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Kippböden der Neuberzdorfer Höhe EarthCache

This cache has been archived.

Martinsbande: Hier wurde einst viel Geld und Arbeit investiert, um eine schöne Schauanlage zu errichten. Inzwischen ist alles ziemlich in die Jahre gekommen. Sogar relativ große Wege wachsen immer mehr zu.
Wir haben uns entschieden, den Earthcache in den Ruhestand zu versetzen. Wir danken allen Besuchern für das Interesse und die netten Logs!

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Hidden : 1/1/2021
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Für diesen Earthcache benötigst du etwas zum Messen, zum Beispiel einen Gliedermaßstab.


Schauanlage für Bodenprofile

Im Zeitraum 1998/1999 wurde etwas abgelegen am Rande der Neuberzdorfer Höhe eine Schauanlage für Bodenprofile von Berzdorfer Haldenböden gestaltet. In Tagebaugebieten gab es so etwas noch nie.
Es werden originale Bodenprofile der Halde gezeigt und mit natürlichen Bodenprofilen der Umgebung verglichen. Außerdem gestatten uns die Schaukästen, einen Blick auf eigentlich tief in der Erde verborgene Schichten zu werfen.
Wer schon einmal einen Earthcache mit dem Inhalt Bodenprofil besucht hat, kennt sicherlich das Problem. Nach einer gewissen Zeit haben Regen, Frost und andere Witterungseinflüsse das einst so schöne Profil so verändert, dass es bisweilen schwer fällt, das Wesentliche zu erkennen. Und einen Spaten hat man gerade nicht dabei, oder man sollte ihn aus Naturschutzgründen nicht verwenden. Ganz anders hier: Vielleicht sind einige Farben ein bisschen verblasst, doch das Wesentliche ist gut erkennbar wie am ersten Tag. Das Umfeld hat allerdings in den über 20 Jahren seit der Entstehung gelitten.
Vom offiziellen kostenfreien Parkplatz bis zum Earthcache sind es nur ca. 600 Meter Luftlinie. Aufgrund des gestuften Terrains der Halde und der damit verbundenen Wegführung benötigst du jedoch ungefähr 1,6 km für die (einfache) Wegstrecke.

Vor Ort findest du diese Schauanlage.

Schauanlage


Neuberzdorfer Höhe

Die Neuberzdorfer Höhe befindet sich am südwestlichen Rand des Berzdorfer Sees. Es handelt sich um eine Bergwerkshalde. Der Abraum, der bei der Förderung der Braunkohle anfiel, wurde hierher verbracht. So entstand eine Anhöhe, die bis zu 140 Meter höher liegt als der Berzdorfer See.
Bereits um die Jahrtausendwende wurden etliche Schutzhütten errichtet. Ein Trimm-dich-Pfad und Naturlehrpfade führten durch das neu aufgeforstete Gebiet. Sie befinden sich heute leider in einem mehr als jämmerlichen Zustand.
In den Jahren 2007 bis 2008 wurde auf 320 Meter Höhe über NN ein 21 Meter hoher Aussichtsturm errichtet. Ein umfangreiches Wegenetz bietet Wanderern und Mountainbikern viel Spielraum.


Natürliche Böden und deren Entstehung

Böden sind der oberste, belebte Bereich der lockeren Verwitterungsschicht der Erdkruste.
Die Vielfalt der Böden wird durch unterschiedliche Ausgangsgesteine, Klimafaktoren, Relief, Vegetation und die Tätigkeit der Bodenorganismen und der Menschen bestimmt.
Böden bilden sich in geologischen Zeiträumen relativ schnell, nach menschlichen Maßstäben jedoch relativ langsam. Die Böden im heutigen Mitteleuropa sind im Laufe der letzten 12.000 Jahre, seit dem Ende der letzten Eiszeit, entstanden.
Natürliche Böden entwickeln sich über Jahrtausende aus Ausgangsgesteinen unter einer charakteristischen Vegetation durch bodenbildende Prozesse wie etwa der Verwitterung.

Entstehung von Braunerde

Im ersten Schaukasten kannst du sehen, wie ein typisches Bodenprofil in der Oberlausitz aussieht. Das Ausgangsgestein Granodiorit zerfällt unter dem Einfluss von eindringendem Wasser und Sauerstoff zu Granodiorit-Grus. Bodenorganismen verursachen die Verwesung der Bodenstreu und die Bildung von Humus. Versickerndes Regenwasser löst Humusstoffe, Oxide und Tonminerale aus dem Oberboden und transportiert sie in tiefere Schichten, wo sie sich anreichern. So entstehen Unterbodenhorizonte zwischen dem Oberboden und dem unbeeinflussten Untergrund.
Mit Sickerwasser transportiertes Eisen-III-Oxid verursacht das Verbraunen des Unterbodens. Es entsteht die für die Gegend typische Braunerde.


Kippböden

Ganz anders als "natürliche" Böden sehen die Böden auf Bergwerkshalden, sogenannten Kippen, aus. Der Abraum der Grube wurde auf die Kippe befördert und dort "abgekippt". Was in der Grube vorher oben war, konnte nun nach unten gelangen oder umgekehrt.
Die verschiedenen Schichten des Deckgebirges finden sich vermengt in Kippböden.
Wir haben die seltene Möglichkeit, einige Komponenten, die im Deckgebirge verborgen waren, in aller Ruhe anzuschauen.  In den Schaukästen in der Mitte und rechts entdecken wir zum Beispiel:
(1) Basalt- und Granit-Zersatz
(2) eingestreute Klumpen von Liegend-Tonen
(3) Braunkohleholz (Xylit)
(4) Schluff-Klumpen
(5) tertiäre kiesführende Kohlesande
(6) Geschiebemergel

Der Anfang der Bodenbildung auf den Kippen ist besonders schwer. Das hat vielfältige Ursachen.
Es gibt noch keine schützende Vegetation. Die Windeinwirkung ist stark und ungehindert und befördert die Erosion.
Die Halde überragt ihre Umgebung relativ stark. Der Höhenunterschied wird über Stufen ausgeglichen, das heißt, es wechseln sich steile Hänge mit kleinen ebenen Flächen ab. Die Hanglage ist ein guter Angriffspunkt für die Oberflächenerosion.
Wasser gibt es in den höheren Lagen nur in Form von Regenwasser. Dieses stößt im Boden  auf wasserundurchlässige Schluff- und Tonschichten. Eine natürliche Wasserverteilung ist dadurch nicht möglich. Insgesamt wirkt die Halde zwar wie ein Schwamm, der den Grundwasserspiegel anhebt. Das reicht aber erstens nicht, und zweitens kann Wasser durch die Tonschichten auch nicht nach oben gelangen. Teiche, die in der Anfangsphase der Rekultivierung angelegt wurden, sind ausgetrocknet.  

Ein generelles Problem, welches in Braunkohle-Nachfolge-Landschaften auftritt, ist die Versauerung. Die hiesige Braunkohle ist stark schwefelhaltig (zum Beispiel Pyrit). Im Erdinneren spielt das keine große Rolle. Beim Abbau kommt es zur Reaktion mit Sauerstoff. Infolge verschiedener chemischer Reaktionen kann es zur Versauerung des Wassers kommen. Unsere Untersuchungen lieferten diesbezüglich keine negativen Ergebnisse - es lag alles im neutralen Bereich. Die anfangs vorhandenen Säuren werden mit der Zeit abgebaut und ausgewaschen. Es ist bekannt, dass auf der Kippe gekalkt wurde.

1993 wurden die Verkippungsarbeiten auf der Neuberzdorfer Höhe beendet. Anschließend wurde aufgeforstet.
Kippböden werden sich jedoch auch nach Jahrtausenden noch von natürlich gewachsenen Böden unterscheiden. Das Bodensubstrat - wie zum Beispiel Kipp-Kohlelehmsande mit hohen Anteilen von Kohle, Kohletonen und Schluffen oder Kipp-Kohleschluffsand - bleibt dauerhaft bestehen.
Eine gewisse Bodenfruchtbarkeit stellt sich trotzdem ein. Eine forstwirtschaftliche Nutzung ist möglich. Eine landwirtschaftliche Nutzung steht nicht in Aussicht.


Aufgaben/Fragen

Abbildung1 Aufgabe1 Die folgenden Aufgaben beschäftigen sich einerseits mit dem, was einst in der Tiefe verborgen war. Andererseits mit den Auswirkungen dessen, dass es nach oben geholt wurde.
Nutze das Listing, die Tafeln und die Schaukästen zur Beantwortung der Fragen. Sei vorsichtig mit den Ausstellungsstücken und beschädige nichts!

1. Abbildung 1 zeigt den Schaukasten ganz rechts. Benenne die mit (a), (b) und (c) bezeichneten Bestandteile des Deckgebirges.

2. Im mittleren Schaukasten mit Bodenprofil findest du unter anderem auch Xylit (noch nicht vollkommen inkohltes Holz; Braunkohleholz). Wähle dir zwei der Stücke mit möglichst stark unterschiedlichem Inkohlungsgrad aus. Gib  jeweils deren Position im Schaukasten (Höhe von oben und Breite von links gemessen) an und beschreibe sie (Größe, Beschaffenheit, Farbe, Glanz, ...).

3. Sieh dir die Schaukästen in der Mitte und rechts an. Im Vergleich zum Schaukasten links (natürliche Bodenbildung) gibt es hier Bestandteile des Deckgebirges, die einer natürlichen Bodenbildung besonders stark entgegenwirken. Wähle zwei davon aus, und begründe stichpunktartig, warum das so ist.

4. Begib dich zu WP1 und betrachte den Waldboden. Wie ist die aller oberste Schicht beschaffen (Humus, Nadeln, Laub, Moos, ...)? Wie dick ist diese Schicht ungefähr?
Betrachte nun den darunter liegenden "Boden". Dabei darfst du gern die "Vorarbeit" der Wildschweine nutzen. Tiefer solltest du nicht graben. Welche Farbe und Konsistenz hat der Boden? Welches Material könnte das deiner Meinung nach sein?

5. Vor ungefähr 30 Jahren wurde die Kippe aufgeforstet. Gibt es inzwischen kleinere Bäume (Sträucher betrachten wir nicht), die sich selbst angesiedelt haben? In beiden Fällen - JA oder NEIN - was schlussfolgerst du daraus bezüglich der Bodenentwicklung?

6. Poste ein Foto von dir oder deinem Maskottchen vor Ort.

Es ist eigentlich nicht zu fassen, aber leider wahr!
Die 3. Info-Tafel wurde geklaut.
Wir stellen deshalb ein Foto davon ein, damit die Fragen trotzdem mühelos beantwortet werden können.



Bitte sendet eure Antworten über das MessageCenter - dort geht nichts verloren. E-Mail geht auch, wenn ihr zeitnah loggt.
Bei Gruppen genügt eine Antwort über das MessageCenter. Schreibt dann aber bitte im Log, wer die Antwort gesendet hat. Und postet bitte individuelle Fotos!
Danach könnt ihr sofort loggen. Wir melden uns, wenn etwas nicht stimmen sollte.

Wir wünschen euch viel Freude und Erfolg mit diesem Earthcache!




Literatur

[1] Schautafeln vor Ort
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Boden_(Bodenkunde)
[3] https://www.zobodat.at/pdf/Ber-Naturforsch-Ges-Oberlausitz_11_0003-0009.pdf
[4] https://publikationen.natur-umwelt.landkreis.gr/lehrpfade-im-landkreis-gorlitz/62228792/24

Quelle der Grafik "Entwicklung von Braunerde": Tafel 1

alle anderen Bilder: eigenes Archiv

Additional Hints (No hints available.)