“Roter Handschuh” ist lt. des mir vorliegenden Kartenmaterials der Name des fast 4,5 km langen Forstweges zwischen der auch ‘Harzhochstraße’ genannten Bundesstraße B242 (Clausthal-Zellerfeld - Braunlage) und der Kreisstraße K38 (Clausthal-Zellerfeld - Altenau) am Brockenblick.
Im Verlauf dieser Strecke, gibt es die eine oder andere interessante Stelle, die in dieser kleinen Cache-Reihe bedacht wird.

Für dieses wunderschöne Foto eines roten Handschuhs bedanke ich mich bei Herrn “LosSchilleros”. Ohne dich wäre diese Reihe schlichtweg nicht möglich gewesen. 
Der Name
Leider habe ich über die Herkunft des Namens bisher nicht wirklich etwas in Erfahrung bringen können. (Wer mich kennt weiß, dass ich mich da durchaus anstrenge.
)
Ich nehme an, dass es sich, wie bei vielen “eigenartigen” Namen in der Gegend, um die Benennung eines ehemaligen Bergwerkes handeln könnte. In einem Internet-Artikel einer regionalen Zeitschrift habe ich diese Bezeichnung auch für das Forstgebiet am Weg gelesen. Allerdings in der Neuzeit.
Eine mögliche Erklärung: Die folgende Ausführung zur Namensherkunft hat mir diboehme zukommen lassen.
Zitat: »Hallo SigmaAlphaPi, ich habe heute wegen des Namens “Roter Handschuh” mit W. Melzer gesprochen. Er ist ein ausgewiesener Kenner, was Flurnamen (und noch viel mehr) im Oberharz angeht. Eine Grube mit diesem Namen gab es nicht. Im Bereich des RHs gab es einige alten Hüttenplätze, aber von denen kann man den Namen nicht ableiten.
W. Melzer hat folgende, allerdings rein persönliche Erklärung: Es gibt den “Hundscher Weg”, der von Osterode auf den Harz bei Buntenbock führt und der früher als Transportweg weiter bis zur Harzburg diente. [...] M. vermutet, dass es sich bei “Handschuh” um eine Abwandlung von “Hundscher” handelt. Der Rote Handschuh ist ja auch eine Fortsetzung des Hundscher Wegs. Das “Rot” im Namen könnte von den Roteisenerzvorkommen im Verlauf des Hundscher Wegs und in Fortsetzung davon des Roten Handschuhs herrühren.«
Mit den Wegen, die die Entwicklung von Begriffen, Worten oder Sprachen im Allgemeinen manchmal nimmt, ist dies zumindest mal ein Ansatz, der nicht von der Hand zu weisen ist.
Falls Du mehr weißt und/oder zufällig Literatur zum Thema kennst, schreib mir bitte.
“Roter Handschuh”-Dose
02
Ausläufer Werk Tanne
In WSW-Richtung erstreckt sich das doch relativ große Gelände des ehem. NS-Rüstungsbetriebes “Werk Tanne”. ACHTUNG: Das Betreten des Geländes ist verboten. Im schlimmsten Fall ist es lebensgefährlich.
Als Information sei hier einfach mal der informative Teil meiner archivierten Oberharzer Geschichte eingefügt.
Werk Tanne klingt nach idyllischer Forstwirtschaft oder vielleicht einem Sägewerk, war aber während der Zeit des Nationalsozialismus das drittgrößte Sprengstoff- und Munitionswerk im Deutschen Reich. Es bestand von 1935 bis 1945.
1930 wurden in Clausthal-Zellerfeld die letzten Bergwerke des Oberharzer Bergbaus stillgelegt, woraufhin die Arbeitslosigkeit erheblich anstieg. Für Clausthal-Zellerfeld als Standort einer Rüstungsfabrik sprach die strategisch günstige Lage in der Mitte des Deutschen Reiches, die damals noch gute verkehrstechnische Anbindung [Anm. ein Gleis zweigte vom Bahnhof Clausthal-Ost zum Werksgelände ab], das Potential an hochqualifizierten arbeitslosen Facharbeitern sowie die guten Möglichkeiten zur Tarnung gegenüber Flugzeugen. Acht Monate nach der Machtübernahme der NSDAP gab es im Dezember 1933 die ersten Planungen und 1935 wurde das 120 Hektar große Gelände durch die Montan GmbH erworben, eine Tarnfirma des Heereswaffenamtes.
Die Fabrik wurde in der Zeit von 1935 bis 1938 für die Gesellschaft m. b. H. zur Verwertung chemischer Erzeugnisse (Verwertchemie), eine Tochter der Dynamit AG (DAG) errichtet. Sie erhielt den Decknamen „Tanne“. Es wurde hauptsächlich Füllpulver 02 (Fp. 02) hergestellt, bekannt als TNT. Die monatliche Produktion erreichte etwa 2800 Tonnen TNT. Der Produktionscode dieser Einrichtung war „clt“.
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Im Juni 1939, etwa drei Monate vor Kriegsausbruch, nahm die Sprengstofffabrik ihre Produktion auf. 1943/1944 produzierte Werk Tanne mit 28.000 Tonnen die größte Menge TNT im Großdeutschen Reich. Die Lagerleitung verbot es wegen des Sichtschutzes aus der Luft unter Strafe, Bäume zu fällen, des Weiteren war nur die Neupflanzung von Fichten erlaubt.
Im späteren Verlauf des Krieges ereigneten sich mehrere Unglücke im Werk, das schwerste war die Explosion der Nitrierungsanlage am 6. Juni 1940, bei der 61 Menschen starben. Die Arbeiter, die sich zur Zeit der Explosion in der Nähe befanden, wurden durch die Maschendrahtzäune gedrückt, so dass die genaue Identifizierung unmöglich wurde. In ganz Clausthal-Zellerfeld barsten die Scheiben und der Rührstab der Nitrierungsanlage flog knapp zwei Kilometer weit bis zum Klepperberg.
Am 7. Oktober 1944 griffen 129 Bomber der US-Luftstreitkräfte die Sprengstofffabrik an, sie zerstörten 70 Gebäude. Mindestens 88 Menschen kamen dabei ums Leben, wobei die meisten Opfer unter den Zwangsarbeitern zu beklagen waren. Anschließend kam die TNT-Produktion bis zum Kriegsende nicht wieder in Gang, hauptsächlich wegen des zerstörten Leitungsnetzes. Jedoch arbeitete die Bombenabfüllung weiter bis zur Besetzung durch die US-Armee im April 1945. Am 31. Dezember 1944 arbeiteten noch 590 sowjetische Zwangsarbeiterinnen im Werk Tanne.
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Um 1942 arbeiteten etwa 2600 Menschen in der Fabrik, wovon etwa die Hälfte aus Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen rekrutiert wurden. Die Unterbringung dieser ausländischen Arbeitskräfte erfolgte in Lagern in der Umgebung. (Quelle: aus dem Artikel bei Wikipedia)
Nach neuesten Planungen soll wohl entlang der K38 - vom Brockenblick in Richtung Clausthal - ein Solarpark entstehen.
Der Cache
Die Dosen liegen alle auf dem Boden und sind abgedeckt. Sie sind bewusst nicht schwierig versteckt. Hast Du eine gefunden, weißt Du, wonach zu suchen ist. Bei Schneelage sind sie wahrscheinlich nicht oder nur schwer zu finden.
Du suchst fast immer nach einer Lock-Lock-Dose. Einmal ist es ein Petling.
Die Größe der Dosen ist aber unterschiedlich. Anhaltspunkt ist hier im Listing angegebene Cachegröße:
Micro = Petling, Small = 0,3l Inhalt, Regular = 1,0l Inhalt.
ACHTUNG: Einschränkung für das Attribut “kinderfreundlich” von Juni bis August!
Es gibt an vielen Stellen unterwegs Fingerhut. Teilweise auch zum Zeitpunkt des Auslegens der Dosen in deren unmittelbarer Nähe. Dieser ist wunderhübsch anzusehen, aber giftig. Hab bitte ein Auge auf Mini-Cacher.
Parkplatz und Rückweg
Wie Du vielleicht schon auf der Karte gesehen hast, ist der “Rote Handschuh” kein Rundweg. Er kann aber von beiden Seiten begonnen werden. Mit dem Fahrrad/Mountainbike sollte er problemlos zu befahren sein. Direkt am “Brockenblick” gibt es eine Bushaltestelle.
Parkmöglichkeiten:
Parken kann man jeweils in der Nähe der ‘Anfang/Ende’-Dosen - entweder im Einfahrt-Trichter an der B242 oder ein Stück eingerückt an der K38. Für die vorgeschlagenen Parkplätze sind bei diesen beiden Dosen jeweils die Koordinaten hinterlegt - B242, K38. Bitte achte darauf, dass der Weg nicht zugeparkt wird - Forstverkehr, ggf. Einsatzfahrzeuge müssen durchkommen können.
Der Rückweg zu Fuß kann ein klein wenig abgekürzt werden, indem man den Weg am Jägersbleeker Teich und Fortuner Teich wählt. Man spart so etwas über einen Kilometer. Zudem winkt die eine oder andere zusätzliche Dose.
Viel Spaß und Happy Hunting wünscht
ΣΑΠ
Hier kannst du eine Liste aller “Roter Handschuh”-Dosen aufrufen.