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Die alte Kiefer Mystery Cache

Hidden : 5/18/2020
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


An den Listingkoordinaten ist natürlich nichts zu finden. Sie geben nur den ungefähren Standort der namensgebenden alten Kiefer an. Hier verlief ein kleiner Feldweg, der sich im Wald fortsetzte und bis zum Kammweg durchging. Durch die Zusammenlegung kleiner Feldstücken und das damit verbundene Wegackern der kleinen Feldwege wurde die alte Kiefer im Herbst 1976 von der LPG gerodet. 

 

Die alte Kiefer 

Draußen im Felde, bald am Rande des Fichtenwaldes, steht die alte borstige Kiefer. Oft einmal gehe ich an ihr vorüber. Ein schmaler grasbewachsener Weg bringt mich rasch zur aussichtsreichen Höhe. Ich sah sie schon vor fünfzig Jahren, da war sie gerade so groß wie jetzt. Doch ihre Nadeln blieben frisch, dunkel, stachlig, ihr Leben ist zähe. Heute kam der Andreastag. Seine Stunden sind für Pflanzen und Bäume ganz besondere. Es regt sich der Saft in ihnen und sie sind sprachbegabt. Es ist Abend geworden, eine lichte Mondnacht scheint zu werden. Wie ich an der Einsamen vorüber gehe, flüstert es in ihren Zweigen, ich lausche. Da ist mir`s , als verstünde ich des Baumes Sprache, er redet zu mir: 

 „Du stiller Feld- und Waldgänger, wohin noch zur Nacht? Warum bleibst du nicht in deinem Tale, wo die hübschen Häuser stehen, aus deren Stuben schon die ersten Lichter blinken? Ja, Ja ich kenne dich. Du bist nicht geschaffen um dort zu sein, wo die vielen Menschen zusammenkommen. Dich zieht es hinaus in die Natur, in ihre Freiheit. Schon manchmal sah ich dich schweigend einherschreiten. Ich meine, du hast das bessere Teil gewählt, du genügst dir selbst und kannst dabei froh und zufrieden sein. Mir geht`s genau so. Die tausend anderen Bäume bilden eine große Gemeinschaft. Ich stehe ihnen nahe, aber doch abseits und habe das noch nie bereut. Am Morgen grüßt mich die Sonne, ihr Licht gehört mir ganz. Wohltuend ist die Wärme an schönen Sommertagen. Mit meinen festen Zweigen spielt der Wind. Wenn er es gar zu arg treiben will, sticht er sich an meinen spitzen Nadeln, dann sieht er, dass er eilig weiterkommt. Mein Freund ist der Regen, er hält mich sauber und frisch. Die weißen Flocken des Winters rieseln still auf mich herab und Rauhfrost ziert an manchen Tagen mein Geäst. Aus Frost und Hitze, aus Dürre und Nässe mache ich mir nur wenig, ich  bin sie seit vielen, vielen Jahren gewöhnt. Sie können mir kaum etwas anhaben, denn meine Rinde ist hart, das Nadelkleid geschaffen zum Standhalten und Ausdauern. Die Pflanzen des Feldes, die Gräser und Blumen der nahen Wiesen dauern nur einen Sommer, sie wachsen, blühen und reifen. Dann kommt der Mensch und nimmt sie. Mich hat er zu meiner Freude stehen lassen, obwohl ich gar nicht schön aussehe. Wie es scheint, soll ich das ganz schmale Brücklein hüten, das unter mir ist. Oder ob ich ein Grenzmal bin? Sei dem, wie ihm wolle, ich freue mich des Tages und der Welt. Vor mir das große Dorf, lang, baum- und häuserreich. Dazu die vielen Felder, im Mai so grün und bunt. Dort Berg an Berg, eine lange Kette bildend, waldbedeckt. Über mir des hohen Himmels luftig Gewölbe, schön zu Tag und lichter Sternennacht. Decken ihn Wolken- sie weichen, kommt der Nebel – er vergeht. Ich durfte bleiben, erst grünen, warten, schauen. Der Ackermann hat bei mir seine Arbeit, er pflügt, sät, steckt, mäht und erntet. Seine fröhlichen Kinder sitzen dann und wann auf dem begrünten Wege. Ich sehe ihrem Spiel zu und höre die kindlichen Reden. Am Sonntag gehen junge Leute unter mir hin. Sie achten wenig auf mich, tauschen liebe Worte, in ihrer Seligkeit vergessen sie mich. Im Lenze schwebt die Lerche trillernd über mir. Das Goldermännel besucht mich und der graue Hänfling. Selten einmal sitzt das Eichhörnchen auf meinen Ästen, doch es hüpft bald lustig davon, ich habe zu wenig für seine scharfen Zähne. Das Rebhuhn lockt, der Fasan  balzt, Rehe äsen auf der Saat, der Hase macht sein Männchen. Im Herbst weiden schwarz-weiße Rinder auf den fast leeren Wiesen. Mit ihren großen Augen sehen sie wie fragend zu mir auf, ich habe schon oft lächeln wollen. Wenn die lieben Vögel singen, das flinke Wild aus dem Walde tritt, dann wird mir eigen wohl, sie erinnern mich an die Kindertage. Die sind längst dahin, ich bin zu Jahren gekommen, fast alt geworden. Doch unter meiner dichten Rinde pulst noch der Saft, auf muss er steigen zu Tag und Nacht, soll ich leben und frisch bleiben. Die Welt ist schön, das Leben köstlich, du weißt es wie ich. Und damit du diese stille Stunde nicht vergissest, nimm von mir eine kleine Gabe. Brich dir ein Zweiglein und steck es an den Hut. Dann pflücke dir drei meiner kleinen Zapfen, du wirst es nicht bereuen. Sie bringen dir Glück. So oft deine Finger sie berühren, duftet mein Harz. Halte sie hehr, sie dauern, frisch und fest bleibe deine Kraft, die Gesundheit, hart sei dein Wille, dauernd dein Sein.“ 

Drinnen im Ort schlug die Uhr auf dem Turm. Der Baum schwieg, ich stand noch und wollte mehr seiner Worte vernehmen, aber vergeblich. Die selten schöne Stunde ist entschwunden. Ich wendete mich zum Gehen, nicht zur Höhe hin, nein, heimwärts. Habe Dank, du alter einsamer Baum. Ich denke deiner und deiner Gabe. Sie soll mir ein wert Geschenk bleiben, sie ist eigen bescheiden. Aushalten in allen Tagen, in der Stille schaffen, Licht und Sonne lieben, das kann ich von dir lernen, ich wills befolgen. Sei gegrüßt du lieber Baum! 

Geschrieben von E.G. Lade in der Zeitungsbeilage „Unsere schöne Heimat“ vom Februar 1937 

Additional Hints (Decrypt)

trfpuügmg

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)