GESCHICHTE
Die erste Förderbrücke der Welt, die nach Plänen des Plessaer Bergwerksdirektors Friedrich von Delius gebaut wurde, wurde 1924 in Plessa in Betrieb genommen. Während zunächst speziell an die jeweiligen Tagebaue angepasste Förderbrücken gebaut wurden, ging man in der DDR in den 1950er-Jahren dazu über, weitestgehend typgleiche Abraumförderbrücken zu bauen – die sogenannten Einheitsförderbrücken.
Die größte Abraumförderbrücke der Welt ist die F60. Von diesem Typ existieren im Lausitzer Braunkohlerevier fünf Brücken. Vier davon sind heute noch in den Tagebauen Nochten, Jänschwalde, Reichwalde und Welzow-Süd im Einsatz. Die fünfte, inzwischen stillgelegte F60 steht als Besucherbergwerk in Lichterfeld. Sie kann durch die Besucher bestiegen werden, hat eine Gesamtlänge von zirka 500 Metern, eine Höhe von 74 Metern und wiegt zirka 13.500 t. Im Verbund mit bis zu drei Eimerkettenbaggern zählt sie zu den größten landbeweglichen Maschinen der Welt.
Weitere Einheitsbaugrößen waren die F45 und die F34. Vom Typ F45 wurden insgesamt zwei Brücken gebaut, für den Tagebau Meuro und den Tagebau Klettwitz, während vom Typ F34 insgesamt 9 Förderbrücken gebaut wurden. Diese Brücken wurden fast alle wenigstens einmal von einem Tagebau in einen anderen umgesetzt. Die letzte Brücke vom Typ F34 (Nr. 27) war bis August 2015 im Tagebau Cottbus Nord im Einsatz und wurde am 3. März 2016 gesprengt. Eine weitere Förderbrücke mit 34 m Abtragsmächtigkeit befand sich im Braunkohlentagebau Tagebau Morosowskij (Ukraine). Sie wurde, wie einige andere auch, als Reparationsleistung in Deutschland demontiert und in der Sowjetunion wieder aufgebaut (z. B. Tagebau Scado, Ilse-Ost). Die Baugrößen der F60, F45 und F34 unterscheiden sich hauptsächlich durch die vorgesehene Abraumabtragshöhe von 60, 45 oder 34 Metern. Der reale Wert hängt von den angeschlossenen Baggern ab
