Deutsche Version:
Eines der beeindruckendsden Phänomene der Westeifel ist die Huwelslay (altdt. für Eulenfelsen, huwel = Eule, lay = Felsen), ein Kalksinterfelsen am Westhang des Heiderückens zwischen Holsthum und Peffingen. Der Heiderücken wird aufgebaut von dem 60-80 Meter dicken porösen Luxemburger Sandstein, der aus der Erdzeit des Lias (ca. 190 Mio. Jahre) stammt. Die Grundlagen für die Entstehung der Grotte am Huwelslay wurden jedoch schon vor mehr als 360 Mio. Jahren im Zeitalter des Devon gelegt, als die Kalkböden der Eifel entstanden.
Eine Verkarstung entsteht, wenn Kalksteine, Salze oder Gips dem Einfluss der Lösungs- und Kohlensäureverwitterung unterliegen. Dabei zeigt sich, dass Gesteine, die fast ausschließlich aus einer Mineralart aufgebaut sind, schneller durch Lösungsverwitterung angreifbar sind als polymineralische Gesteine wie Granit, Basalt oder Schiefer. Optimale Voraussetzungen für die Bildung von Karst sind in humiden Gebieten der Erde gegeben, dort, wo die Niederschlagsrate höher ist als die Verdunstung. Niederschläge bzw. Oberflächenwasser sind neben dem Vorhandensein löslicher Gesteine die wichtigste Bedingung für die Verkarstung.
Wasser allein ist jedoch nicht in der Lage, Kalk- oder Salzsteine zu lösen. Vielmehr ist es mit Kohlensäure angereichertes Wasser, das Gesteine auflösen kann. Die Kohlensäure stammt dabei entweder aus der Atmosphäre oder aus dem Boden. Beim Aufeinandertreffen von kohlensäurehaltigem Wasser auf Karbonatgesteine wird Calciumbicarbonat ausgefällt, das in Lösung geht. Mitunter wird dieses an anderer Stelle als Gestein oder Tropfstein ausgefällt oder über Zubringer ins Meer geleitet. Ein Sinter ist allgemein eine mineralische Ablagerung, die in diesem Fall aus Kalk besteht. Er entsteht durch Abscheiden von in Wasser gelösten Mineralien.
Hier, am Huwelslay sickert das Niederschlagswasser durch die porösen, mit Kalk gebundenen Sandsteinschichten der Hochflächen hindurch, löst dabei das kalkhaltige Bindemittel der Quarzkörner und reichert den Wasserhorizont unter dem Felsmassiv mit Kalk an.
Unterhalb des Felsmassivs aus Luxemburger Sandstein tritt dieses Wasser in einer Quelle aus. Hierdurch gerät das Wasser in andere Druck- und Temperaturverhältnisse mit dem Ergebnis, dass das gelöste Kalziumhydrogenkarbonat wieder in Kohlensäure und Kalziumkarbonat zerfällt. Die Kohlensäure zerfällt weiter in Kohlenstoffdioxid, welches als Gas entweicht. Das Wasser verdunstet zunehmend begünstigt durch die Vegetation im Quellbereich.
H2O + CO2 ⇒ H2CO3, H2CO3 + CaCO3 ⇒ Ca(HCO3)2, Ca(HCO3)2 ⇒ CO2 + H2O + CaCO3
Zurück bleibt ein fast reiner Kalk, der als Kalksinter oder Kalktuff bezeichnet wird. Der Sinter setzt sich entlang der Fließwege des Wassers an den kleinen Ästen, Stielen und Blättchen der Moose ab und bildet zusammen mit diesen krustenartige Ablagerungen.
Im Zuge der Lösungsverwitterung wird so innerhalb von 50.000 Jahren bis zu ein Meter Gestein korrodiert. Durch das im Gestein zirkulierende Wasser werden quasi bestehende Schichten und Klüfte ausgespült, so dass sich über und unter Tage Hohlräume und Versenkungen ausbilden.
Neben diesen chemischen Prozessen, die hauptsächlich für die Entstehung der Grotte verantwortlich sind, ist natürlich wie überall auch physikalische Verwitterung dafür verantwortlich, wie sich die Gesteine verändern.
Auch in der näheren Umgebung auf der luxemburger Seite gibt es zahlreiche Ablagerungen von Kalktuff, doch hier bot der Felsen des Huwelsley der Natur die Möglichkeit, durch die Ausspülungen einerseits und den Sinterablagerungen andererseits eine bizarre Grotte entstehen zu lassen.
[Quellen: Infotafel vor Ort, https://www.eifel.info/a-huwelslay-bei-holsthum, wikipedia.de, https://www.steine-und-minerale.de/ ]
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Laut § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes beginnt die Fledermausschutzzeit am 01. Oktober und endet am 31. März. In diesem Zeitraum ist das Betreten von Höhlen, Grotten, Bunkern, Stollen und anderen potentiellen Winterschlaf-Behausungen von Fledermäusen gesetzlich untersagt.
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English Version:
One of the most impressive phenomena in the West Eifel is the Huwelslay (old for owl rock, huwel = owl, lay = rock), a limestone rock on the western slope of the ridge between Holsthum and Peffingen. The Heiderücken is built up from the 60-80 meter thick porous Luxembourg sandstone, which dates from the Lias era (approx. 190 million years). However, the foundations for the creation of the grotto on Huwelslay were laid more than 360 million years ago in the Devonian era when the limestone soils of the Eifel developed.
Karstification occurs when limestones, salts or gypsum are subject to the effects of solvent and carbonic acid weathering. This shows that rocks that are almost exclusively made up of one mineral type can be attacked more quickly by solution weathering than polymineral rocks such as granite, basalt or slate. Optimal conditions for the formation of karst exist in humid areas of the world, where the precipitation rate is higher than the evaporation. Precipitation or surface water are the most important condition for karstification in addition to the presence of soluble rocks.
However, water alone is unable to dissolve limestone or salt stones. Rather, it is carbonated water that can dissolve rocks. The carbonic acid comes either from the atmosphere or from the soil. When carbonated water meets carbonate rocks, calcium bicarbonate precipitates, which goes into solution. Sometimes this is precipitated as rock or stalactite elsewhere or is led into the sea via feeders. Sintering is generally a mineral deposit, which in this case consists of lime. It is created by separating minerals dissolved in water.
Here, on the Huwelslay, the rainwater seeps through the porous, limestone-bound sandstone layers of the plateaus, dissolves the calcareous binder of the quartz grains and enriches the water horizon under the rock massif with lime.
This water emerges from a spring below the rocky massif of Luxembourg sandstone. As a result, the water gets into different pressure and temperature conditions with the result that the dissolved calcium hydrogen carbonate breaks down again into carbon dioxide and calcium carbonate. The carbonic acid further breaks down into carbon dioxide, which escapes as a gas. The water evaporates increasingly favored by the vegetation in the source area.
H2O + CO2 ⇒ H2CO3, H2CO3 + CaCO3 ⇒ Ca(HCO3)2, Ca(HCO3)2 ⇒ CO2 + H2O + CaCO3
What remains is an almost pure lime, which is called lime sinter or lime tuff. The sinter deposits along the flow paths of the water on the small branches, stems and leaflets of the moss and forms crust-like deposits together with them.
In the course of solution weathering, up to one meter of rock is corroded within 50,000 years. The water circulating in the rock virtually flushes out existing layers and fissures, so that cavities and depressions form above and below ground.
In addition to these chemical processes, which are mainly responsible for the formation of the grotto, physical weathering is of course also responsible for how the rocks change.
There are also numerous deposits of limestone tuff in the surrounding area on the Luxembourg side, but here the rock of Huwelsley offered nature the opportunity to create a bizarre grotto through the flushing out on the one hand and the sintered deposits on the other.
[References: Information board, https://www.eifel.info/a-huwelslay-bei-holsthum, wikipedia.de, https://www.steine-und-minerale.de/ ]
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