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Beschreibung
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Der Boden im Katinger Watt
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Allgemeines
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Das Katinger Watt ist eine etwa 1500 Hektar große Fläche, die Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Ramsargebiet Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und angrenzende Küstengebiete“ im Süden Eiderstedts im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein ist. Der Name führt augenscheinlich in die Irre. Nicht direkt das Watt, sondern Wiesen, Wald und Wasser prägen das Schutzgebiet.
Aber was gibt es hier so Besonderes? Nun ja, vor über 50 Jahren sah das Gebiet hier noch ganz anders aus, aber der Reihe nach...
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Entstehung des Schutzgebiets
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Vor 1900 gehörte das Gebiet um das Katinger Watt noch der Nordsee und war ein ausgedehntes Watt- und Salzwiesengebiet. Im Industrieszeitalter um 1900 sollte sich dieses Gebiet aber komplett verändern. Damals entstand als Folge des Baus des Nord-Ostsee-Kanals (1895) in der Eidermündung die Grüne Insel (Peinsinsel) vor Großolversum. Mit dem Bau des Eidersperrwerkes im Zuge des Eiderdammes von 1967 bis 1973 und dem Eiderleitdamm ging die Grüne Insel in das sogenannte Katinger Watt mit ein, da der Mündungsbereich der Eider durch den Damm von der Nordsee abgetrennt wurde. Aus einer täglich durch Ebbe und Flut tidenabhängigen Flusswattlandschaft wurde urplötzlich Binnenland. Heutzutage erinnert nur noch die alte Abbruchkante innerhalb des Gebietes an die damalige Insel. Mit diesem menschlichen Einschnitt in die Natur, wurde ein Prozess in Bewegung gesetzt, der ohne Menschenhand viel viel länger gedauert hätte. Der Bodentyp Watt entwickelte sich nach der Bodensystematik weiter und veränderte sich zur Kalkmarsch.
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Was sind Kalkmarschen und wie sehen sie aus?
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Kalkmarschen charaktierisieren sich als kalkhaltige, tiedebeeinflusste Grundwasserböden aus marinen Ablagerungen. Die oberste Schicht ist eine belebte, gepflügte und mit lockerem Krümelgefüge versehene Humusschicht. Dabei wandeln Bodelebewesen welkende Blätter und tote Zweige in Humus um. Darauf folgt eine nährstoffreiche Sandschicht mit Einfluss von Grundwasser, die zugleich auch als Filter für sauberes Grundwasser funktioniert. Darauf folgt ein mehr oder weniger stark rostfleckiger Horizont im Schwankungsbereich des Grundwassers. Bei Nässe löst sich Eisen im mineralischen Sediment und hinterlässt grau-grüne Flecken. Dringt Luft wieder hinein, fällt das Eisen aus und färbt den Boden rot. Dabei ist der Unterboden in der Regel deutlich geschichtet.
Man kann als wahrlich behaupten: Ihr steht gerade direkt auf dem Meeresboden der Nordsee! ;)
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Entstehung von Kalkmarschen
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Die Entwicklung einer Kalkmarsch folgt einem zeitlichen Verlauf über mehrere Stadien hinweg.
Watt
Ausgangspunkt für die Bodenbildung ist das Watt, welches durch die Gezeiten regelmäßig von Meerwasser überflutet wird. Durch die Überschwemmung überwiegt die Erosion und führt zur Ablagerung von Sedimenten. Im Laufe der Zeit wächst das Watt so auf eine Höhe an, die durch die Tide nicht mehr regelmäßig erreicht wird. Die Bodenbildung der Kalkmarsch beginnt.
Rohmarsch
Nach dem Zwischenstadium der Rohmarsch, die noch episodisch überflutet wird, folgen die nur noch in Ausnahmefällen vom Meer erreichten und in der Regel eingedeichten Jungmarschen.
Kalkmarsch
Durch die nach der Eindeichung durchgeführte Entwässerung, die zur Nutzbarmachung notwendig ist, kommt es zur Sackungsverdichtung, so dass die Landoberfläche in der Regel unter dem Niveau des Tidehochwassers liegt und dauernder, aktiver Entwässerung bedarf. Durch die Niederschläge werden die leicht löslichen Salze schnell ausgewaschen, so dass sich mit Gefügebildung, Sulfidoxidation und Humusanreicherung ein gut entwickelter, aber noch nicht entkalkter Boden entsteht: Die Kalkmarsch. Diesen weisen jedoch nur ein Alter von etwa 300 Jahren auf, bevor sie sich zur Kleinmarsch weiterentwickeln, da die Entkalkung allmählich vom Oberboden in den Unterboden fortschreitet.
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Nutzung und Funktionen von Kalkmarschen
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Kalkmarschen eigenen sich sehr gut als Ackerstandorte, da die Böden sehr produktiv und zugleich gute Eigenschaften für den Anbau z.B. von Kartoffeln und Kohl besitzen. Innerhalb des Sediments findet man eine hohe Anzahl an Nährstoffreserven, die durch die enthaltenen organischen Substanzen und den gering verwitterten Mineralien gespeichert werden. Zugleich besitzt dieser Boden ein sehr hohes Speichervolumen für Wasser, sodass auch lange Trockenperioden gut überstanden werden.
Neben dieser Nutzung besitzen Kalkmarschen auch nützliche Funktionen. Sie dienen beispielsweise als gute Archivfunktion, die Rückschlüsse auf frühere Nutzung unter anderen Klimabedingungen zulassen.
Nachteilig dieser Böden ist deren Druckempfindlichkeit, da schluff- bis tonreiche Kalkmarschen durch z.B. den Ackerbau leicht an Sauerstoffmangel, was zur Verdichtung führt, leiden können. Grund dafür sind die schweren Landmaschinen, die dem Boden das Atmen erschweren. Auch die Verschlämmung kann zu einem Problem werden, wenn Niederschlg ungebremst auf die Bodenoberfläche trifft. Einzelnen Bodenteilchen werden dann durch den Tropfenaufschlag oder Verspülungen umgelagert und verstopfen die Poren in der Bodenschicht. Dies führt dann zu einer Krustenbildung und verhindert die Aufnahme von Wasser und verschlechtert so die Fruchtbarkeit des Bodens.
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Logbedingungen
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Um diesen Earthcache nun loggen zu dürfen, müssen die nachfolgenden Aufgaben erfüllt werden. Für ein freiwilliges Experiment benötgst du als Hilfsmittel etwas Zitronensäure oder Essig. Beachte bitte zunächst, dass du dich in ein einem ökologisch besonders wertvollen und schützenswerten Gebiet befindest. Bitte bewege dich nur auf den Wegen und hinterlasse kein Müll. Vielen Dank!
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Aufgabe 1
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An den Koordinaten stehst du direkt vor der Bodenwand. Schätze die Mächtigkeit der 1) Humusschicht und 2) Sandschicht bis zur Grundwasserschicht. Gibt es zwischen beiden Schichten Farbunterschiede? Wenn ja, warum ist das so?
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Aufgabe 2
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Neben der Bodenwand hast Du die Möglichkeit, den Zustand der Erde im Katinger Watt zu prüfen. Ist die Erde eher fein- oder grobkörnig? Begründe deine Entscheidung.
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Aufgabe 3 - freiwillig
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Ein Bestandteil der Kalkmarsch ist Kalk. Nimm daher eine kleine Probe der Erde aus dem Kasten und teste diese auf deren Kalkgehalt (Bitte nur eine kleine Probe, damit nachfolgende Besucher auch noch Erde vorfinden!). Dann fülle die Erde in ein Gefäß (z.B. Glas) und gibt ein paar Tropfen Zitronensäure oder Essig auf die Erde. Kannst du etwas wahrnehmen? Erkläre mir was du beobachten kannst.
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Aufgabe 4
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Erkläre mir woher der Kalk in der Kalkmarsch seinen Ursprung hat. Als Hilfe schau auf die Bodenwand. Dort wirst du mehrere weiße Objekte finden ;) Was passiert wohl damit?
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Aufgabe 5
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Mache ein Foto von dir oder deinem GPS am Wegpunkt A oder B.
Wegpunkt A: umgestürzter Baum, mit Bodenmaterial im Wurzelwerk
Wegpunkt B: Eingang zum Naturerlebnisraum
Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim Earthcache einfach dazu.
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Tipp |
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Ich empfehle Euch den kompletten Rundgang durch den Naturerlebnisraum, um einen Einblick in die Natur dieses vielgestaltigen und interessanten Gebietes zu bekommen.
Der 3,4km lange Rundweg bietet an zahlreichen Stationen Informationen, aber auch Spiel- und Freizeitmöglichkeiten. Die Themenpalette reicht vom Wald im Watt über das Leben im Wasser bis hin zum Ackerbau. Erwachsene und besonders Kinder sind eingeladen, diesen Naturerlebnisraum zu entdecken.
Achtung, Augen auf! Neben Regenwürmern, die den Boden "umgraben", gibt es auch größere Haufen auf dem Rundgang zu entdecken - Maulwurfshügel in den Farben hell und dunkel! ...Sachen gibt's...;)
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Schicke mir bitte eine Mail mit deinen Antworten aus Aufgabe 1 bis 4 unter Angabe des EC's Der Boden im Katinger Watt an die in meinem Profil angegebene Adresse. Die Fotos einfach an deinen Onlinelog hängen. Nach dem Absenden der Antworten darfst du auch sofort online loggen. Falls etwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich dann bei dir.
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