
Klingberg ist bestimmt die interessanteste Ortschaft der Gemeinde Scharbeutz. Erst etwa 120 Jahre alt und heute einer der beliebtesten Wohnsitze. Umgeben von schöner, wanderbarer Natur. Die Verbindung zum Hauptort stellt das Waldgebiet der Scharbeutzer Heide dar. Gebadet werden kann im Pönitzer See.
Dieser Cache aus der Reihe der Scharbeutzer Dorfschaften ist der längste, rechnet mit mindestens einer Stunde Gehzeit. Er ist als Rundweg angelegt und kann nicht mit dem Auto und nur eingeschränkt mit dem Fahrrad absolviert werden. Waldtaugliche Kinderwagen sind möglich, Rollstühle leider nicht. Parken könnt ihr an den Startkoordinaten. Nicht bei jeder Station ist eine Frage zu beantworten.
Station 1, das Kurparkhaus Klingberg. N 54 01.564 E 10 41.723

Ende der 60-er Jahre, als Klingberg noch zu der damals selbständigen Gemeinde Gleschendorf gehörte, benötigte der Kurort natürlich ein repräsentatives Kurparkhaus. Mit Sonnenterrasse, Schachspielfeld, Wasserspielen, gepflegten Blumenbeeten und den damals hochmodernen Trichter-Blumenkübeln aus Waschbeton.
Im Gebäude gab es sogar ein kleines Büro für das Kurpersonal und eine Bibliothek. Wenig davon ist geblieben, wenn das Gebäude auch intensiv durch Kurse genutzt wird. Zur Gestaltung des Außengeländes wurde damals das Landschaftsarchitekturbüro Maasz – Fenne des bekannten Landschaftsarchitekten Harry Maasz, welcher selbst in Klingberg wohnte, beauftragt.
Heute noch schwach erkennbar ist die zeittypische Gestaltung mit Waschbetonplatten, Hochbeeten und Koniferen.
Aktuell steht eine Sanierung des Gebäudes an. In dem Rahmen soll auch das Außengelände den modernen Ansprüchen in Form von Nutzung und Ökologie neu gestaltet werden. Die aktuellen Fragen können sich deswegen nur auf die Grundstruktur des Gebäudes beziehen.
Frage 1: Aus wieviel Glasbausteinen besteht das „Fenster“ an der Westseite des Gebäudes?
Die Antwort ist A. A =
Frage 2: Vier Fenster des Gebäudes sind mit einer Vormauerung geschützt. Wieviel Lücken zwischen den Steinen lassen trotzdem Licht in das Gebäude?
Die Antwort ist B. B =
Station 2, das Wohnhaus von Harry Maasz, bei N 54 01.543 E 10 41.960

ist Privatbesitz! Das Grundstück darf und muss nicht betreten werden. Deswegen ist hier auch keine Frage zu beantworten. Seit rücksichtsvoll. Jeder möchte in seinem persönlichem Umfeld etwas Ruhe haben.
Harry Maasz ist einer der bekanntesten Landschaftsarchitekten Schleswig-Holsteins. Viele kleine Gärten und Gartenanlagen gehen auf seine Entwürfe zurück. Sein Büro lag in Lübeck, wohnen tat er hier in Klingberg.
Station 3, Paul-Zimmermann-Seepark, bei N 54 01.657 und E 010 42.125
Zu Ehren dieses Mitgründers von Klingberg wurde dieser kleine Park angelegt und nach ihm benannt. Paul Zimmermann propagierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine ganz einfache, nackte Lebensweise. In seinem hier in der Nähe befindlichen Freilichtpark lud er Menschen ein, ein einfaches, nacktes und vegetarisches Leben zu leben. Viele kamen und genossen einfach Licht, Luft, Einsamkeit oder Gemeinschaft.
Heute würde man sagen: Wellnessurlaub für Leute mit Burn-out-Syndrom.
Die letzten Reste verschwanden 2019, als die Häuser Uhlenflucht 20 gebaut wurden. Der eigentliche Freilichtpark wurde schon in den 70-er Jahren geschlossen.
Frage 3: Wieviel Wackeltiere befinden sich auf dem Kinderspielplatz?
Die Antwort ist C. C =
Richtung Norden führt ab hier ein schöner Wanderweg immer am See entlang bis zur Ortslage Pönitz am See. Die Badeanstalt, ein Ferienhausgebiet und ein Campingplatz liegen am Weg. Empfehlung: Wer den See umrunden möchte, dem empfehle ich den Cache „In 1000 Sekunden um den Großen Pönitzer See“ von MuggelM.
Wir wenden uns aber nach Süden, gehen die Straße Uhlenflucht hoch. Station 4 bis 7 liegen an der Straße. Das Eingeben der einzelnen Koordinaten ist nicht zwingend notwendig, die Objekte sind nicht zu übersehen und alle Fragen lassen sich von der Straße aus beantworten.
Station 4: Reiterpension Marlie, bei N54 01.502 und E010 42.102
Eines der ersten Häuser Klingbergs. Die Reiterpension Marlie ist das ursprüngliche Wohnhaus von Paul Zimmermann. Hier wohnten bis etwa 1938 seine Freilichtpark-Gäste. Es muss für die bäuerliche Bevölkerung anfangs ein ganz schöner Schock gewesen sein, wenn hier die leicht- oder nichtbekleideten Gäste die Uhlenflucht hinaufgingen um in den Freilichtpark zu gelangen oder den kleinen, heute nicht mehr zugänglichen Weg zum Pönitzer See gingen.
Seit 1954 besteht die Reiterpension, welche über Schleswig-Holstein hinaus einen guten Ruf hat.
Station 5: Ferienpark Moorteich, bei N 54 01.399 und E010 42.064
Auf dem Gelände der heutigen Ferienanlage standen die kleinen Holzhütten des Freilichtparkes von Paul Zimmermann, es gab einen Badesee und natürlich sehr viel Licht und Luft. Nachdem die Anlage 1974 geschlossen wurde entstand hier ein Ferienpark mit Restaurant, Badesee, Schwimmbad und Ferienhütten mit allem Komfort. Einige der alten Hütten waren noch bis in die 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts im Gebüsch stark verfallen aufzufinden, dort befinden sich heute die Häuser des Friedel-Höfer-Weges.
Die Tochter von Paul Zimmermann lebte bis zu ihrem Tod im Jahre auf dem Grundstück Uhlenflucht 18, ab 2019 wurde das Gelände mit Einfamilienhäusern bebaut. Hierdurch verschwanden die letzten Reste des Freilichtparkes.
Frage 4: Für welche drei Biere wird hier Werbung gemacht? Nimm von den Bieren die Anfangsbuchstaben und wandle die nach dem Schema A=1, B=2, C=3 in Zahlen um und addiere diese.
Die Antwort ist D. D =
Station 6: ehemalige Jugendherberge, bei N54 01.257 und E010 42.026
Das älteste Gebäude stammt aus dem Jahre 1927. Der Klingberger Kaufmann Heinrich Bade richtete an dieser Stelle zuerst ein Landgasthaus ein und machte daraus 1922 eine Jugendherberge. 1927 wurde von dem neuen Träger, der „Pädagogischen Vereinigung“ aus Hamburg, das jetzt sichtbare Haus errichtet und als damals moderne Jugendherberge eingerichtet. Was hieß modern? Kaltes Brunnenwasser in den Waschräumen, ein WC gab es nur für das Lehrpersonal, für die Schüler stand oberhalb ein Plumpsklo.
1934 wurde die „Pädagogische Vereinigung“ aus dem Gebäude verdrängt, das Gelände ging an den Gau Nordmark des Reichsverbandes für DJH. Für 11 Jahre machte sich hier strenger Nazigeist breit. 1945 wurde das Gebäude von den Briten beschlagnahmt, jetzt wurden hier Displaced Persons, lettische Kinder und ausländische elternlose Babys untergebracht und betreut.
Nach der Rückgabe 1950 wurde das Gebäude wieder als Jugendherberge hergerichtet und 1951 wiedereröffnet. Laufende Erweiterungen ließen hier eine der größten Jugendherbergen Norddeutschland entstehen. Mehrere Bettenhäuser, ein weitläufiges Waldgelände mit Sportplätzen boten im Jahre 2002 36.000 Gästen ein Zuhause auf Zeit. 2018 wurde die Jugendherberge von Herbergswerk geschlossen. Notwendige Investitionen in die Modernisierung, insbesondere den Brandschutz, sollten nicht mehr getätigt werden. Schaun wir mal, was hier entsteht. Erst Planungen bestehen.
Station 7: Geroldkirche Klingberg, bei N54 01.165 und E010 42.019
Eine der beiden Kirchengebäude der Scharbeutzer ev.-luth. Gemeinde. Mussten bis zu diesem Neubau sämtliche Klingberger Kirchgänger noch bis zur alten Feldsteinkirche nach Gleschendorf gehen, stand hier ab 1965 für die zahlreichen neuen Bewohner ein eigenes Gotteshaus zur Verfügung. Wie überall in Schleswig-Holstein stieg die Einwohnerzahl nach dem zweiten Weltkrieg auch in Klingberg sprunghaft an. Ganze Wohngebiete entstanden.

Frage 5: Was zeigt das unterste Relief auf der nach Westen liegenden weiß getünchten Giebelwand?
Weihnachten (5), Ostern (6), Pfingsten (7)
Die Antwort ist E. E =
Station 8: Ehrenmal für die Gefallenen, bei N54 01.178 und E010 41.891
Wie überall im Deutschen Reich entstanden nach dem ersten Weltkrieg Ehrenmale für die Gefallenen. Hier, an der Grenze zwischen Klingberg (welches damals als Siedlung noch gar nicht bestand) und der Dorfschaft Schürsdorf wurde es auf einem Grabhügel der Jungsteinzeit errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen die beiden seitlichen Gedenksteine hinzu. Seit nunmehr über 75 Jahren gibt es zum Glück keinen Bedarf an neuen Steinen ….
Auf dem Klingberger Stein taucht ein Familienname auf, welcher uns auf dieser Tour bei einer Station schonmal begegnete.
Frage 6: Finde den Familiennamen und wandle dessen Buchstaben nach dem Schema A=1, B=2, C=3 in Zahlen um und addiere diese.
Die Antwort ist F. F =
So, fast geschafft. Jetzt sucht euch eine Bank und berechnet die Finalkoordinaten nach folgender Formel:
Für die Nordkoordinate berechnet nach der Formel [AxC] + [F] + [E] den Subtrahenten von der Start-Nordkoordinate.
Für die Ostkoordinate berechnet nach der Formel [B - [D/C]] x [E] den Subtrahenten von der Start-Ostkoordinate.
Das Final, bei N 54 01.______ und E010 41.______ liegt nord-westlich und etwa 1 Kilometer Luftlinie entfernt.
Tip: Hier beim Ehrenmal beginnt auch der kleine Multi „Im Fierth“ von Bobo3.
Jetzt erwartet euch als Entspannung ein Waldspaziergang. Geht zuerst Richtung Westen. Wege findet ihr hier genug. Es ist sinnvoll, zur Lösung des Caches aber nicht notwendig, bei den Koordinaten N54 01.246 und E010 41.157 vorbeizukommen.
Dose gefunden? Gut. Zum Ausgangspunkt ist es jetzt nicht mehr weit.
Hat euch die Runde gefallen? Schreibt es in eure Logs, die dürfen ruhig etwas länger als „gefunden“ sein. Bilder sind auch immer willkommen.