Auf der Südostflanke des Spitzen Steins, einer 254,5 m ü. NHN hohen Erhebung des Rheingaugebirges südöstlich der Burgruine Frauenstein thront der Hof Nürnberg, ein beliebtes Ausflugslokal und Weingut, von dem man einen guten Blick auf den Rhein und den Rheingau mit seinen Weinbergen hat. 1815 machte Johann Wolfgang von Goethe hier bei seinem zweiten Aufenthalt in Wiesbaden Station, um geologische Studien zu betreiben. Im Jahre 1932 setzte man ihm neben dem Hof oben über den Rebhängen, 230 Meter über dem Meeresspiegel, mit Blick auf Frauenstein, Walluf und die Mainzer Rheinseite ein Denkmal: den so genannten Goethestein, ein auf der Grundfläche eines gleichseitigen Dreiecks aus Quadern errichteter Tetraeder, dessen hochaufragende Spitze an einen Obelisk erinnert.
Hierbei fand das Lebensmotto Goethes Umsetzung, der von sich selbst sagte:
„Diese Begierde, die Pyramide meines Daseins, deren Basis mir aufgegeben und gegründet ist, so hoch als möglich in die Luft zu spitzen, überwiegt alles andere.“
Die Gedenktafel am Goethestein trägt die Inschrift:
„Als Goethe 1815 das zweite Mal zur Kur in Wiesbaden weilte, machte er mit Freunden am 6. Juli auch einen Ausflug zum „Spitzen Stein“ und zum „Nürnberger Hof“. Es war ein Aufenthalt, der den Ästheten und Wissenschaftler in ihm zufriedenstellte. Der Dichter rühmte die schöne Aussicht, und der Geologe untersuchte mit Interesse den Quarzit des Berges auf Kupfer- und Eisenspuren. Kaum weniger aber dürfte seine Aufmerksamkeit der liebreizenden Philippine Lade (1797–1879) gegolten haben, deren künstlerisches Talent er schätzte.
In diesem Sinne beschäftigt sich dieser Earthcache mit dem untersuchten Gestein: Quarzit
Quarzit
Quarzit ist ein Gestein, dessen mineralischer Hauptbestandteil Quarz ist. Ausschlaggebend für die Definition Quarzit ist zudem, dass das Gestein zu wenigstens 98 % aus dem Mineral Quarz besteht.
Eigenschaften von Quarzit
Das Gestein ist von weißer bis grauer Farbe, ursächlich begründet durch den Hauptgemengteil an Quarz- daher der Name Quarzit. Infolge der Nebengemengteile, bspw. in Form von Limonit und anderen Eisenoxiden kann Quarzit auch rötlich oder bräunlich sein. Bläulicher Quarzit ist auf die Anwesenheit von Dumortierit zurückzuführen, während grünliche Quarzite durch Fuchsit koloriert werden. Silbrig schimmernder Quarzit, teilweise auch Silberquarzit genannt, ist auf Einlagerungen des silbrig glänzenden Glimmerminerals Muskovit zurückzuführen.
Das Gefüge von Quarzit ist feinkörnig, lagig und massig, Porenräume sind nicht vorhanden. Eine geringe Schieferung ist zu erkennen, wenn Quarzit Muskovit in größerem Umfang enthält (wie bspw. bei Serizitquarzit). Mitunter zeigen sich grau-schwarze Einschlüsse, die auf die Umwandlung organischer Bestandteile in dunklen Graphit verweisen.
Die Dichte von Quarzit beträgt 2,64 bis 2,70 g/cm3.
Entstehung und Verbreitung von Quarzit
Quarzit geht aus der Metamorphose quarzreicher Gesteine wie z.B. Sandstein, Hornstein oder Kieselschiefer hervor. Hohe Druck- und Temperaturverhältnisse - bspw. infolge der Entstehung von Gebirgen oder anderen tektonischen Prozessen - bewirken die Aufschmelzung und Neukristallisation des ursprünglichen Ausgangsgesteins.
Entsprechend des Metamorphosegrades kann Quarzit massig oder spröde sein. Zeigt sich Quarzit schimmernd-glänzend, ist das mit der Existenz von Tonmineralen zu begründen, die während der Metamorphose zu Glimmer, insbesondere zu Muskovit, umgewandelt wurden.
Die Vorkommen von Quarziten erstrecken sich auf weite Teile der Erde; insbesondere metamorph überprägte Gebirgskomplexe wie die Alpen sind reich an Quarziten. Weiterhin kann man das Gestein in Deutschland im Taunus, der Eifel, im Hunsrück sowie Rheinischen Schiefergebirge, aber auch im Harz und Erzgebirge finden.
Taunusquarzit
Der Taunusquarzit ist ein sogenannter Felsquarzit oder auch Orthoquarzit, das heißt, es handelt sich nicht um ein methamorphes Gestein (Quarzit im eigentlichen Sinn oder auch Metaquarzit), sondern um einen verkieselten (durch sehr feinkristallinen Quarz zementierten) Quarzsandstein. Dieses Gestein ist sehr widerstandsfähig gegenüber Verwitterung und Abtragung und bildet daher zumeist die höchsten Berge und Höhenzüge im Taunus.
Das im unverwitterten Zustand weißliche, hellgraue oder dunkelgraue Gestein ist meist bankig geschichtet. Angewitterte Oberflächen können bräunlich oder rötlich sein. Das Gestein enthält neben Quarzkörnern meist geringe Mengen von Feldspatkörnern und Hellglimmerplättchen.
Fossilien sind nur vereinzelt zu finden, überwiegend marine Invertebraten (Schnecken, Tentakuliten, Armfüßer) und „primitive“ Fische sowie Invertebraten-Spurenfossilien.
Log-Aufgaben
Um diesen Earthcache loggen zu können, schicke mir über mein Profil die Antworten zu folgenden Fragen:
Wegpunkt Goethestein (N 50° 03.753 E 008° 09.606):
1. Schaue dir das Gestein des Tetraeders an. Denkst du es handelt sich um Taunusquarzit? Begründe deine Antwort.
2. Nun schaue dir auch das Gestein der gegenüberliegenden Mauer an. Beschreibe die Struktur, Farbe, Größe. Welche Unterschiede zum Gedenkstein fallen dir auf und erkläre diese?
3. Mache ein Foto von dir oder einem persönlichen Gegenstand vor dem Goethestein.
Wegpunkt Steinbruch (N 50° 03.748 E 008° 09.589):
4. Das Schild, ebenso wie das Listing, gibt dir einen Hinweis darauf, weshalb der Quarzgang noch gut erkennbar ist. Nenne mir diesen.
Goethe's Stone

On the southeast flank of "Spitzer Stein", an elevation of the Rheingau Mountains, Hof Nürnberg is enthroned. It's a popular excursion restaurant and winery, from which one has a good view of the Rhine and the Rheingau with its vineyards. In 1815, during his second stay in Wiesbaden, Johann Wolfgang von Goethe stopped here to conduct geological studies. In 1932 a monument was erected to him next to the courtyard above the vineyards, 230 meters above sea level: the so-called Goethestein, a tetrahedron built on the base of an equilateral triangle made of cuboids whose towering tip is reminiscent of an obelisk.
Here the motto of life was implemented by Goethe, who said of himself:
"This desire to point the pyramid of my existence, the basis of which has been given up and founded by me, as high as possible in the air, outweighs everything else."
The memorial plaque on the Goethestein bears the inscription:
“When Goethe went to Wiesbaden for the second time in 1815, he and friends also went on a trip to "Spitzer Stein" and "Nürnberger Hof" on July 6th. It was a stay that satisfied the esthete and scientist in him. The poet praised the beautiful view and the geologist examined with interest the quartzite of the mountain for traces of copper and iron. Hardly less attention he gave to the lovely Philippine Ark (1797–1879), whose artistic talent he valued.
In this sense, this Earthcache deals with the examined rock: quartzite.
Quartzite
Quartzite is a rock whose main mineral component is quartz. Another decisive factor for the definition of quartzite is that the rock consists of at least 98% of the mineral quartz.
Properties of quartzite
The rock is from white to gray in color, caused by the amount of quartz - hence the name quartzite. As a result of the secondary parts, for example in the form of limonite and other iron oxides, quartzite can also be reddish or brownish. Bluish quartzite is due to the presence of dumortierite, while greenish quartzites are colored by fuchsite. Silvery shimmering quartzite, sometimes also called silver quartzite, is due to the inclusion of the silvery shimmering mica mineral muscovite.
The structure of quartzite is fine-grained, layered and massive, there are no pore spaces. Slight foliation can be seen when quartzite contains a large amount of muscovite (such as, for example, sericite quartzite). Sometimes there are gray-black inclusions that refer to the conversion of organic components into dark graphite.
The density of quartzite is 2.64 to 2.70 g / cm3.
Formation and distribution of quartzite
Quartzite emerges from the metamorphosis of quartz-rich rocks such as sandstone, chert or silica slate. High pressure and temperature conditions - e.g. as a result of the formation of mountains or other tectonic processes - cause the original rock to melt and recrystallize.
According to the degree of metamorphosis, quartzite can be massive or brittle. If quartzite appears shimmering and shiny, this is due to the existence of clay minerals that were converted to mica, especially muscovite, during metamorphosis.
The occurrence of quartzites extends over large parts of the earth; especially metamorphic mountain complexes such as the Alps are rich in quartzites. The rock can also be found in Germany in the Taunus, the Eifel and the Hunsrück but also in the Harz and Erzgebirge.
Taunus quartzite
The Taunus quartzite is a so-called rock quartzite or ortho quartzite. So it is not a methamorphic rock (quartzite in the actual sense or meta quartzite), but a silicified (cemented by very fine crystalline quartz) quartz sandstone. This rock is very resistant to weathering and erosion and therefore mostly forms the highest mountains and ridges in the Taunus.
The rock, which is whitish, light gray or dark gray in the unweathered state, is usually layered in banks. Weathered surfaces can be brownish or reddish. In addition to quartz grains, the rock usually contains small amounts of feldspar grains and light mica flakes.
Fossils can only be found sporadically, predominantly marine invertebrates (snails, tentaculites, armpods) and "primitive" fish as well as invertebrate trace fossils.
Logging tasks
In order to log this earth cache, send me the answers to the following questions via my profile:
Waypoint Goethestein (N 50° 03.753 E 008° 09.606):
1. Look at the rock of the tetrahedron. Do you think it is about Taunus quartzite? Give reasons for your answer.
2. Now also look at the stone of the oposite wall. Describe the structure, color, size. What differences to the monument do you notice and explain them?
3. Take a photo of yourself or a personal item in front of the Goethestein.
Waypoint quarry (N 50° 03.748 E 008° 09.589):
4. The sign, like the listing, gives you an indication of why the quartz vault is still clearly visible. Tell me the reason.
Quellen/sources:
https://de.wikipedia.org/wiki/Goethestein_(Wiesbaden)
https://www.steine-und-minerale.de/atlas.php?f=3&l=Q&name=Quarzit
https://de.wikipedia.org/wiki/Quarzit
http://www.taunuswelten.de/das-gebirge/gesteine-des-taunus/
https://de.wikipedia.org/wiki/Taunusquarzit