Kalktuff – was fällt denn da aus!?!
Das Naturschutzgebiet „Plesse-Konstein-Karnberg“ befindet sich im Bereich einer Muschelkalkplatte, die durch das Gatterbachtal in den nördlichen Teil „Plesse-Konstein“ und den südlichen Teil „Karnberg" unterteilt wird. Es liegt östlich von Eschwege zwischen der Wanfried und der Landesgrenze zu Thüringen. Das 564 ha große Areal gehört zum Werra-Meißner-Kreis.
Der Gatterbach entspringt etwa 1,5 km jenseits der Landesgrenze in Thüringen, und zwar in den Ablagerungen des Unteren Keuper. Auch das Wasser des „nördlichen Einzugsgebietes“ also aus dem Bereich der Schichtstufe des Konsteins fließen in den Gatterbach.
Kalktuffquellen sind ein ebenso ungewöhnlicher, wie seltener und ein zu schützender Lebensraum. Sie kommen in Gebieten vor, in denen das Grundwasser sehr stark mit gelöstem Kalk angereichert ist.
Der Gatterbach, der aus nahegelegenen Quellen entspringt, hat im Verlauf der Zeit durch die andauernde Nachlieferung von Kalkablagerungen die Kalktuffe aufgetürmt - Stufen und Wasserfälle bildeten sich aus. Maßgeblich an der Tuffbildung beteiligt sind die Moose, auf deren Oberfläche sich Kalk als feinkristalline Kruste ablagert. Nach dem Absterben der Moose entstehen filigrane Kalksteine, die sich übereinander aufbauen.
Durch die poröse Struktur sind die Kalktuffe außerordentlich zerbrechlich und durch unterschiedliche Faktoren gefährdet. Mit einer Mächtigkeit von bis 5,5 Metern ist der Wasserfall des Gatterbaches im Elfengrund, im Taleinschnitt zwischen Konstein und Karnberg, einmalig in der Region und bietet ein beeindruckendes Bild dieses Wunder der Natur.
Charakteristik und Entstehung
In den Kalktuffquellen tritt ganzjährig kalkhaltiges Quellwasser mit einer Temperatur von 2 bis 7° Celsius an die Oberfläche. Bei der unterirdischen Passage des einsickernden, schwach sauren Regenwassers in Kalkgesteine, wird Kalziumkarbonat gelöst und mit dem Grundwasserstrom abtransportiert. Am Quellaustritt kommt es infolge der Temperaturerhöhung und Druckentlastung – verbunden mit einem Entweichen des im Grundwasser gelösten Kohlendioxid – zur erneuten Ausfällung von Kalziumkarbonat. Dieser Prozess wird durch Algen und Moose verstärkt, die dem Quellwasser zusätzlich durch Photosynthese Kohlendioxid entziehen. Moose und Pflanzen werden mit einer dünnen Kruste von ausgefälltem Kaliumkarbonat überzogen, die im Laufe der Zeit filigrane, poröse Kalkgesteine bilden.
Es entstehen durch Übergussschichtung nach oben und vorne wachsende Gebilde oder Polster am Wasserfall und Stufenterrassen im Bachverlauf.
Moose wachsen über ihren sich verkrusteten Teil frisch hinaus und wirken dabei wie kleine Reußen und bilden ein tragendes Gerüst. So können auch größere, fragile Gehänge („Nasen“) entstehen.
Biotische Verunreinigungen aus Algen und Bakterien bilden relativ feine Strukturen. Die Strukturen sind poröser und leichter, wenn Moose der Fließenergie widerstehen konnten. Dieser Kalktuff ist oft noch feucht und von bröseliger Konsistenz.

Quelltyp
Bei den Kalktuffquellen, die den Gatterbach speisen, handelt es sich um Rhenokrene (Fließquellen) mit einem punktuellen Grundwasseraustritt.
Der Wasserfall im Elfengrund mit Aussichtsplattform

Im Herbst 2019 wurde das Areal rund um den Elfengrund, spezifisch der Bereich um den Wasserfall, sehr behutsam unter Bildeung einer Menschenkette, um die Beschädigung des Kalkstuff so gering wie möglich zu halten, vom umgeknickten Gehölz der vorangegangen Sturmbrüche – Windbruch klingt einfach zu sanft – befreit und die Aussichtplattform erneuert.
Von der Aussichtsplattform genießt der Wanderer bzw. Geocacher nun wieder einen phantastischen Blick auf den Wasserfall im Elfengrund.
Diesen herrlichen Ort, um den sich mystische Sagen ranken (siehe Infotafel vor Ort), bringt euch dieser Earthcache ganz nahe.
Achtung! Achtung! Achtung! Achtung!
N A T U R S C H U T Z G E B I E T

Verhaltet euch entsprechend vorsichtig und geht behutsam mit diesem
Naturwunder um.
Es ist nicht erlaubt, Pflanzen und Tiere zu schädigen oder zu entnehmen.
Um diesen Earthcache zu loggen, beantwortet bitte folgende Aufgaben:
Aufgabe 1
Welcher Vorgang führt hier zur Ausfällung von Kalziumkarbonat und was ist verantwortlich für die Tuffausbildung?
Aufgabe 2
Was meint ihr, warum ist der dort gebildete Kalktuff sehr filigran und zerbrechlich?
Aufgabe 3
Am Wasserfall sind mehrere Tuffterrassen ausgebildet. Bestimme ihre Anzahl!
Aufgabe 4
Die auf dem Grund des Bachbettes abgelagerten Stoffe, z. B. Hölzchen, Steine, Pflanzen sind bei klaren Wasserverhältnissen sehr gut von der Aussichtsplattform erkennbar. Beschreibt mit eigenen Worten, was dort zu sehen ist und wie sich das im Bachbett gelagerte Material darstellt (Ein Smartphone oder eine Digitalkamera mit entsprechendem Zoom kann hilfreich sein).
Aufgabe 5
Wie viele Wasser führende Zuläufe sind von der Aussichtsplattform zu erspähen? Nur der Wasserfall oder fallen euch weitere fließende Zuläufe auf?
Aufgabe 5
Ein Logfoto von der Aussichtsplattform mit einem persönlichen Gegenstand oder eurem GPS-Gerät ist Pflicht. Logs ohne das geforderte Foto werden gelöscht.
Bitte schickt mir eure Antworten über mein Profil. Ihr müsst nicht auf eine Logfreigabe warten.
Falls etwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich per Mail bei euch.
Geloggte Besuche, ohne Foto im Log oder ohne Anwort-Mail an mein Profil, werden gelöscht.
Viel Spaß beim Erkunden wünscht
Herbalwitch1965
Quellen: Steine & Mineralienatlas; Wikipedia; Infotafel vor Ort; Fotos: eigene Aufnahmen, Werra-Rundschau