Die Grenze zwischen den alten Waldgrafschaften Raabs und Drosendorf-Pernegg bildete im Großauer Gebiet der Grundlbach. Die nördliche Dorfhälfte gehörte zum Landgericht Drosendorf und die “Winterzeile“ südlich des Baches gehörte zu Raabs.
Im Jahre 1360 n. Chr. geben Friedrich und Heinrich v. Wallsee-Drosendorf ihrem Lehensmann Konrad von Weitra die Erlaubnis zum Bau eines befestigten Hofes im Dorf Großau. In der nördlichen Dorfhälfte wird 1430 n. Chr. ein „Hof mit dem Turm“ genannt. Er befand sich anstelle der Kirche neben dem Schüttkasten. Vor 100 Jahren war um die Kirche noch ein Graben sichtbar, der auf eine frühere Befestigung hinweist. Das heutige Wasserschloss in der südlichen Dorfhälfte wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Nach der Vertreibung des evangelischen Adels mit Beginn des 30-jährigen Krieges kam der kaiserliche Hofsekretär Tobias Gärtingen in den Besitz der Herrschaft. Seit dem Jahre 1915 gehörte das Schloss Baron Klinger dem Besitzer von Raabs. Nach dessen Konkurs erwarb 1931 der aus Brünn stammende Dr. Josef Krinninger das Schloss. Während des Ersten Weltkrieges war im Schlosspark ein Internierungslager mit 400 Kriegsgefangenen. Zu den Internierten im Lager Großau gehörte auch Stanislaus Joyce aus Triest, der Bruder von James Joyce. Beide irischen Autoren führten ein ruheloses, unangepasstes Leben fern ihrer Heimat. Beim Begräbnis des Freigeistes James Joyce in Zürich wurde das Lied „Addio terra, addio cielo - Auf Wiedersehen Erde, auf Wiedersehen Himmel" aus Claudio Monteverdis Oper L‘Orfeo gesungen und es zeigt die innere Sehnsucht eines jeden Menschen.
Die Leibeigenen im Norden oder im Süden des Grundlbaches konnten nicht aus ihrer Heimat weg und die Rivalitäten der beiden Grafschaften waren ihnen egal. Sie wollten ganz einfach nur in Harmonie und Frieden leben.