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Rundhöcker - Spuren der Eiszeit EarthCache

Hidden : 11/10/2020
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:







Rundhöcker - Spuren der Eiszeit

Südöstlich des zur Gemeinde Malschwitz gehörenden Ortes Baruth findet man in mehreren kleinen Feldgehölzen bis zu vier Meter hohe Felsklippen, die eine auffällige schildförmige Rundung und eine glatte Oberfläche haben. Es handelt sich um so genannte Rundhöcker, die das skandinavische Inlandeis vor 400.000 bis 200.000 Jahren schuf.

Die Felsklippen bestehen aus einem fein- bis mittelkörnigen Granodiorit, einem hellen Intrusivgestein, das gegenüber Granit weniger Alkalifeldspat und mehr Plagioklas (Kalknatronfeldspat) enthält. Sie gehören zum Lausitzer Granit-Granodiorit-Komplex, dem größten zusammenhängenden Granitoidgebiet Mitteleuropas. Ihr Alter wurde auf 540 bis 530 Millionen Jahre bestimmt, sie entstanden somit kurz nach der Cadomischen Gebirgsbildung am Nordrand des damaligen Südkontinents Gondwana. Sie sind das Resultat plattentektonischer Prozesse am Außenrand Gondwanas.

Ihre heutige Form erhielten die Felsklippen während der Eiszeiten. In den letzten 500.000 Jahren waren Skandinavien und die europäischen Hochgebirge wiederholt von dicken Eispanzern bedeckt. Mächtige Gletscher bewegten sich von Skandinavien bis weit nach Mitteleuropa, das Gebiet um Baruth wurde dabei drei Mal vom Inlandeis überfahren. Beim weitesten Vorstoß bedeckte das Gletschereis die gesamte Oberlausitz, erreichte sogar Nordböhmen und war hier etwa 500 Meter stark.



Das Geländerelief veränderte sich durch den Druck des Gletschereises und die im Eis eingefrorenen, als Schmirgel wirkenden Steine. Der Granodiorit war widerstandsfähig genug und trotzte einer vollständigen Abtragung. Die Felsklippen blieben erhalten, ihr Aussehen veränderte sich jedoch deutlich.

Das freigelegte Gestein wurde in Eisfließrichtung (Luv-Seite) glattgeschliffen und abgeflacht. Die Form auf der Lee-Seite ist steiler und mit rauer Oberfläche. Die harten Gesteinsklippen stellten für den Gletscher ein Hindernis dar, wodurch es auf der Luv-Seite zu einer Druckerhöhung und somit zum Anschmelzen der Gletscherbasis kam. Das entstehende Schmiermittel aus Wasser, Sand und Steinen schliff die Felsoberfläche glatt, bezeichnet wird dieser Vorgang als Detersion. Der geringere Druck auf der Lee-Seite ließ das Eis am Gestein anfrieren. Gesteinsstücke brachen an Kluftflächen aus dem Gesteinsverband heraus. Die steilere und rauere Seite bildete sich durch diesen als Detraktion bezeichneten Vorgang.





Verschiedene Formen der Verwitterung, speziell die mechanische und die biologische, verändern die Gestalt der Rundhöcker noch heute. Die Gletscherschliffe der drei Steinhügel sind mittlerweile stark angewittert und zum Teil überwachsen. Der Abbau von Granodiorit-Gestein im 19. Jahrhundert führte zu einer teilweisen Zerstörung dieser geologischen Besonderheit.



Begebt euch nun an die angegebenen Koordinaten, schaut euch die Rundhöcker etwas genauer an und beantwortet mir ein paar Fragen. Nutzt dazu die Kontaktmöglichkeiten über mein Geocaching-Profil. Bei eventuellen Fehlern melde ich mich bei euch. Euren Vor-Ort-Besuch dürft ihr sofort loggen.

1) Beschreibt knapp und prägnant die geologische Situation vor Ort! Was seht ihr hier?

2) Drei im Listing beschriebene geologische Prozesse fanden zu unterschiedlichen Zeiten statt und sind ursächlich für das heutige Aussehen dieses Naturdenkmals. Welche?

3) Warum wurden die Granodiorit-Felsklippen vom Gletschereis nur teilweise und nicht vollständig abgeschliffen und eingeebnet?

4) Warum sind die Rundhöcker nicht gleichmäßig geformt? Benennt die Ursache!

5) Fügt eurem Online-Log ein Vor-Ort-Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand als Anwesenheitsbeweis hinzu! Hierbei handelt es sich um eine Logbedingung gemäß den Earthcache-Guidelines vom 10.06.2019!

HINWEIS: Ich erwarte von euch eine Nachricht mit den Antworten und ein Vor-Ort-Foto im Log!

Und nun wünsche ich euch viel Spaß mit diesem Earthcache!

Bitte beachten: Die Rundhöcker bei Baruth sind als Naturdenkmal geschützt!

Quellen (11.11.2020):

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie:
"Baruths heiße Vergangenheit" (2007)

Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz:
"Baruther Schafberg und Dubrauker Horken" (2011)

AG Geologie der Staatlichen Geologischen Dienste Deutschlands:
"Rundhöcker - Geologische Kartieranleitung" (2019)

Die im Listing veröffentlichten Fotos sind eigene Aufnahmen vom 10.11.2020.


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