. In der Fabrik wurden Damenkleider- und Konfektionsstoffe veredelt. 1905 ging das Unternehmen an Dr. Walter Demmring. Ab 1949 setzte man Hans Vogel als Betriebsleiter der Firma ein, welche ab 1972 als VEB Buntappretur Hans Heinrich Vogel arbeitete und 1975 dem VEB Textilwerke Palla angeschlossen wurde. Um 2004 erfolgte der Abbruch der Gebäude. Im Rahmen der Flächenneugestaltung wurde der große rote Stuhl aufgestellt.

Aufgabe: Die Ruine dieses alten Betriebs ist nun abgerissen. Wenn Ihr wollt (und sportlich seid), könnt Ihr Euch auf den Stuhl setzenwink
Ansonsten stellt Euch davor: Wieviele (waagerechten) Bretter hat die Sitzfläche des roten Stuhls.
D = Quersumme der Anzahl der Bretter

Geht nun die Wilhelmstraße entlang - da seht Ihr (noch) ein verfallenes Fabrikgebäude der Fa. Fiernkrantz & Ehret aus dieser Zeit.

Station 4: Garne herstellen

Was steht am Anfang eines Stoffes? Richtig, das Garn.

Die zahlreichen (Haus-) Webereien in Glauchau benötigten in großem Umfang Garne und Zwirne. So entstand in Glauchau 1824 die erste Fabrik „Manufakturgesellschaft und Spinnerei Seydel & Söhne“ in der Straße „Hoffnung“. Viele weitere folgten. 1864 eröffnete Kaufmann Pfefferkorn die Kammgarnspinnerei „Pfefferkorn & Co.“ (wahrscheinlich in der Schlossmühle). Später wurde daraus Pflüger & Strübell, aus der die große Kammgarnspinnerei (An der Spinnerei) hervorging. Zur Herstellung von Kunstseide und später von Zellwolle entstand 1923 die „Spinnstoffwerke Glauchau AG“ in der Waldenburger Straße (heute BMG).

1929 gründete Ludwig Blucke eine Baumwollfeinzwirnerei und zog in die Fabrik der ehemaligen Firma Alexander Nouvortné (ehemals Gummibandweberei für Hosenträger und Strumpfbänder) hier auf dem Leipziger Platz 8 ein. Fortan wurden Stopf- und Häkelgarne hergestellt.
Nach dem 2. Weltkrieg entstand aus dieser Firma der VEB Feinzwirnerei Glauchau bzw. VEB Feinzwirnerei Sachsenring Glauchau. Man erweiterte die Produktion auf Webzwirne für Möbel- und Jeansstoffe, für Gardinen und Dekostoffe. Heute beherbergt das Gebäude die chirurgische Praxis Dr. Hahn und die HNO-Praxis von Dipl.-Med. Schmidt.


Wer kennt nicht den Ausspruch „Ein Anzug aus feinem Zwirn“? Der Spruch kommt aus der Textilindustrie und steht für eine gute Stoffqualität.

Aufgabe: Ihr steht vor einem repräsentativen Gebäude. Schaut Euch die rechte Seite an (Osten).
E = Anzahl der Fenster der obersten Etage
F = Anzahl der Säulen in den Fenstern der Etage darunter.

Glauchaus Textilien waren in der ganzen Welt berühmt. Wie kamen sie dahin? Richtig: Geht zum Bahnhof.

Station 5: Transport mit der Eisenbahn

Ab 1836 pflegten Glauchaus Manufakturen wirtschaftliche Beziehungen mit den USA, Mexiko, Indien, China und Japan. Bis zum Bau des Bahnhofes mussten alle Waren, die gehandelt wurden, mit dem Pferdekarren zum Zielort, zum Schiff oder später zum nächsten Bahnhof nach Chemnitz oder Zwickau transportiert werden. Für Stoffballen war dies noch machbar, aber nicht für große oder viele Maschinen. Mit den zunehmenden Waren- und Rohstoffmengen der angehenden Industriebetriebe musste eine neue Lösung gefunden werden.

1858 wurde der erste Bahnhof eröffnet und Glauchau an die Bahnstrecken Chemnitz-Zwickau und Richtung Gößnitz an die Sächsisch-Bayrische Eisenbahn angebunden. Glauchau erhielt dadurch erstmals Anschluss an das überregionale Bahnnetz und somit einen rationellen Umschlag für Rohstoffe und Fertigwaren. Das Tor zur Welt war damals nicht das Handy mit Internet, sondern der Anschluss an die Bahn.

1875 fuhr der erste Zug nach Penig, später bis nach Wittenberg. Mit dieser erstklassigen Anbindung in drei Richtungen wurde Glauchau zum Knotenpunkt des Schienenverkehrs. Glauchaus Produkte traten mit Güterzug und Schiff den Weg in die weite Welt an.
Schon nach kurzer Zeit gehörten die Produkte der Textilindustrie und des Maschinenbaus zur Weltspitze. Mit der raschen positiven Entwicklung der Industrie stieg das Transportaufkommen und der Bahnhof genügte nicht mehr den Anforderungen. Bis 1926 baute man den heutigen Bahnhof mit neuem Empfangsgebäude, neuer Güterabfertigung, neuen Stellwerken und einer Erweiterung der Gleisanlagen.

Aufgabe: Stellt Euch an die Koordinaten und schaut Euch um.
G = Anzahl der blauen Drahtgittersitze an Stirnseite und der Längsseite Eures Standortes.
      (da aktuell Sitze fehlen: gesucht ist die Anzahl, wie viel es waren (eine Quadratzahl)).
X = 2 + Anzahl der Taxi-Parkplätze (2 Schilder)

Weiter geht es entlang des Bahnhofsparks Richtung Innenstadt.

Station 6: Weben

Welches Gewerk fehlt nun noch? Richtig, wir müssen aus einem Garn einen Stoff erzeugen.

Die Geschichte der Glauchauer Tuchmacher begann bereits im 13. Jh. mit der Arbeit am Handwebstuhl. 1410 erhielten die Tuchmacher ihren Innungsbrief und gründeten 1528 die Weberinnung. In den Weberstuben, die zugleich Wohn- und Arbeitsraum waren, klapperten die Webstühle von früh bis spät.
Bis zur Mitte des 19. Jh. entwickelten sich die Manufakturen mit mehreren Webstühlen zur vollen Blüte. Im Zuge der Industrialisierung entstanden danach erste Fabriken. In großen Sälen standen mit Wasserkraft betriebene Webmaschinen. Der Lärm war ohrenbetäubend. Ein Webstuhl verursachte um 1900 ca. 115 dB Lärm, im Vergleich dazu ein Presslufthammer 80 dB. Und in einem Websaal konnten bis zu 500 Maschinen stehen!

Die Qualität und die Vielfalt der hiesigen Textilprodukte behaupteten sich gegenüber der englischen Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Glauchau entwickelte sich vom Zentrum der sächsischen Hausweberei zum Industriestandort von Weltruf und zum Sitz der deutschen Buntweberei.

Viele Webereien entstanden in Glauchau. Zu den Größten und Bekanntesten gehörte die 1920 als Weberei für Damenkleiderstoffe aus Seide und Wolle gegründete Firma Ernst Seifert (Güterbahnhofstraße 30). 1923 zog das Unternehmen in den Fabrikneubau an der heutigen Otto-Schimmel-Straße, dem hiesigen Standort.
1928 ließ Ernst Seifert vom Dresdner Architekten Krebs das große Geschäftshaus entlang der Straße errichten. Der Bau sollte „dem Fremden Reichtum, Größe und Bedeutung der heimischen Textilindustrie sinnfällig vor Augen führen“, wie eine Glauchauer Zeitung 1928 schrieb.
Nach der Fabrikerweiterung webte man mit großem Erfolg auf über 500 Webmaschinen hochwertige Damenoberbekleidungsstoffe vom Tageskleid bis zum Festkleid. Firmenvertretungen gab es in Berlin, Amsterdam, London, Paris, Mailand, Malmö, Montreal, Zürich und New York. 

Aufgabe: Ihr steht vor der prunkvollen Eingangstür. Hier wird der damalige Reichtum zur Schau gestellt. Schaut genau hin und lest auch das Schild rechts daneben.
Y = Anzahl der Fenster der Lokomotive + 1
Z = zu wieviel Jahren Gefängnis wurde Ernst Seifert in Abwesenheit verurteilt?

Finale:

Habt Ihr alles geschafft? Nun ist es nicht mehr weit zum Finale.

Geht geradeaus weiter Richtung Ausgangspunkt unseres textilen Spaziergangs zu
N 50° 4(A+4).(B-8)(C-3)(D-3)
E 12° 3(D-4).(E-5)(F+5)(G-6)
Zum Signieren des Logbuchs benötigt Ihr noch den Code XYZ.

P.S.:
Wenn Euer GPS-Empfang am Finale zu ungenau ist, geht etwas mehr ins Freie, z.B. nach E 12° 3(D-4).(E-4)(F-2)(G-6), und dann ca. 35m nach Westen.

P.P.S.:
Aufgrund aktueller Baustellen ist das Finale momentan nur Dienstag - Sonntag von 11-17 Uhr zu erreichen.

 

Additional Hints (Decrypt)

Oenhpug Vue Fgäexhat bqre Zbgvingvba? Trug mhe Rvfqvryr :-) Cnexra (snyyf aögvt) xöaag Vue na qra natrtrorara Cyägmra. N+O+P+Q+R+S+T+K+L+M=56. Nz Svanyr xnaa qre TCF-Rzcsnat hatranh frva => f. Uvajrvf mhz Svanyr. Orv T sruyra Fvgmr => f. Uvajrvf

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)