Glitzernder Innsand
Nachdem in einem anderen Earthcache direkt am Inn die zahlreichen und unterschiedlichen Kiesel behandelt werden, zeigt euch dieser Earthcache die großen Konglomeratsteine und den glitzernden Innsand. Am besten sieht man den Glitzereffekt natürlich an einem sonnigen Tag, aber das ist keine Voraussetzung dafür, die Fragen für diesen Earthcache zu beantworten.

Was ist Sand?
Sand ist ein natürlich vorkommendes, unverfestigtes Sediment, das sich überwiegend aus Mineralkörnern mit einer Korngröße von 0,063 bis 2 Millimeter zusammensetzt. Sand ist also im Mittel gröber als Schluff (Korngröße überwiegend 0,002 bis 0,063 Millimeter) und feiner als Kies (Korngröße überwiegend 2 bis 63 Millimeter). Sand zählt außerdem zu den nicht bindigen Böden.Die Bezeichnung „Sand“ ist nicht abhängig von der mineralischen Zusammensetzung. Der größte Teil der Sande besteht jedoch mehrheitlich aus Quarzkörnern.
Wie entsteht Sand?
Der erste Sand der Erdgeschichte entstand aus magmatischen und metamorphen Gesteinen (z. B. Granit oder Gneisen), die durch physikalische Verwitterung in kleinere Blöcke oder, bedingt durch chemische Verwitterung entsprechend anfälliger Gesteinsbestandteile, direkt in einzelne Mineralkörner zerfielen.
Solche Blöcke und Körner werden anfangs durch Schwerkraft, nachfolgend, bei nachlassendem Gefälle, vor allem durch Wasser von ihrem Ursprungsort weg transportiert (Erosion). Durch anhaltenden Wassertransport werden sie mehr oder weniger stark nach Größe und spezifischem Gewicht (abhängig vom Mineral aus dem sie bestehen) sortiert, indem nach Unterschreiten einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit die größeren Blöcke abgesetzt werden und zurückbleiben und nur noch Körner in Sandgröße und darunter weiter transportiert werden.
Was ist Erosion?
Die Erosion (von lateinisch erodere ‚abnagen‘) ist ein grundlegender Prozess im exogenen Teil des Gesteinskreislaufes. Er beinhaltet die Abtragung von mehr oder weniger stark verwitterten Gesteinen (Regolith) oder Lockersedimenten einschließlich der Böden (siehe → Bodenerosion). So erschafft die Erosion einerseits Geländeformen wie Berg und Tal, zerstört selbige jedoch schließlich bei anhaltendem Wirken vollständig, insofern ihr keine endogenen Prozesse (insbesondere Tektonik), die eine Anhebung der Landoberfläche hervorrufen, entgegenwirken. Erosion ist das Gegenstück zur Sedimentation. Der Prozess, der zwischen Erosion und Sedimentation vermittelt, heißt Transport (siehe → Hjulström-Diagramm).
Spezialfall von Erosion - Flusserosion
Schaffung von Einschnitten in die Landoberfläche durch die Tätigkeit von Fließgewässern (Bäche, Flüsse). Material wird mit der Strömung mitgeschwemmt und am Ufer abgelagert (Sedimentation). Über größeren Zeitraum werden Steine und Felsen am Ufer durch Erosion abgetragen. Besondere Ereignisse können Erosion beschleunigen. So erfolgt bei Hochwasser z. B. eine Ablagerung auch außerhalb des eigentlichen Flussbettes.
Quelle: Wikipedia
Flusserosion ist häufig und kann praktisch an jedem Fluss beobachtet werden. Die Stelle, die dieser Earthcache markiert, ist allerdings besonders, da drei einzigartige Faktoren die Erosion deutlich verstärken und deshalb auch so harte Minerale wie z. B. Quartz erodieren. Quartz hat den Härtegrad 7 auf einer Skala von 1-10, wobei 10 ein Diamant ist (Mohshärte).
Quelle: https://www.steine-und-minerale.de/artikel.php?topic=2&ID=12
An der Stelle des Earthcaches kann man gut sehen, wie der angeschwemmte Sand und neu erodiertes Quartz kombiniert sind. Der Inn erodiert die quartzhaltigen Felsen am Ufer, wodurch durch Sand und Quartz sich vermischen. Durch die Quartzpartikel erhält der Sand seine einzigartige, charakteristische Glitzerfarbe. Im Lauf der Zeit und besonders bei Hochwasser wird der Sand durch den Inn wieder weggeschwemmt, aber gleichzeitig durch neuen Sand ersetzt.
Folgende besondere Faktoren begünstigen eine deutlich stärkere Erosion an der Stelle des Earthcaches und dadurch die Entstehung des glitzernden Innsands:
1) Die Fließgeschwindigkeit des Inns
Die Fließgeschwindigkeit nimmt an dieser Stelle deutlich zu. Es ist der Eingang zur Innschleife (Linkskurve) und der Ausgang aus der Rechtskurve aus Richtung der Kapuzinerinsel. Flüsse fließen in Kurven schneller als in Geraden. An der Stelle des Earthcaches treffen zwei Kurven aufeinander, weshalb man eine deutlich höhere Fließgeschwindigkeit des Inn erkennen kann.


2) Tiefe des Inn
Der Earthcache liegt auf der Innenseite der Rechtskurve, die der Inn hier macht. Das meiste Wasser wird durch die Trägheit und durch die Fließgeschwindigkeit nach außen getragen, was man an der gegenüberliegenden Küste der "Innleitn" gut sehen kann. Hier frisst sich das Wasser in den Stein und in den Untergrund. An der Stelle des Earthcaches ist das Wasser relativ flach. Kombiniert mit der hohen Geschwindigkeit, die aus den letzten 200-300 m und der Rechtskurve resultiert, kommt eine große Menge Wasser mit hoher Geschwindigkeit an und begünstigt dadurch eine besonders starke Erosion.
3) Kehrwasser
Durch die oben beschriebenen Faktoren und durch die großen Steine mit den Quartzmineralien entsteht an der Stelle des Earthcaches eine Kehrströmung. Kehrströmungen entstehen durch Wirbel, die durch Hindernisse im Fluss hervorgerufen werden (https://de.wikipedia.org/wiki/Kehrwasser). Ein Teil der Wassermenge, die von Westen auf die Steine trifft und die Quartz-Erosion hervorruft, wirkt also doppelt, da sie durch die Kehrströmung nochmals auf die Felsen trifft.

Fluss- und Fließerosion ist keine Seltenheit am Inn und an anderen Flüssen. Es lohnt sich aber, besonders an diese Stelle einen Blick auf den Inn und seine Geologie zu werfen! Die Flusserosion und der dadurch entstandene quartzhaltige Sand kann an den Listingkoordinaten dieses Earthcaches sehr gut beobachtet werden.
Um diesen Earthcache zu loggen, beantworte bitte folgende Fragen:
1) Betrachte den abgelagerten Innsand zu deinen Füßen. Beschreibe, wie dieser Sand entstanden ist? Betrachte dazu die großen Steine, die nur wenige Meter in beiden Richtungen davon entfernt liegen.
2) Der Innsand glitzert. Woher kommen die Mineralien, die diesen Effekt hervorbringen? Welche Mineralien könnten es sein?
3) Warum findet man gut 100 m flußabwärts am Kieselstrand des Inns deutlich weniger Sand?
4) Beschreibe mit eigenen Worten, welche Faktoren eine besonders starke Erosion an dieser Stelle hervorrufen.
Bitte schicke die Antworten zu diesen Fragen per E-Mail oder über das Message Center. Wenn du loggst, ohne Antworten zu schicken, lösche ich den Log ohne Vorwarnung. Wenn du möchtest, kannst du ein Foto zu diesem Earthcache hochladen (optional).
Viel Spaß beim Erkunden des faszinierenden Innsands!