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Terebratel - Ein Leitfossil EarthCache

Hidden : 3/22/2020
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


 
 
 

Dieser EC führt Dich in ein Waldgebiet zwischen Holte und Dratum.

Hier befindet sich ein kleiner aufgelassener Steinbruch, der einen Einblick auf den Terebratelkalk eröffnet.  

Bitte bleibe so lange wie möglich auf den Wegen. 

Im Steinbruch bitte unbedingt festes Schuhwerk tragen. Ein Schutzhelm ist, in der Nähe der Steinbruchwand, ratsam. Nicht an, in der Wand klettern.

!! Achtung!! Vor Ort befindet sich keine Hinweistafel.

Ich wünsche Dir bei Deiner Erkundung viel Vergnügen.


 Terebratelkalk


Terebratel? Noch nie gehört, was soll das sein?

 

Terebrateln oder Terebratuliden 

gehören zu der Gruppe der Brachiopoden (Armfüßer). Es sind marine wirbellose Tiere mit zwei Klappen, äußerlich ähneln sie einer Muschel. Im Gegensatz zu den Muscheln kommen Brachiopoden nur im Salzwasser vor. Die Brachiopoden unterscheiden sich auch anatomisch stark von den Muscheln, denn die zwei Schalen der Brachiopode liegen oben und unten. Die Schalen der Muscheln sitzen seitlich. Die Brachiopoden haben Kiemenarme, mit denen sie Plankton aus dem Wasser filtern und einen Stil, der auf dem Meeresboden fest-gewachsen war. Die Stilklappe ist dabei größer als die Armklappe. Die Klappen (Schalen/Gehäuse) sind rundlich und glatt. Diese unterschiedliche Größe unterscheidet die Brachiopoden ebenfalls von den Muscheln, die zwei gleich große Klappen besitzen. Brachiopoden, hier die Art Terebrateln, sind häufig gesteinsbildend, wie auch an diesem EarthCache. Dieser Terebratelkalk stammt aus dem Erdzeitalter des Trias oder auch Germanischen Trias. Terebrateln (Brachiopoden) aus dieser Zeit besitzen den lateinischen Namen Coenothyris vulgaris. Auch heute sind Brachiopoden noch mit ca. 260 Arten vertreten, sozusagen sind es „lebende Fossilien“.

Terebratel

 

Leitfossil? Wie wird es bestimmt? Welche Anforderungen gibt es daran?

 

Leitfossilien (Orthostratigraphen

sind Fossilien (tierisch oder pflanzlich), anhand derer man die relative Altersbestimmung verschiedener Gesteinsschichten vornehmen kann. Findet man das gleiche Leitfossil in Sedimentgestein von verschiedenen Orten der Erde, so sind die Gesteine annähernd gleich alt. 

 Anforderungen an Leitfossilien

Ein ideales Leitfossil erfüllt folgende Bedingungen: 

  • Die relevanten Merkmale der Art dürfen nur kurze Zeit existiert haben, um eine möglichst präzise Datierung zu ermöglichen.
  • Die Art sollte in möglichst unterschiedlichen Lebensräumen existiert haben und damit in möglichst vielen unterschiedlichen Gesteinformen zu finden sein.
  • Die Fossilien müssen geographisch weit verbreitet sein, sodass auch weit entfernte Schichten miteinander verglichen werden können.
  • Die Fossilien müssen leicht und eindeutig bestimmbar sein.
  • Die Fossilien müssen in hoher Anzahl vorkommen.

Je weniger diese Anforderungen erfüllt werden, desto geringer ist der Nutzen als Leitfossil.

Übersicht Leitfossil

 Übersicht Erdzeitalter / Leitfossil


 

Welche Besonderheiten findest du hier vor Ort?

 

Du befindest Dich an einem alten, verlassenen, aufgelassenen, kleinen Steinbruch, der einen Einblick auf den Terebratelkalk gibt. 

Hier befand sich vor ca. 235 Millionen Jahren ein flaches Meer, welches als Germanisches Becken (seit 1999 Mitteleuropäisches Becken) bezeichnet wird. Es ist die Zeit des Erdzeitalter Trias, genauer die des Mitteltrias.

Auf der Sohle des Steinbruchs stehst Du auf dem Oberen Muschelkalk, auch Ceratitenkalk genannt, der hier eine Mächtigkeit von 18m aufweist und auf dem die Terebratelkalkbank aufliegt.

Um diese 7m mächtige Terebratelkalkschicht aufzubauen benötigte es Billionen von Terebrateln (Brachiopoden), die sich hier über einen sehr langen Zeitraum abgelagert haben. Diese Schicht stellt übrigens eine lokale Besonderheit der Umgebung Osnabrücks dar. 

Diese Terebratelbank verläuft von Südosten nach Nordwesten und Du kannst Diese deutlich als Geländerippe erkennen. Du hast im Steinbruch einen tollen Blick auf den hiesigen Schichtkomplex und ein Einfallen der Schichten um 35° bis 40° ist zu erkennen.

Im Steinbruch und oberhalb der Steinbruchwand, auf der Geländerippe, kannst du einzelne Handstücke entdecken. Hier sind die Klappen (Schalen) der Terebrateln (Brachiopoden) zu erkennen. Leider sind hier kaum komplette Klappen zu finden, meistens findest Du vor Ort zerbrochene und zerriebene Schalen, die dann als Schill, Schillsteine bezeichnet werden.

Aber vielleicht hast Du das Glück und findest eine komplette Klappe und mit viel Glück die Stielklappe, mit dem Stielloch.

Handstück

 Handstücke, Schillsteine mit Terebratelfossilien


Nun zu Deinen Aufgaben, um diesen Earth Cache loggen zu dürfen:

 

 1.     Suche dir eine kleines Handstück, im Steinbruch oder oberhalb der Steinbruchwand, auf der Geländerippe. Erkennst du das Leitfossil, die Terebratel?

  • Beschreibe die Form, die Farbe, den Zustand der Terebrateln von deinem Handstück.
  • Gerne stelle auch ein Bild von deinem Handstück dem Log bei.

2.     Woran kannst Du erkennen, dass die Terebrateln keine Muscheln sind? Nenne mind. zwei Unterschiede. Dabei hilft Dir das Listing.

3.     Mache ein Bild von Dir, oder Deinem GPS, oder einem anderen Gegenstand Deiner Wahl, vor Ort und füge es Deinem Log bei.

 

Sende mir Deine Antworten über die Nachrichtenfunktion zu, Du darfst sofort loggen.

Ich behalte mir vor, Logeinträge ohne Bild zu löschen.

 

Quellen:
Dr. Helmut Kieser
Wikipedia.de
mineralienmuseum-pforzheim.de
spektrum.de
Steinkern.de
Fossilien.de
Naturwissentschaftlicher Verein Osnabrück e.V.
 
 
 

 

Additional Hints (No hints available.)