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Oolithe im Muschelkalk des Werradurchbruchtales EarthCache

This cache has been archived.

Herbalwitch1965: Archivierung aus folgenden Gründen:

Nach einem Besuch vor Ort stellte ich fest, dass die dort beim Legen des Earthcaches fotografierten, offen am Aufschluss in großer Anzahl ausliegenden Oolith-Kalkplatten - eine davon übernahm ich als Listingbild - jetzt nicht mehr da sind. Wahrscheinlich von Wanderern als Dekostücke mit in die häusliche Umgebung verbracht.

Selbst ich als Ownerin musste sehr lange am gesamten Aufschluss danach Suchen, um welche zu entdecken. Es gibt noch Einzelstücke, die der interessierte Cacher aber total lange Suchen müsste. Das bringt keinen Spaß mehr.

Versteinerte Korallenbruchstücke im Gestein fanden sich, die durch ihre Darstellung leicht mit den Rogensteinchen zu verwechseln sind.

Ob es darüber einen Earthcache geben wird, überlegt die Hexe noch ...

Zauberhaften Dank an alle Besucher, welche den Weg herauf gewählt haben und die Geologie Aufgaben gelöst haben.

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Hidden : 3/3/2020
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Oolithe im Muschelkalk des Werradurchbruchtales

Ausschnitt des Muschelkalksteilhanges oberhalb des Wanderweges auf der Hörschel zugewandten Seite

Naturräumliche Zuordnung                                                              

Das Werradurchbruchstal im erweiterten Sinne beginnt an der westlichen Thüringer Pforte bei Hörschel zwischen dem Zickelsberg, einem Ausläufer des Kielforst im Westen und dem Hörschelberg im Osten. Das Werradurchbruchstal trennt dabei den Ringgau im engeren Sinne im Westen vom Creuzburg-Eisenacher Graben im Südosten, der auch dem Westthüringer Berg- und Hügelland zugerechnet wird und der Falkener Platte im Nordosten.

Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) verfügt über ein etwas gröberes naturräumliches System, wonach der Creuzburger Werradruchbruch in der Einheit Werrabergland-Hörselberge liegt.

Die umliegenden Berge bestehen aus Muschelkalk, durch den sich die Werra ihren Verlauf durchbrochen und die heute vorhandenen Felssteilhänge geschaffen hat. An deren Flanken neben der Straße sind die sonst verbogenen gefalteten und durch Klüfte aufgerissenen Kalksteinschichten sichtbar.

Auf dem unteren Teil der Kielforst-Südflanke verläuft die Bundesautobahn 4. Wer dort entlang fährt, dem fallen sicherlich in Höhe der Ortslage Hörschel die hoch aufragenden hell gefärbten steilen Felshänge auf. Der Aufschluss reicht bis an den Fahrbahnrand heran. Zum Schutz des vorbeifließenden Straßenverkehrs, wurde an den Steilflächen ein Schutznetz aus Stahl, das den gesamten Steilhang dort überzieht, installiert, um das Herabstürzen von Gesteinsbrocken auf die Fahrbahn zu verhindern.

Oberhalb des Steilhanges führt ein befestigter Wanderweg entlang, dessen Beginn bei der ersten ausgewiesenen Parkmöglichkeit an der L 1017 bei der der Ortslage Hörschel zugewandten Seite oder an der zweiten Parkmöglichkeit an der L 1017 in der Ortslage von Pferdsdorf, Abzweig Kielforster Weg, liegt.

Vom höchsten Punkt des Wanderweges genießt der Besucher einen herrlichen Panoramablick über das Werratal bis hin zum Horizont.

Geologische Entstehung

Die Triaszeit, die älteste Epoche des Erdmittelalters, währte rund 50 Millionen Jahre; sie begann vor etwa 250 und endete vor 200 Millionen Jahren. Die Gesteine der drei Zeitabschnitte Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper beschränken sich im wesentlichen auf Mitteleuropa. Dieses begrenzte Ablagerungsgebiet, der Bereich der germanischen Trias, dominiert die Oberflächengestalt Thüringens.

Die drei Stadien des Unteren, Mittleren und Oberen Muschelkalk haben verschiedene Entwicklungen genommen und lassen sich auch geologisch gut voneinander unterscheiden. Sie sind in verschiedene Formationen weiter aufgegliedert worden.

Während des Unteren Muschelkalks (3 Millionen Jahre) gelangte frisches Meereswasser aus dem Tethysmeer durch die Ostkarpaten-Pforte über Südpolen in das Germanische Becken. Ein zweiter Meeresvorstoß passierte die westlicher gelegene Schlesisch-Mährische Pforte. Die Wassertiefe lag zwischen 15 und maximal 100 m. Etwa 50-170 m mächtige blaugraue Mergelkalke lagerten sich am Meeresboden ab. Die häufigen Wellenrippeln und Knauern im Sediment führten zu dem Namen Wellenkalk.

Im Thüringischen Unteren Muschelkalk lassen sich überall Leitbankhorizonte nachweisen. So lagerten sich auf den Schichten des Unteren Wellenkalks gut erkennbar Oolithbänke ab. Die Entstehung von Ooiden und Darstellung von Oolithen im Gestein wird in diesem Earthcache näher beschrieben.

Das Thüringer Becken 

und seine Umrahmung bilden eine halbwegs konzentrisch angeordnete  Schichtstufenlandschaft des Trias. Das flachwellige, ackerbaulich ertragreiche Keuper-Hügelland wird von mächtigen Muschelkalk-Höhenzügen umschlossen, die in der Regel vom Beckeninneren her eher allmählich ansteigen, jedoch oft an der Außenkante steil in einer Schichtstufe abfallen.

Was gibt es hier zu entdecken?

Eine solche Schichtstufe aus Muschelkalk zeigt sich in einem über 650 m langen Aufschluss, den die Werra vor einer halben Ewigkeit bei ihrem Durchbruch geschaffen hat. Deutlich sind diverse geologische Phänomene zu erkennen. Es treten Schichtungen, Bankungen, Verkippungen, Klüfte, Spalten, Gesteinstrümmer uvm. zu Tage, die einen wunderbaren Einblick in die geologischen Beschaffenheiten zulassen. Auch Muschelkalkschollen/-platten gibt es zu bestaunen, fossilie Überreste diverser Meeresbewohner und besondere Formgebungen von Sedimentgesteinen mariner Herkunft - den Ooiden.

Dieser Earthcache beschäftigt sich mit den dort zu entdeckenden Ooide/Oolithe im Muschelkalkgestein.

Oolith

ist ein Sedimentgestein mariner Herkunft, das aus kleinen Mineralkügelchen (Ooiden), im Volksmund auch "Eiersteinchen" genannt, besteht, die durch ein kalkiges oder toniges Bindemittel verkittet sind.

Ooide

haben in der Regel einen Durchmesser von 0,5 bis 2 Millimeter. Sie entstehen in warmem kalkübersättigtem Wasser mit starker Wellenbewegung. Ausgangspunkt der Ooidbildung sind kleine Partikel, wie z. B. Sandkörner oder Bruchstücke von Muschelschalen, die durch die Wellenbewegung in der Schwebe gehalten werden und Kristallisationskeime bilden, an denen sich Kalk in konzentrischen Schalen oder in Form von radial-faserigen Calcitkristallen anlagert. Werden diese Ooide zu schwer, sinken sie auf den Meeresgrund ab und bilden eine Sedimentschicht, wobei sie durch die Wasserbewegung gerollt werden. Oolith entsteht durch die Verfestigung dieser Sedimentschicht zu Gestein (Diagenese).

Werden Ooide im Laufe ihrer Geschichte unter zusätzlichen Sedimenten begraben, bilden sich solide durch Verkittung mittels Bindemitteln Massen sedimentärer Gesteine, die als Oolithe bezeichnet werden. Aus Ooiden bestehende Gesteine heißen Rogensteine oder Erbsensteine.

Rogenstein

Fundstück eines Rogensteines vor Ort

verdankt seinen Namen den oben genannten Ooiden, die an Fischeier erinnern. Sie sind eine Variante des oolithischen Kalksteins. Die Hauptgesteinskomponenten dieses Gesteins sind relativ große Ooide, deren konzentrischer Aufbau sehr gut erhalten ist.

An den ausgewiesenen Listingkoordinaten befinden sich diverse Stellen im Muschelkalk oder an den herum liegenden Gesteinsbrocken, welche Ooide/Oolithen aufweisen. Ihr könnt auch gern die gesamte Ausdehnungsfläche des Muschelkalkaufschlusses für eure Untersuchungen mit ein beziehen.

Um zur Muschelkalkaufschlusssteilwand zu  gelangen, nutzt eine der beiden ausgewiesenen Parkmöglichkeiten, geht den Hauptweg entlang, bis ihr zu den Listingkoordinaten gelangt.

 

Achtung! --- Achtung! --- Achtung! --- Achtung! --- Achtung!

VERHALTET EUCH BITTE ENTSPRECHEND RÜCKSICHTSVOLL GEGENÜBER

NATUR UND TIEREN. ES IST NICHT ERFORDERLICH UND NICHT ERLAUBT,

DAS GELÄNDE ZU BESCHÄDIGEN (STEINE SCHLAGEN, PFLANZEN ZU

ENTNEHMEN ETC.) DIE FORMATION IST FREI ZUGÄNGLICH - DOCH VORSICHT –

IHR BEFINDET EUCH NAHE EINES STEILHANGES!!! BITTE SEID AUCH AUF EURE

EIGENE SICHERHEIT BEDACHT UND VERHALTET EUCH  ENTSPRECHEND

VORSICHTIG!

ACHTET AUCH BESONDERS AUF DIE SICHERHEIT EURER KINDER!!

Achtung! --- Achtung! --- Achtung! --- Achtung! --- Achtung!

 

Seht euch die vor euch liegenden Muschelkalkhänge mit ihren vorgelagerten Gesteinstrümmern an und beantwortet die folgenden Aufgaben:

Aufgabe 1

Weisen die Rogensteine/Oolithen eine bestimmte Farbe auf oder gibt es verschiedene Farbtöne mit Variationen?

Aufgabe 2

Könnt ihr bei den Eiersteinchen Größenunterschiede feststellen oder sind alle Kügelchen gleich groß?

Aufgabe 3

Welchen Anteil nehmen die Oolithen auf den Kalksteinen ein? Besser ausgedrückt: bedecken die Oolithen die gesamte Oberfläche bei euren Fundstücken oder treten diese nur an bestimmten Stellen in Erscheinung?

Aufgabe 4

Stellt bitte ein Foto als Nachweis des Besuches mit ein, dies ist eine Logbedingung.

Logeinträge ohne Foto werden kommentarlos gelöscht, ebenso, wenn ich keine Antworten auf die gestellten Fragen erhalte.

Viel Spaß beim Erkunden wünscht

Herbalwitch1965

 

 

 

 

 

 

 

Quellen für Text & Bild: Wikipedia; Freie Universität Berlin; Geologieportal; GC7ND0N; Trias Verein e. V.; eigene Aufnahmen von vor Ort

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