Versiegte "Quelle" am Ufer der Elbe
-Geysire, Laternen und Steuergelder-
Der Cache führt Euch über einen Platz unmittelbar am Elbe Radweg zwischen Alt Garge und Walmsburg, wo Ortsfremde oft anhalten und sich verwundert umschauen. Grund für die Verwunderung ist nicht der freie Blick auf die Elbe, der lange durch dichte Büsche und Urwald ähnlichen Baumbewuchs versperrt war; es ist viel mehr die Tatsache, dass abseits der Ortslagen mitten in der scheinbar unberührten Natur der dicht bewaldete Steilhang weit zurückspringt und sich ein großer, freigeräumter Platz öffnet. Ein langes, massives Geländer mit meterhohen (Stütz-) Mauern unterhalb und an den Seiten lässt in dem Besucher Fragen hochkommen, die unbeantwortet bleiben, ihn evtl. auf seinem weiteren Weg begleiten und vielleicht auch zu Spekulationen veranlassen. Ein Stück des Weges wird sich der aufmerksame Beobachter weiter mit diesen Fragen beschäftigen, sich auch an Eindrücke erinnern, die er – mitten im Wald – bisher ignoriert oder nur beiläufig wahrgenommen hatte:
- die ausgebaute Fahrstraße mit Kanalisation hier, oberhalb des Steilhanges zur Elbe hin, gesperrt für motorisierten Verkehr;
- Leuchtenmasten (elbseitig) in gleichmäßigen Abständen entlang der Straße;
- Gleiskörper (hangseitig) mit massiver Stützmauer;
- Bahnsteig ähnliche Podeste (am Gleis);
- Schlagbaum mit Ampel;
- ...
Unübersehbar ist alles nicht mehr funktionsfähig, hat sich die Natur ihr Terrain zurückerobert. Damit ist klar: es handelt sich um einen Ort der Kategorie "Lost Places". Hier stand einmal das Kohlekraftwerk "Ost-Hannover" der HEW (Hamburgische Electricitätswerke AG), das bei seiner Inbetriebnahme 1946 modernste Höchstdruckkraftwerk Europas. Sein Betrieb wurde 1974 eingestellt, die gesamte Anlage 1987/88 abgerissen. Übriggeblieben sind als stumme Zeugen nur die oben bereits beschriebenen "Reste".
Unter der Straße beim angesprochenen Geländer befand sich das sogenannte "Kühlwasser-Einlassbauwerk". Hier wurde das für den Kraftwerksbetrieb benötigte Kühlwasser direkt der Elbe entnommen, gereinigt und den Flächenkühlern zugeführt, wo innerhalb des "Speisewasserkreislaufes" der Kondensationsvorgang (Wasser – Dampf – Wasser) erfolgte. Nachdem es die Gegenstrom-Oberflächen-Kondensatoren durchströmt hatte, wurde das inzwischen stark erwärmte Kühlwasser wieder der Elbe zugeführt. Kühltürme, wie sie uns heute in der Nachbarschaft von Wärmekraftwerken begegnen, gab es in Alt Garge nicht.
Der Rückfluss dieses der Elbe zuvor entnommenen Kühlwassers führte besonders in den Sommermonaten bei Niedrigwasser zu Umweltproblemen. Um den direkten Abfluss zu verzögern, gab es daher beim Auslauf ein vorgelagertes Becken, das ebenfalls bis heute erhalten geblieben ist. Das ausströmende, deutlich wärmere Kühlwasser verteilte sich über die ganze Breite des Beckens und lief über seine Oberkante ab. Dieses eben beschriebene "Kühlwasser-Auslassbauwerk" befindet sich unterhalb eines zweiten, sehr viel kürzeren Geländers, das dem aufmerksamen Besucher dieses "Lost Places" vielleicht schon ca. 100m zuvor aufgefallen ist.
Externe Links:
Möchtest Du mehr über die Geschichte erfahren, im Internet findest Du unter dem Stichwort >>Kraftwerk Ost-Hannover<< (u.a. bei Wikipedia) jede Menge dazu.
Start-/Ausgangspunkt:
Parken und Streckenbeginn ist bei den Koordinaten N 53° 15.840 E 010° 48.480. Ihr steht auf dem Parkplatz gegenüber vom "Alten Kurhaus Elbblick".
Der 1. Wegpunkt ist bei den Koordinaten N 53° 15.660 E 010° 48.780, hier ist ein ehemaliger Bahnsteig ("Podest") zu erkennen, die Gleise wurden inzwischen abgebaut. Oberhalb steht eine Gruppe flacher Gebäude, die während der Bauphase des Kraftwerks als Baubüro, nach Fertigstellung 1949 dann als Ingenieurswohnungen dienten. Folgen wir dem weiteren Verlauf der Straße, versperrt ein Schlagbaum mit Ampel (abgeschaltet) die Durchfahrt, daneben steht das ehemalige Pförtnerhaus; hier begann das eigentliche Betriebsgelände des Kraftwerks.
Der 2. Wegpunkt, den wir nach insgesamt gut 1km erreichen, ist bei den Koordinaten N 53° 15.420 E 010° 49.080; es ist das oben erwähnte lange Geländer mit freiem Blick auf die Elbe.
Nach hinreichend langem Aufenthalt folgen wir der Straße weiter bis zum ehemaligen Osttor des Kraftwerks. Hier liegt der Cache, gut geschützt am "Fuße eines herausragenden Objektes". Das ist inzwischen in die Jahren gekommen, dient nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck.
Die warmen, die pekuniären und auch die strahlenden Quellen entlang der Straße "sprudeln" schon lange nicht mehr,, findest Du aber den Cache, bringt er Dich auch heute noch zum Strahlen. Viel Erfolg und Spaß dabei!
ACHTUNG:
Hier handelt es sich um ein Naturschutzgebiet/Biotop, die offiziellen Wege müssen zu keiner Zeit verlassen werden (die Regel sagt: Immer mit einem Fuß auf dem Weg bleiben)!!!!