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Quellmoor-Erlebnispfad im Sernitztal EarthCache

Hidden : 4/20/2020
Difficulty:
5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Vielen Dank an holzhacker joe für den Hinweis auf diesen Lehrpfad und die daraus entstandene Cache-Idee!

Im Zuge der Renaturierung des Sernitzmoors entstand vor nicht allzu langer Zeit der hier vorgestellte Moorerlebnispfad. Vom Parkplatz aus ergibt sich eine Runde von etwa 3 Kilometern, auf denen der Besucher an verschiedenen Stationen neben Flora und Fauna auch viel über die Entstehung dieser Landschaft und die abgelagerten Sedimente lernen kann. Auf teilweise nassen Wegen geht es zuerst durch einen quellenreichen Moorwald entlang der Sernitz und dann auf einem Holzbohlenweg trockenen Fußes mitten durch das Moor. Ein ebenfalls feuchter Wiesenweg führt zum Ausgangspunkt zurück. Ich möchte euch nun auf einige der geologischen Besonderheiten in diesem schönen Moorgebiet aufmerksam machen. Neben dem Torf spielen hier auch Eisen und Kalk eine wichtige Rolle.
 

 

 

Wichtiges bevor ihr euch auf den Weg macht:

  • Es handelt sich um ein Moorgebiet, das bedeutet, nicht überall sind die Wege befestigt. An manchen Stellen kann man je nach Witterung und Wasserstand schonmal fußtief oder mehr im Moor einsinken. Feste Schuhe sind unbedingt empfehlenswert! Im Sommer braucht ihr Insektenschutz!
  • Folgende ECA wird benötigt: Teststreifen zur Bestimmung des Eisengehaltes und des pH-Wertes im Wasser, Gummihandschuhe für alle die keine schmutzigen Hände mögen, etwas Küchenpapier o.ä., Plastebecher, Lupe, ein Löffel oder kleine Kelle kann ebenfalls helfen. Dass ihr alle benutzen Utensilien wieder mitnehmt versteht sich von selbst.

 

Das Sernitzmoor

Das Sernitzmoor ist eines der größten und mit elf Metern Tiefe eines der mächtigsten Quellmoore Deutschlands, das jedoch durch jahrzehntelange Entwässerung zerstört wurde. Dank des Renaturierungs-Projektes gibt es nun wieder deutlich mehr Wasser unter den Schuhen.
Nach der letzten Eiszeit, vor ca. 10.000 Jahren, nahm die Entstehungsgeschichte des Sernitzmoores seinen Anfang. Zu der Zeit befand sich an dieser Stelle ein frisch von Gletschern ausgeräumtes Tal mit einem flachen See und vielen sprudelnden Quellen an den Talrändern. In den folgenden Jahrtausenden verlandete der See langsam, es entwickelte sich ein Moor und Torf wurde gebildet. Diese gewachsene Landschaft besteht zu mehr als 90 Prozent aus Wasser. Versorgt wird das Moor nicht durch das namensgebende Bächlein Sernitz, welches durch die Niederung fließt, sondern vor allem durch die vielen unterirdischen Quellen. Die Sernitz ist nur der Abfluss. Von Experten wird es deshalb als Druckquellmoor bezeichnet.

Quellmoore sind besonders an den Rändern von Endmoränen verbreitet, so wie hier an der Angermünder Staffel. Das Quellwasser ist in der Regel sauerstoff- und kalkreich, dadurch entstehen kalkreiche, stark zersetzte Torfe. Sehr häufig sind diese Torfe mit Kalkzwischenlagen und Eisenocker durchsetzt.

 

Ohne Torf kein Moor

Torf allgemein entsteht als organisches Sediment aus den Ablagerungen in Mooren und stellt die erste Stufe der Inkohlung dar. Es ist eine für Moore typische Bodenart und entsteht aus Pflanzen, die sich langsam zersetzen. Durch hohen Säuregehalt und Luftabschluss durch darüber befindliches Wasser ist die Zersetzung extrem verlangsamt. Durchschnittlich wachsen die Torfablagerungen in einem Moor nur um 1 Millimeter pro Jahr. Ganz am Ende entsteht Kohle daraus, das dauert jedoch viele Millionen Jahre. Torf ist in getrocknetem Zustand brennbar. Ablagerungen mit einem Gehalt ab 30 Prozent organischer Substanzen (Rest Mineralien und Wasser) werden als Torf bezeichnet. Ist der Gehalt geringer als 30 Prozent spricht man von Feuchthumus oder Moorderde.

 

Es werden folgende Arten von Torf  unterschieden:

Weißtorf ist die allererste Stufe der Zersetzung des Torfes und der Beginn der Torfbildung. Der Name kommt von der hellen Farbe. Weiß ist er aber nicht, eher hellbraun. Im Weißtorf kann man die Struktur der Pflanzen noch gut mit bloßem Auge erkennen. Es handelt sich um die oberste Torfschicht im Moor und diese ist folglich kaum Druck ausgesetzt. Deswegen ist der Grad der Verdichtung gering.

Brauntorf befindet sich als Schicht unter dem Weißtorf, er entsteht aus diesem durch weitere Zersetzung. Brauntorf ist homogen und zumindest bei Betrachtung mit bloßem Auge strukturlos. Er wird auch als Bunttorf bezeichnet und ist der Übergang vom Weiß- zum Schwarztorf.

Schwarztorf bezeichnet die älteste, unterste Schicht im Torflager und ist deutlich kompakter als der lockere Weißtorf weil er im Laufe der Jahrhunderte größerem Druck ausgesetzt ist. Der Name deutet auf die dunkle Farbe, dunkelbraun bis fast schwarz, hin. Die Zersetzung ist wesentlich weiter fortgeschritten als bei den oberen Torfschichten und die Struktur der Pflanzen kaum mehr erkennbar. Es ist die letzte Stufe der Zersetzung, die noch als lockere jedoch schwere Erde vorliegt.

Verwendet wurde Torf, auch hier im Sernitzmoor, traditionell als Heizmaterial. Auch als Kultursubstrat im Gartenbau und in der Medizin und Kosmetik wird er heute noch genutzt. Dabei gibt es gute Alternativen und im Moor ist der Torf sehr viel wichtiger für uns alle.

 

Eisen- und kalkhaltige Quellen im Moorgebiet

Das auffälligste Merkmal der Torfe in Quellmooren des Jungmoränengebietes, wie auch hier im Sernitztal ist ihr Reichtum an Kalziumkarbonat, welches aus Kalziumbikarbonathaltigem Grundwasser ausgefällt wird. Sichtbar wird dies durch grob- oder feinkörnige Kalkpartikel, welche dem Torf einen weißen bis grauen Farbton verleihen. Dieser Torf hat dann einen Kalkgehalt von 30 bis 90 Prozent. Ablagerungen von sogenanntem Kalksinter findet man auch an einigen Stellen auf den Pflanzenresten im Moor. Der Kalksinter überkrustet lebende und abgestorbene Pflanzenreste und ist dementsprechend reich an Hohlräumen. Der Kalkgehalt wird bestimmt durch das Vorhandensein eines kalkhaltigen Untergrundes. Dieser Untergrund ist hier Geschiebemergel der Moränenlandschaft.

Neben dem Kalk fällt auch das Vorhandensein von Eisenverbindungen im Quellmoorgebiet auf. Bei eurem Rundgang kommt ihr an vielen Stellen vorbei, die euch diese Eisenverbindungen sehr deutlich zeigen. Die typische rostrote bzw. ockerbraune Farbe ist nicht zu übersehen. Auch hier ist der Untergrund die Ursache. Eisen ist ein Bestandteil vieler Gesteine und auch in eiszeitlichen Ablagerungen enthalten. Eisen(II)-haltiges Grundwasser tritt natürlicherweise selten an die Oberfläche. Hier im Quellgebiet ist das der Fall. Beim Austritt des Grundwassers an die Erdoberfläche tritt eine rasche Oxidation des gelösten Fe(II) zu Fe(III) ein. Letzteres fällt als Eisenhydroxid (Eisenocker) deutlich sichtbar aus. Je höher die Fe(II)- Konzentration und der pH-Wert sind, um so schneller verläuft diese Oxidation. Bei pH-Werten unter 7 geschieht die Reaktion nur sehr langsam. Erkennen könnt ihr die besonders eisenhaltigen Stellen auf dem Moorerlebnispfad an den rostroten Ockerschlämmen mit der schleimig-schlammigen Konsistenz.

 

Ist das Moor verschmutzt?

An den auslaufenden Quellwässern bilden sich häufig schillernde Häutchen. Es sieht dann so aus, als ob Öl ausgelaufen wäre, da die Wasseroberfläche zum Teil in bunten Regenbogenfarben erstrahlt. Wenn ihr genau darauf achtet, entdeckt ihr sie an vielen Stellen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Umweltverschmutzung. Bei diesen kleinen "Regenbögen" spielt ebenfalls das oben genannte Eisen eine wichtige Rolle. Hier geschieht ein ganz natürlicher Vorgang, der durch eisenliebende Bakterien hervor gerufen wird. Diese Mikroorganismen ernähren sich nämlich von dem gelösten Eisen und verstoffwechseln es.  Ähnlich aussehende Öl- und Benzinfilme vergrößern sich bei Berührung auf dem Wasser, laufen auseinander und ändern dabei ihre Farben. Die hier vorliegenden Häutchen reagieren anders, aber seht selbst...

 

Genießt euren Spaziergang auf dem Moorpfad und beantwortet dabei bitte folgende Fragen. Die gesuchten Antworten findet ihr unterwegs auf den Infotafeln und durch eigene Beobachtungen!

1. Nehmt jeweils eine Wasserprobe an einer Quellwasserstelle mit klarem Wasser und an einer mit rostbraunen Eisenablagerungen. Bestimmt mithilfe der Anleitung auf euren Teststreifen die Menge des enthaltenen Eisens und den pH-Wert. Wie groß ist der Unterschied des Eisengehalts?
Schlussfolgert anhand des pH-Wertes, ob die Oxydation des Eisens schnell oder langsam verläuft.


2. Am WP 3 seht ihr eine Holzbrücke. Wenn ihr diese überquert, gibt es überall reichlich Torfboden. Nehmt euch etwa eine Handvoll Torf nahe der Wasseroberfläche und drückt diesen wie einen Schwamm aus. Wieviel Wasser kann diese Menge Torf speichern? Nun zerpflückt den Torf mit euren Händen. Erkennt ihr Reste von pflanzlichen Bestandteilen? Ordnet demzufolge eure Probe einer der beschriebenen Torfarten zu.

3. Findet ihr im Umkreis der Brücke Hinweise auf Kalkablagerungen und wenn ja, welche?

4. Nehmt eine Probe vom Ockerschlamm auf Küchenpapier o.ä. und untersucht diese. Woraus besteht der Schlamm? Erkennt ihr auch in diesem Pflanzenreste?

5. Sucht nach den Öl-ähnlichen Flecken im Moorgebiet! Öl würde bei Berührung auseinander laufen. Was passiert, wenn ihr diese Flecken vorsichtig berührt?

6. Für wieviel Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgas- Emissionen sind weltweit entwässerte Moore verantwortlich (Infotafel)?

7. Über ein Foto von euch (ihr müsst nicht zu erkennen sein) bei euren Untersuchungen würde ich mich freuen.

Schickt eine Mail mit euren Antworten an mich! Nach dem Absenden der Antworten könnt ihr gleich loggen. Falls etwas nicht in Ordnung ist, melde ich mich. Ihr braucht nicht die Logfreigabe abwarten! Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser geologischen Entdeckungsreise!






Quellen: Infotafeln vor Ort, angermünde-tourismus.de, schorfheide-chorin-biosphärenreservat.de, spektrum.de, wikipedia, eigene Fotos

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