Vorab: Der Feldweg zum Cache muß zu keiner Zeit in Richtung der Gleise verlassen werden!
Murrbahn aktuell
Die Bahnstrecke Waiblingen - Schwäbisch Hall / Hessental - auch Murrtalbahn oder Murrbahn genannt - verbindet die Remsbahn mit der Kocher- bzw. Hohenlohebahn und ist Teil der kürzesten Eisenbahnverbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg. Sie beginnt bei KM 0 in Waiblingen und endet bei KM 60,7 in Schwäbisch Hall - Hessental. Zwischen Backnang und Fornsbach folgt sie der namensgebenden Murr (Eigentlich folgt die Murrbahn als "kleine Murrbahn" auch zwischen Backnang und Marbach (S4 und Güterzüge) der Murr, dieser Teil verlief ursprünglich ab Freiberg/Neckar bis nach Bietigheim).
Der Cache - auf der den Gleisen abgewandten Seite des Weges! - befindet sich bei KM 4,8. Von dort aus kannst du neben vereinzelten Güterzügen als durchgehende Zugverbindungen die S3 Stuttgart - Backnang (DB), die RB19 Stuttgart - Schwäbisch Hall / Hessental bzw. Crailsheim (DB) sowie den RE90 Stuttgart - Nürnberg (Go-Ahead) sehen.
Von KM 4,8 aus folgt in Richtung Stuttgart der Bahnhof Neustadt-Hohenacker und danach das 45 m hohe und 240 m lange Remstal-Viadukt, in Richtung Backnang der 308 m lange Schwaikheimer Tunnel. Der heute zweigleisige Tunnel wurde 1965 eröffnet - übrigens der erste Tunnel Deutschlands, der komplett in Spritzbetonbauweise erstellt wurde. Der daneben liegende alte, eingleisige Tunnel wurde geschlossen und zugemauert. Was uns zur Geschichte der Strecke führt:
Die Königlich Württembergische Staatseisenbahn baute zeitgleich mit der Gäubahn Stuttgart–Freudenstadt eine Diagonalverbindung durch Württemberg. Der Streckenabschnitt Waiblingen - Backnang wurde 1886 eröffnet, 1878 folgte der Abschnitt Backnang–Murrhardt, 1879 der Abschnitt Hessental–Gaildorf und 1880 konnte die Lücke Murrhardt - Gaildorf geschlossen werden.
Für die Abzweigung der Murrbahn in Waiblingen musste der dort bereits vorhandene Bahnhof der Remsbahn aufgegeben und etwas westlich in Form eines Keilbahnhofs - der Bahnhof liegt dabei im Abzweigdreieck - neu angelegt werden. Nachteilig war die gewählte Streckenführung für die Stadt Schwäbisch Hall, da die Verbindung Stuttgart - Nürnberg an ihr vorbei führt. Damit wurde der etwa 4 km entfernte Vorortbahnhof Hessental der für Schwäbisch Hall wichtigere Bahnhof. Die Mehrzahl der Züge fährt von Crailsheim über Hessental in Richtung Backnang und Stuttgart, der geringere Teil ab Hessental in Richtung Heilbronn und damit durch Schwäbisch Hall.
Daß die Strecke bis heute größtenteils eingleisig blieb, geht auf den Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg zurück – ein zweigleisiger Ausbau wurde aus strategischen Gründen durch Frankreich untersagt. 1962-1965 wurde jedoch die Strecke Waiblingen - Backnang zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Bis 1976 fuhren Fernverkehrszüge dennoch dampflokbespannt bis bzw. von Stuttgart durch, ein Lokwechsel in Backnang hätte für die Fahrtdauer keinen Vorteil gebracht. Im Herbst 1981 begann der S-Bahn-Verkehr der Linie S3 zwischen Backnang und Stuttgart.
Auf den eingleisigen Streckenabschnitten kam es im Dezember 1934 zwischen Murrhardt und Sulzbach auf der Höhe von Schleißweiler aufgrund eines Signalfehlers zu einem schweren Eisenbahnunglück: Zwei Züge stießen frontal zusammen, zehn Menschen starben, 30 wurden verletzt. In 2000 verlor bei einem Unfall ein Güterzug in der Nähe der alten Haltestelle Backnang-Spinnerei drei je 25 Tonnen schwere und über 26 Meter lange Stahlbetonträger, welche auf Grund der Topografie nicht am Stück geborgen werden konnten. Das THW musste diese noch in der Nacht unter anderem per Schneidladungen in für den DB-Kran handhabbare Teile sprengen bzw. zerteilen.
Ein Highlight der Strecke war der „Fliegende Stuttgarter“ - ein mit dem "Fliegenden Hamburger" vergleichbarer Zugtyp -, welcher 1937 die Murrbahn befuhrt, der einzige Schnellzug auf einer eingleisigen Strecke.