Die immer noch geheimnisvolle Rinderburg im Norden Ellwangens war neben der Burg Schrezheim im Süden, dem Bürstel Rotenbach im Westen, und der früheren Anlage auf dem heutigen Schlossgelände im Osten, eine der vier Burganlagen, die dem Kloster und der Stadt Ellwangen vorgelagert waren.
Die mittelalterliche quadratische und durch mehrere Wälle und Gräben leicht abgerundete Befestigungsanlage der Rinderburg war ursprünglich waldlos – Bäume hätten die freie Sicht verdeckt - und man geht davon aus, dass im Zentrum der Anlage nicht nur eine Turmanlage stand, sondern auch ein Brunnen war. Heute sind in den Gräben und auf den Erdwällen teilweise mächtige jahrhundertealte Lärchen und Eichen zu sehen, und es sind auch noch die noch vor Jahrzehnten mit Wasser gefüllten Gräben zu erkennen.
Auf dem Gelände der Rinderburg und dem Schafhof, der wohl schon um das Jahr 1000 bestand, wurden früher Schafe gehalten. Beim Bau der Eisenbahn wurde 1866 ein Geheimgang zwischen der Rinderburg und der Eichkapelle entdeckt.
Heute treiben hier vor allem kleine Kindergarten-Ritter, Gassi-Geher und sonstige Läufer ihr Unwesen. Von der Burg selbst ist nichts mehr erhalten - es können nur noch die Wälle und Gräben erahnt werden.
Jeder der diesen besonderen Ort besucht, sollte sich Zeit nehmen und ihn in Ruhe erkunden. Bitte beschädigt ihn nicht mutwillig und lasst keinen Müll liegen, damit wir alle noch lange Freude daran haben dürfen. Danke!
Quelle: Schwäpo Artikel “Reinhardt-Kaserne und Rinderburg interessieren” vom 24.10.2019