König-Otto-Tropfsteinhöhle
Laut Pächter ist die Höhle zur Zeit nur am Wochenende geöffnet !!

Die König-Otto-Tropfsteinhöhle liegt im Frankendolomit des Malm im Jura. Es handelt sich um den Typ Hallenhöhle.
Im Laufe der Zeit sinkt durch die fortschreitende Verkarstung des Gebirges und weiteres Einschneiden der Täler das Vorfluterniveau und somit auch der Karstwasserspiegel in tiefere Höhenniveaus ab. Während in den Tiefen des Gebirges neue Höhlen gebildet werden, fallen die bislang wassererfüllten Höhlengänge trocken. Die trockengefallenen Höhlen weisen also auf das vorzeitliche, auf ein höherliegendes Vorfluterniveau eingestelltes Stadium der Karstwasserentwicklung hin. Mit Sicherheit ist anzunehmen, dass sich unter dieser Höhle weitere Hohlräume befinden.
Entstehung
Malm ist eine andere Bezeichnung für Oberjura (163,5-145 Mio Jahre). Abgelagert wurden damals mächtige Kalke und Mergel am Grund eines flachen und warmen Schelfmeeres, das damals Süddeutschland bedeckte.
In der Unterkreidewurde Süddeutschland tektonisch gehoben. Die Malmtafel wurde sehr stark verkarstet und abgetragen. Damals entstanden ausgedehnte, tief in den Untergrund hinabreichende Höhlensysteme. Die meisten Höhlen der Frankenalb wurden damals bereits angelegt und auch die meisten Hohlraumsysteme.
Wahrscheinlich schon während des obersten Jura wurden die oberen Bereiche der Malmschichten -- und hier vor allem die Riffkalke -- durch Zufuhr von Magnesium in Dolomit (den sogenannten Frankendolomit) umgewandelt. Diese mächtigen Riffdolomite bauen zusammen mit den tafelbankigen Dolomiten die charakteristische Kuppenlandschaft des Albhochlandes auf.
Der Frankendolomit unterliegt seit der Kreidezeit, also seit 135 Mio. Jahren, der Verkarstung.
Was ist das besondere dieser Höhle
In dieser Höhle lassen sich gleich zwei geologische Besonderheiten besonders eindrucksvoll entdecken. Zu einem sind die Höhlenwände, über und über mit farbigen Sinterperlen besetzt und es gibt Wasserstandslinien zu entdecken. Die Sinterperlen und Wasserstandslinien sind ein Beweis dafür, dass die Höhle lange unter Wasser stand. Die Wasserstandslinien lassen verschieden hohe Wasserstände in früherer Zeit deutlich erkennen.
Sinterperlen 
sind spezielle Tropfsteinbildungen, die entstehen, wenn durch das Tropfwasser in einer Pfütze ständig und konstant Drehbewegungen der "Perlen" erzeugt werden. Der Kern der Perlen ist meist ein Sandkorn bzw. ein kleines Gesteinsbruchstück, um welches sich schalenförmig der Kalksinter aufbaut. Die Nährlösung ist dabei nicht unbedingt der fallende Tropfen, sondern mehr die Wasserlache, in der die Perle liegt. Die Tropfen bewirken nur, dass sich die Perle bewegt und rundum versintern kann. Ist die Perle zu schwer, geht die Versinterung trotzdem weiter und die Perle "wächst an".
Wasserstandslinien oder auch Sinterwasserstandslinien
:
Über einen langen Zeitraum muss kalkreiches Wasser in dem Höhlenabschnitt gestanden haben, so das sich an den Wänden Kalk abgesetzt hat, der wie eine Kante erscheint. Das deutet darauf hin, dass der Bereich der Höhle früher tiefer gelegen hat , bzw die Umgebung sich durch Erosion stark verändert hat und der Wasserhorizont heute viel tiefer liegt.
Tropfsteine
Entstehung
Der Niederschlag nimmt aus der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid auf, versickert im Boden und nimmt dort organische Säuren auf. Dadurch kann aus dem Kalkstein Calciumcarbonat (Kalk) im Wasser gelöst werden. Dieser gelöste Kalk verbindet sich mit dem Kohlendioxid zu Calciumhydogencarbonat, welches gut wasserlöslich ist. Beim Erreichen einer Höhlendecke tropft diese Lösung durch vorhandene Felsspalten. Beim nun erfolgenden Zutritt von Luft entweicht das Kohlenstoffdioxid, das Calciumhydrogencarbonat wandelt sich wieder in das schwer wasserlösliche Calciumcarbonat (Kalk) um. Das Wasser verdunstet, übrig bleibt Kalk, welcher im Laufe von Jahrtausenden die Tropfsteine bildet.
Während das kohlensäurehaltige Wasser durch den Karst fließt, löst es den Kalkstein bis zur Kalksättigung in sich auf. Wenn es dann auf einen Hohlraum trifft, fließt das Sickerwasser an der Decke entlang, verliert an Fließgeschwindigkeit und bildet aufgrund der Oberflächenspannung Tropfen. Dabei gibt es CO⊃2; ab, was zur Ausfällung von kristallinem CaCO⊃3; führt. Dieser Sinter-Kalk bildet den von der Decke herabhängenden Tropfstein, den Stalaktiten. Der auf den Boden auftreffende Tropfen enthält noch etwas Kalk. Beim Aufprall des Tropfens wird nochmals CO2 freigesetzt und Kalk fällt aus. Entsprechend wächst ein weiterer Tropfstein vom Boden in die Höhe und bildet einen Stalagmiten. Stalagmiten und Stalaktiten können auch als Säule zusammenwachsen und werden dann Stalagnat genannt.

Wachstumsgeschwindigkeit und Tropfsteinalter
Tropfsteine entstehen und wachsen im menschlichen Maßstab gesehen nur sehr langsam. Die genaue Geschwindigkeit des Tropfsteinwachstums variiert jedoch und hängt von mehreren Faktoren ab:
-
Kalk-Konzentration im Wasser
-
CO2-Gehalt im Wasser und in der Höhle
-
Menge des herabtropfenden Wassers
-
Temperatur
Sehr beliebt bei Höhlenführern sind Angaben über die Wachstumsgeschwindigkeiten von Tropfsteinen. Dabei werden durchaus realistische Messungen von 8 bis 15 Millimeter pro 100 Jahre zugrunde gelegt.

Quellen: Merkblätter zur Karst- und Höhlenkunde Verband Österreichischer Höhlenforscher ,Eine kurze Geschichte der Frankenalb,Wikipedia, eigene Fotos
Öffnungszeiten
Der Zugang ist von 01.April bis 31. Oktober ist durchgängig von 10 - 17.00 Uhr
Laut Pächter ist die Höhle zur Zeit nur am Wochenende geöffnet !!
Von November bis März kein Zugang wegen Fledermausschutz.
Dienstag-Freitag: letzte Führung um 16.00 Uhr
Samstag, Sonntag/Feiertag: letzte Führung um 17.00 Uhr
Montag ist Ruhetag, außer an Feiertagen!
Die Besichtigung dauert ca. 45 Minuten.
Führungen finden jeweils zur vollen Stunde statt.
Preise
Erwachsene: 8,00 €
Kinder bis 15 Jahre: 3,50 €
Hund: 1,00 €
Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder): 14,00 €
Fotogenehmigung 1,00 €
Wichtige Informationen
Bitte festes Schuhwerk und eine Jacke mitbringen.
Zahlung mit EC-Karte ist nicht möglich.
Ergänzung 29.04.2025 :
Einen Dank an Barney VanHouten für die Informatieon.
Führungen finden in der Regel keine mehr statt,stattdessen kann man einen Audioguide aufs Handy via QR-Code ziehen oder aus der Broschüre lesen. In der videoüberwachten Höhle kann man bei wenig Andrang dann in eigener Geschwindigkeit fast ungestört die Höhle besuchen.
Wer denn Audioguide genießen möchte,über Earpiece ist das Erzählte besser zu verstehen und man stört niemandem anderes.
Da das ein Earthcache ist , müsst Ihr auch Fragen dazu beantworten. Die Fragen sind durch Lesen des Listings , nachdenken und des Besuches der Höhle zu beantworten.
1 Auf dem Rundgang wirst Du durch mehrere Räume oder Hallen kommen. Kannst Du in allen Räumen Tropfsteine, Sinterperlen und Wasserstandslinien sehen?
2 Beim Besuch der Höhle kommst Du recht nahe an die Sinterperlen heran. Beschreibe die Größe und Farbe der Perlen.
3 Kannst Du farbliche Unterschiede zwischen den Sinterperlen und Wasserstandslinien erkennen?
4 Wenn Du die Wasserstandlinien bzw. Sinterwasserstandslinien entdeckt hast , wirst Du diese in verschieden Höhen vorfinden. Was kannst DU daraus schließen?
5 Was meint Ihr: Wie wird sich das Wachstum der Tropfstein in den nächsten hundert Jahren entwickeln? Wird es sich beschleunigen, wird es sich verlangsamen oder wird es zum erliegen kommen. Bedenke dabei, dass das Wasser was hier eine Hauptrolle spielt, Regenwasser ist!
Nach Beantwortung der Fragen und das senden an unser Profil, könnt Ihr sofort loggen.
Nun viel Spaß beim besuchen dieser außerordentlich bemerkenswert schönen Höhle.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei GeoawareDE12 für die tolle Zusammenarbeit bedanken !