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Eine Küste im Josbachtal EarthCache

Hidden : 11/19/2020
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Einen Küstenstreifen würde man hier, mitten im Taunus eher nicht vermuten. Dennoch, vor 34 bis 23 Millionen Jahren befand sich hier die Küste eines Meeres, das in diesem Zeitraum mehrmals bis tief in den Taunus vordrang. Die damals weiter nach Süden reichende Nordsee verband sich zeitweise mit der Paratethys, einem kontinentalen Flachmeer, das vom Rhonetal bis zum Aralsee reichte (Vereinfacht ausgedrückt).

Von der ehemaligen Steilküste ist nicht mehr viel zu sehen. Eine Steilküste entsteht dadurch, dass das Meer um Fuß der Küste Material abträgt und sich in die Landmasse hinein gräbt. Sobald sich das Meer zurückzieht, wird die Stufenform der Steilküste durch Erosion verändert. Regen, Wind und Frost sorgen dafür, dass der obere Teil der Steilküste abgetragen und am Fuß der Steilwand abgelagert wird. Die Steilküste verliert so gleichsam ihre Höhe und ihre Form.

Die Ostseeküste bei Wismar ist eine vergleichsweise flache Steilküste.
So ähnlich könnte die Küste bei Oberjosbach einst ausgesehen haben.
Von der einstigen Steilküste ist nicht viel übrig. Höhe und Stufenform sind durch Erosion stark verändert.
Brandungsgerölle im Josbach.


Das Josbachtal und die benachbarten Täler sind also ehemalige Buchten und die kleine, aber deutlich sichtbare Geländestufe ist ein Rest der ehemaligen Küstenlinie. Brandungsgerölle, also rund geschliffene Steine, sind heute noch im Bett und in den Uferhängen des Josbachs zu finden. Von den ursprünglich hier vorkommenden Gesteinen sind aber nur Taunusquarzite übrig, die aufgrund ihrer Härte den Erosionskräften über den langen Zeitraum widerstehen konnten.

Der Grund des Josbachtales ist heute mit einer dicken, stark lößhaltigen Schuttdecke verfüllt, die im Laufe des letzten Eiszeitalters durch Erosion und Abtragung von Gesteinen der Umgebung gebildet wurde. Entlang des Josbaches führt talabwärts ein Pfad. Geht man diesen entlang, kann man die Lößschicht sehen, im Bachbett Reste der Brandungsgerölle entdecken und die noch sichtbare Länge der Küstenlinie observieren.

Kommen wir nun zum praxisorientierten Teil und zu den Fragen:
Um den Cache loggen zu dürfen, müsst ihr einige Fragen beantworten. Ihr könnt nach dem Senden der Antworten direkt loggen und müsst keine Freigabe abwarten. Hier am Hauptpunkt des EC gibt es die erste Frage, an den WPs weitere.
Nochmal: bitte erst Antworten auf alle Fragen senden, dann loggen.

Frage 1: Messt oder schätzt die Höhe der Geländestufe.
Man kann davon ausgehen, dass die Steilküste einst mehrere Meter hoch und etwa senkrecht war. Erklärt wie es zu der heutigen Form und Höhe gekommen ist.

Ermittelt vor Ort bitte die Höhe über NN der Küstenlinie und notiert euch diese. Untersucht auch den am Bach sichtbaren Lösslehm für einen späteren Vergleich.

Brandungsgerölle und Meeressande kann man an einer anderen Stelle (WP 2 und 3) noch besser untersuchen. Auf dem Weg dorthin beantwortet bitte die zweite Frage (WP 1). Ab WP1 könnt ihr einfach dem "Gusbacher Strandweg" folgen.

Frage 2: Auf dem Weg zu den Wegpunkten behaltet immer die Küstenlinie im Auge. Auf welcher Gesamtlänge ist sie heute noch gut sichtbar?

Am nächsten Wegpunkt angekommen seht ihr dicke, runde Steine die offenbar beim Wegbau freigelegt wurden, denn sie sind nur auf ca 15m Weglänge sichtbar und nur dort wo der Weg in den Hang gegraben wurde. Vor allem aber die rund geschliffene Form der Steine zeigt, dass es sich hier um Brandungsgerölle handelt. Das Meer hat die Steine rund geschliffen, indem es sie durch die Wellenbewegung über sehr lange Zeiträume gegeneinander gerieben hat.

Brandungsgerölle die beim Wegbau freigelegt wurden. Am östlichen Rand einer ehemaligen Sandgrube fördern Kaninchen Meeressande zutage.


Frage 3: Am WP 2 findet ihr große, deutlich rund geschliffene Steine im Boden des Weges. Beschreibt ihr Aussehen und die mittlere Größe. Um welche Gesteinsart könnte es sich handeln?

Beim letzten Wegpunkt findet ihr eine Grube, etwa 15 x 40m. Hier wurde Sand abgebaut. Der Boden ist heute leider etwa 30cm hoch mit Lösslehm und Humus bedeckt. Am östlichen Ende der Grube helfen uns die Kaninchen den Sand zu untersuchen. Rund um die Kaninchenbauten findet man Sand, der vor rund 30 mio Jahren hier abgelagert wurde und den die hilfsbereiten Langohren beim Graben ihrer Wohnungen an die Oberfläche befördern.

Frage 4: Vergleicht den Meeressand, den ihr am Ostende der Grube bei den Hasenlöchern findet, mit dem Lösslehm hinsichtlich Körnung und Farbe und Beschreibt die Unterschiede.

Zuletzt noch eine optionale Frage als Denksportaufgabe für wahrhaft geologie-interessierte:

Frage 5: Ermittelt die Höhe über NN der Sandgrube und vergleicht diese mit der zuvor gemessenen Höhe der Küstenlinie im Josbachtal. Welcher Punkt ist höher und wie lässt sich das erklären?

Für den Rückweg zum Auto könnt ihr den direkten Weg wählen oder dem "Gusbacher Strandweg" folgen. Er führt über Niederjosbach und weiter entlang des Josbachtales. Wir hoffen ihr habt Gefallen an dieser kleinen geologischen Exkursion gefunden. Wir freuen uns über ein oder zwei lustige oder schöne Logfotos.

Quellen:

  • Infotafel
  • http://www.taunuswelten.de/das-gebirge/entstehung/
  • Buch: Der Taunus - eine Zeitreise - Entstehung und Entwicklung eines Mittelgebirges - ISBN 978-3-510-65224-2
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Mainzer_Becken
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Paratethys
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Taunus#Geologischer_Bau
  • https://oberjosbach-taunus.de/sites/oberjosbach-taunus.de/files/Flyer_Gusbacher_Strandweg.pdf

Additional Hints (No hints available.)